Klopp im Interview: „Und dann sagt der Kohler so einen Müll...“
BOCHUM An der Castroper Straße in Bochum sangen Borussen-Fans nach dem 4:1-Derbysieg inbrünstig Europacup-Lieder, und auf der VIP-Tribüne sprach Dortmunds KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke erstmals öffentlich vom Sprung ins internationale Geschäft. „Wenn du acht Spieltage vor Ende der Saison an vierter oder fünfter Stelle stehst“, sagte Watzke, „dann willst du deine Ziele auch erreichen.“ Was BVB-Trainer Jürgen Klopp sagte, lesen Sie hier.
Artikel aus diesem Ressort
- Sebastian Kehl "Am Montag steige ich wieder voll ein"
- Stadiondeckel Neues Bezahlsystem gilt erstmals gegen Manchester City
- Der Heimwerker-King Wolfgang de Beer schreinert sein Trainingsmaterial selbst
- Arbeitsgericht Dortmund Rauswurf - BVB-Busfahrer Udo Rottke soll gehen
- Der nächste Faserriss Lukasz Piszczek muss zehntägige Zwangspause einlegen
Jürgen Klopp: Meine Mannschaft hat eine sehr starke Anfangsphase gezeigt, war superlebendig, konnte tolle Chancen herausspielen, hat zwei Super-Tore erzielt. Ein kurzes Durchatmen hat Bochum genutzt, um wieder den Fuß in die Tür des Spiels zu kriegen. Nach dem Anschlusstreffer haben wir uns aber sukzessive die Kontrolle über das Spiel zurückgeholt.
Sprechen Sie jetzt offen vom Saisonziel Europa League?
Klopp: Wir haben nie dementiert, unseren Platz unter den Top 5 behalten zu wollen. Aber schauen Sie doch mal: Kevin Großkreutz hatte Wadenprobleme, Felipe Santana hat sich ständig an die feuchte Stirn gefasst - das sah nicht gesund aus. Lucas Barrios hat wohl eine Zerrung, Dede einen Faserriss, bei Nelson Valdez ist die alte Oberschenkel-Zerrung wieder aufgetreten, Marc Ziegler plagt eine Magen-Darm-Geschichte. Und unmittelbar vor dem Spiel war Roman Weidenfeller auf einmal schlecht. Da ist einfach nicht genug Substanz, da sind nicht genügend Spieler in der Hinterhand, damit ich sagen kann: Ich beschäftige mich jetzt mal eben superleicht und locker mit irgendwelchen Saisonzielen.
In Ihrer Truppe steckt doch Substanz ohne Ende.
Klopp: Man muss jetzt mal festhalten, dass wir an jedem Wochenende einen wirklich enormen läuferischen Aufwand betreiben müssen, um da oben mitspielen zu können. Und dann sagt der Jürgen Kohler vor ein paar Wochen auch noch so einen Müll (Kohler hatte Dortmunds Verletzungsprobleme in der Sport Bild sinngemäß mit dem extrem auf Athletik angelegten Spiel begründet, d. Red.). Das hat mich wirklich sehr geärgert! Ohne diesen Aufwand hätten wir nämlich nicht 45, sondern erst 19 Punkte. Wir sind schließlich nicht der FC Bayern.
Haben Sie vor seinen beiden Toren in Bochum mal daran gezweifelt, ob es richtig ist, so hartnäckig an Lucas Barrios festzuhalten?
Klopp: Nein, Lucas war schon im Abschlusstraining wieder der eiskalte Pantera (Barrios' Spitzname in Argentinien, d. Red.). Er war in den letzten Wochen ab und an vielleicht nicht voll auf der Höhe seines enormen Leistungsvermögens, aber wir kritisieren hier ja ehrlich gesagt auf hohem Niveau. Lucas hat jetzt 13 Saisontore – wer kann das schon von sich behaupten.











