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Biathlon
Wilhelms Feuer lodert immer noch
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| Von Gerd Strohmann am 5. Januar 2010 14:40 Uhr | ||
| GELSENKIRCHEN Manchmal hadert sie ein wenig mit sich selbst. Wenn sie spürt, sie ist mal wieder zu akribisch, zu kontrolliert. „Dann rufe ich mir selbst zu: Los jetzt, den Kopf und einfach losgelegt.“ | ||
Es ist ihr zehnter Biathlon-Winter in der internationalen Elite, noch hat sie nicht das Gefühl, „es reicht, es ist genug“. Sie muss es gar nicht groß erklären, sie versprüht auch so, in jedem Nebensatz, ja selbst in manchen Gesten, noch immer einen solchen Ehrgeiz, eine solche Neugier, einen solchen Hunger auf den Sport, dass jeder spürt: Diese 33-Jährige ist eigentlich noch lange nicht reif für das sportliche Altenteil. Und so vermeidet sie den Gedanken an den Tag, an dem sie einmal sagen wird: „Danke, es war wunderschön, aber nun ist es zu Ende.“ Auch wenn sie ein klein wenig die Sorge treibt, „den Absprung zu verpassen“. Sportlerin des Jahres Kati Wilhelms Appetit ist noch lange nicht gestillt. Sie, die als Achtjährige mit dem Langlauftraining begann und vor zehn Jahren zum Biathlon wechselte, sie beteuert erstens, „es macht mir immer noch richtig Spaß“, und zweitens treibe sie ja auch das Gefühl, „ich kann es noch besser“. Und das mag fast schon vermessen klingen bei einer Sportlerin, die fünf WM-Titel und dreimal Olympia-Gold auf ihrem Briefkopf stehen hat, die 2006 zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde und die 2006 bei den Winterspielen in Turin die deutsche Fahne beim Einmarsch getragen hat. „Es ist schon so, dass ich nichts mehr beweisen und auch nichts mehr erreichen muss“, meint Kati Wilhelm. Aber das macht sie nicht satt, nicht nachlässig, es spornt sie eher an. So, wie sie sich auch nur einmal kräftig schütteln musste, als die „kleine und so erfrischende“ Magdalena Neuner, „sie hat die beste Maschine von uns allen“, an der kompletten Weltspitze, also auch an ihr, vorbeidüste und Titel und Ehrungen sammelte. Mit Würde und Respekt Der damals häufig zitierte Zickenkrieg sei nur eine Märchen-Geschichte, betont sie, ganz lady-like meint sie jetzt: „Wir können beide die Erfolge der Anderen würdigen und respektieren.“ Aber dieser Nachsatz sei auch nicht verschwiegen: „Es hat mich angestachelt, noch einmal nachzulegen.“ Für den Chronisten: Von der letzten WM kehrte Kati Wilhelm mit zweimal Gold und zweimal Silber heim, keine Biathletin war auch nur annähernd so erfolgreich. Nun also noch einmal Vancouver, der letzte Auftritt bei Olympia, soviel ist verraten, soviel ist auf jeden Fall sicher. Mehr als eine weitere schmucke Episode ihrer beispielhaften Karriere, nicht nur ein letztes Schaulaufen, und schon gar keine Abschiedsvorstellung. „Eine solche Tournee wird es nie geben“, beteuert sie ganz entschieden, aber in den Tagen von Vancouver, da will sie den Glanz des Edelmetalls nicht nur von weitem sehen. „Ich erwarte schon etwas von mir“, sagt sie so betont nüchtern wie eben möglich, und schiebt dann so vorsichtig wie möglich nach: „Ich will dort in der Lage sein, eine Medaille zu gewinnen.“ Ein Selbstläufer werde das nicht, nicht im Einzel, aber auch nicht in der Staffel. Platz vier, Platz fünf, das gehe ganz schnell, „Medaillen liegen da nicht zur Abholung bereit“. Power in den Schnee bringen Nun könnte es sie vielleicht irritieren, dass sie in dieser Saison noch kein „perfektes Rennen“ geboten hat. Aber beim Biathlon auf Schalke, da habe sie einfach mal schneller geschossen, „und getroffen“, das war gut fürs Selbstbewusstsein. Jetzt müsse sie nur noch ihre Power in den Schnee bringen. Aber sie lächelt dabei. |
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