Ungar soll Sahin ersetzen: Hajnals große Chance
DORTMUND Fußball, so heißt es, sei zu 50 Prozent Psychologie. Der Spruch ist reichlich abgegriffen und doch selten so treffend wie in diesen Zeiten beim BVB. Er enthält nämlich eine ganz wichtige Bedingung: Gute Stimmung hilft – aber nur, wenn sie keine übertrieben euphorischen Reaktionen hervorruft und sich dadurch selbst zerstört.
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Wenn die Südamerikaner Lucas Barrios (25) und Nelson Valdez (26) heute einige Minuten lang im Kernspintomographen der BG Unfallklinik Duisburg verschwinden, werden Borussia Dortmunds Verantwortliche wieder mitbangen und auf eine positive Diagnose von Teamarzt Markus Braun warten.
Valdez mit muskulären Problemen
Die beiden BVB-Stürmer klagten während des B1-Derbys über muskuläre Probleme und hoffen, dass keine Fasern gerissen sind. „Im Fall von Valdez“, sagte Sportdirektor Michael Zorc (47) gestern im Gespräch mit dieser Zeitung, „sieht es nicht gut aus.“ Der Paraguyao („Bei langen Sprints konnte ich mich immer nur zu 70 bis 80 Prozent belasten“) hadert bereits zum zweiten Mal binnen weniger Wochen mit einem ähnlichen Beschwerdebild im linken Oberschenkel und musste den Rasen des Bochumer Stadions 13 Minuten nach seiner Einwechslung (65.) schon wieder verlassen.
Ein Ausfall beider Torjäger könnte enorme Auswirkungen auf die Statik des Dortmunder Spiels haben. Als Ersatz-Solokünstler ganz vorne auf der Dortmunder Offensiv-Bühne käme für das im Kampf um einen europäischen Startplatz eminent wichtige Duell mit Bayer Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr, Signal Iduna Park) nämlich nur noch der Ägypter Mohamed Zidan (28) infrage – und der hat sich gerade erst als spielstarkes Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff bewährt (drei Tore und eine Vorlage aus zwei Partien).
Klopp muss umstellen
Umstellen müssen wird Trainer Jürgen Klopp (42) wegen der Gelbsperre des türkischen Nationalspielers Nuri Sahin (21) aber ohnehin. Weil Dortmunds defensiver Mittelfeldspieler Sven Bender (20, Sehnenreizung im Knie) auch gestern nur ein Ausdauertraining auf dem Fahrrad-Ergometer absolvieren konnte, spricht vor dem Samstag vieles für eine Doppel-Sechs mit Kapitän Sebastian Kehl (30) und Tamas Hajnal, der heute seinen 29. Geburtstag feiert.
Borussias kleiner Ungar – Typ klassischer Spielmacher – hatte durch dynamische Joker-Auftritte gegen Hannover (4:1) und in Bochum (4:1) massiv Werbung in eigener Sache betrieben.
Hajnal und Zidan harmonieren
Zwar kam er zu Saisonbeginn als Rautenspitze überhaupt nicht zurecht – das allerdings lag auch daran, dass Hajnal im 4-4-2-System die Lunge eines Marathonis benötigte, um sowohl seine Defensiv- als auch seine Offensivaufgaben verrichten zu können.
Im seit Monaten vorherrschenden 4-2-3-1 der Borussia würden ihm nun deutlich weniger Kilometer abverlangt – übrigens schon deshalb, weil Hajnal in Mohamed Zidan ein Verbindungsmann vorgeschaltet ist. Immer vorausgesetzt, der Ägypter muss nicht doch noch den Solokünstler im Sturm geben…











