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Pro und Kontra
Schnappt sich Werder den Meistertitel?
Von Thomas Schulzke und Sascha Klaverkamp am 23. November 2009 15:12 Uhr
DORTMUND Der SV Werder Bremen hat sich nach einer enttäuschen Vorsaison an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga festgebissen. Ist die Elf von Trainer Thomas Schaaf schon reif für den Meistertitel?
SC Freiburg - Werder Bremen
Treffsicheres Trio (v.l.): Mesut Özil, Hugo Miguel Almeida und Marko Marin.
Foto: dpa
Pro: Ein starkes Kollektiv (Von Thomas Schulzke)
Der gefühlte Immer-Meister Bayern München lechzt nur noch selbstzerfleischend Richtung Tabellenspitze. Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat das Fernglas längst eingepackt. Selbst mit der größten Brennweite ist Rang eins nur noch staubkörnchengroß zu erkennen. Ganz anders die Situation für Werder Bremen: Ein einziger Punkt trennt das spielstärkste Team der Liga von Spitzenreiter Bayer Leverkusen. Und der Ewig-Zweite wird am Ende selbst dafür sorgen, dass es mit dem Titel nicht klappt.

So bleibt die Frage, ob die junge Bremer Mannschaft um Superstar Mesut Özil das Potenzial besitzt, am Ende den fünften Meistertitel der Vereinsgeschichte zu feiern. Elf Ja-Sager sind schnell gefunden. Die Startelf des SC Freiburg. Mit 0:6 unterlagen am Samstag die Breisgauer den Vollgasfußballern aus Bremen. Claudio Pizarro, Aaron Hunt, Mesut Özil und Marko Marin bilden ein Offensiv-Quartett, das seinesgleichen sucht. Mit Naldo und Per Mertesacker steht eine Hochglanz-Innenverteidigung zu Verfügung.

Die Frage nach dem zu großen Kräfteverschleiß stellt sich erst gar nicht. Die grün-weißen Profis sind doch seit Jahren nicht anderes gewohnt. Dass sie regelmäßig um drei Titel spielen und die deutsche Nationalmannschaft kräftig bestücken, ist ein Zeichen dafür, welch´ starkes Kollektiv Trainer Thomas Schaaf zur Verfügung steht. Ein Kollektiv, das reif für den Titel ist

Kontra: Zu früh für Bremer Titelträume
(Von Sascha Klaverkamp
Bleiben wir einfach mal mit beiden Beinen auf dem Teppich. Es sind erst 13 Spieltage in der Bundesliga absolviert, und schon wird die Schale hinauf an die Weser geredet. Jetzt bereits von Titelreife zu sprechen, das hieße, ein Fußballspiel schon vor der Halbzeitpause abzuhaken.

Keine Frage: Werder Bremens Weg durch die Saison wird noch extrem steinig. Das warnende Beispiel heißt TSG Hoffenheim. Der millionenschwere Dorfklub rangierte im Vorjahr nach 13 Spieltagen und brillanten Leistungen ebenfalls auf Rang 2. Alles redete von der Meisterschaft – dann kam der bittere Absturz. Werder Bremen besitzt eine starke Mannschaft, in Mesut Özil einen begnadeten Regisseur, einen souveränen Trainer und ein gutes Umfeld. Doch all das garantiert nicht die Schale im nächsten Mai. Zum einen muss der junge Mesut Özil erst beweisen, dass er sein derzeit hohes Niveau über ein ganzes Jahr halten kann.

Zum anderen ist Werder neben der Liga noch im DFB-Pokal und in der Europa League gefordert – spätestens im Frühjahr 2010 dürfte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar machen. Nicht zuletzt, weil die Winterpause wegen der nahenden WM mit dreieinhalb Wochen sehr kurz ausfällt. Nicht zu vergessen die Konkurrenz: Was ist, wenn die Bayern bald ihre Form finden? Oder Wolfsburg? Oder Hamburg? Dann wird es eng für Bremen. 
 
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