Doll wird zurückgetreten
DORTMUND Montagmittag. 14.04 Uhr. Thomas Doll verlässt mit versteinerter Miene die BVB-Geschäftsstelle. Kein Kommentar. Soeben hat er KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc seinen Rücktritt angeboten – so heißt es jedenfalls in der offiziellen Mitteilung des Vereins.
Artikel aus diesem Ressort
14 Monate lang war Doll (42), der sich von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle am Nachmittag bereits verabschiedete, Trainer des schwarzgelben Ensembles – weiter gebracht hat er es nicht, wie unbefriedigende 40 Punkte und 62 Gegentore (Höchstwert im Oberhaus) in 34 Partien der abgelaufenen Saison belegen.
"Keine Inhalte"
Das Ergebnis der groß angekündigten Saisonanalyse war offensichtlich die Trennung, die seit Wochen medial prognostiziert und gestern vollzogen wurde. Watzke: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir über die Inhalte des Gesprächs nichts sagen werden.“
Der Vorwurf, dem sich Doll stetig ausgesetzt sah, beinhaltete nicht nur den miserablen Tabellenplatz 13, mit dem der BVB die Saison abschloss, sondern auch die unattraktive Spielweise, gerade vor eigenem Publikum, sowie taktische und personelle Sprunghaftigkeit.
Dolls Vertrag, der noch im Winter bis 2010 ausgedehnt wurde, beinhaltet eine Klausel, die ihm etwa 500 000 € Abfindung garantieren soll.
Heißester Kandidat für die Nachfolge ist offenbar Jürgen Klopp, der am Sonntag mit dem FSV Mainz 05 den Aufstieg in die 1. Liga verpasste und für diesen Fall seinen Abschied angekündigt hatte. Für den 40-Jährigen wäre der BVB die einzige Möglichkeit, in der neuen Spielzeit einen deutschen Erstligisten zu trainieren. Watzke betont, es sei „nicht fahrlässig“, darüber zu diskutieren. „Es kann aber auch ganz anders kommen.“ Klopp betonte zu Mainzer Erstligazeiten gern, wie „wahnsinnig geil“ die Stimmung im Signal Iduna Park sei. Die Aussicht auf den europäischen Wettbewerb und eine Gewissheit, dass ein zweistelliger Millionenbetrag in den Kader investiert wird, könnte Klopp die Entscheidung pro BVB erleichtern. Andere Kandidaten sind aktuell nicht in Sicht.
Der Niederländer Leo Beenhakker hatte bereits vor einigen Wochen abgesagt (wir berichteten) – seitdem war aber offenkundig, dass sich Borussia nach Alternativen umsieht. Watzke sagt: „Es wäre schön, wenn wir noch in dieser Woche eine Entscheidung bekämen.“ Klopp dürfte dabei eine große Rolle spielen.












