Michael Zorc im Interview: "Kehl gibt den Takt vor"
DORTMUND Sportdirektor Michael Zorc (48) hat sich wie die gesamte sportliche Führung des BVB lange Zeit der offensiven Benennung eines Saisonziels verweigert. Nach dem 4:1 im B1-Derby beim VfL Bochum kam auch Zorc nicht umhin, das Wort „Europa League“ öffentlich in den Mund zu nehmen.
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Michael Zorc: Es war ein hochverdienter Erfolg, wir haben 30 Minuten fast optimal gespielt. Jetzt sieht es richtig gut aus. Das war ein weiterer Schritt Richtung Europa League.
Ihr Stürmer Lucas Barrios hat eine drei Spiele währende Torflaute überwunden. Wie wichtig waren die Treffer für ihn?
Zorc: Lucas hat schon vor den Toren viel für die Mannschaft gearbeitet, viele Bälle erobert und gehalten, etliche Zweikämpfe geführt und gewonnen. Aber ein Stürmer definiert sich nunmal auch über Tore, auch er selbst erwartet Treffer von sich. Von daher waren die Treffer heute wichtig für ihn.
Hinter Barrios hat Kapitän Sebastian Kehl das Dortmunder Mittelfeld organisiert. Wie sehr überrascht es Sie, dass Kehl so schnell wieder auf diesem Niveau spielen kann?
Zorc: Dass es so schnell so gut und flüssig läuft, war so sicher nicht zu erwarten. Sebastian haben die Testspiele geholfen, er hat vor seiner Rückkehr in die Bundesliga mit der BVB-Zweiten in Unterhaching gespielt. Dritte Liga, das war für ihn der Ernstfall. Das ist besser, als wenn man nur aus dem normalen Training kommt.
Wie wichtig ist Kehl nach so kurzer Zeit schon wieder für diese Mannschaft?
Zorc: Das hat man doch schon gegen Gladbach gesehen. Und das Spiel in Bochum war über weite Strecken die Fortsetzung. Kehl gibt schon wieder den Takt vor, und das ist in dieser Phase der Saison für unsere junge Mannschaft sehr wichtig.
Man hat den Eindruck, dass es auf der Doppel-Sechs eine klare Rollenverteilung gibt. Mit Kehl als Platzhirsch, und Sahin rückt freiwillig in die zweite Reihe...
Zorc: Das ist nicht vom Trainer vorgegeben, es gibt da auch keine klare Rollenverteilung. Wie die beiden das Mittelfeld unter sich aufteilen, ist ihre Sache. Das wird situationsbedingt abgesprochen und variiert auch während des Spiels. Fakt ist, wie sie das machen, das passt und harmoniert gut. Gegen Leverkusen müssen wir aber ja eh neu überlegen, weil Nuri Sahin gesperrt ist.











