Messis Leiden in der bolivianischen Höhenhölle

Buenos Aires (dpa)

Auf dem Weg zur WM 2014 mussten sich Messi & Co. mit einem Remis bei Bolivien begnügen. Schlimmer als der Punkteverlust waren aber die Leiden der argentinischen Fußball-Stars in mehr als 3600 Meter Höhe.

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  • Messi (r) müht sich in La Paz in der dünnen Luft beim Kampf um den Ball gegen Boliviens Bejarano. Foto: Jorge Abrego

    Messi (r) müht sich in La Paz in der dünnen Luft beim Kampf um den Ball gegen Boliviens Bejarano. Foto: Jorge Abrego

  • Boliviens Ronald Raldes (l) verliert das Duell um den Ball gegen den Argentinier Angel di Maria. Foto: Martin Alipaz

    Boliviens Ronald Raldes (l) verliert das Duell um den Ball gegen den Argentinier Angel di Maria. Foto: Martin Alipaz

  • Boliviens Präsident Morales (2.v.l.) überreicht Messi einen traditionellen Poncho. Foto: Agencia Boliviana de informacio

    Boliviens Präsident Morales (2.v.l.) überreicht Messi einen traditionellen Poncho. Foto: Agencia Boliviana de informacio

  • Nach dem Spiel in Bolivien verlassen die chilenischen Referees unter Polizeischutz das Spielfeld. Foto: Martin Alipaz

    Nach dem Spiel in Bolivien verlassen die chilenischen Referees unter Polizeischutz das Spielfeld. Foto: Martin Alipaz

  • Rondon erzielte das Tor zum 1:0-Sieg für Venezuele gegen Kolumbien. Foto: David Fernandez

    Rondon erzielte das Tor zum 1:0-Sieg für Venezuele gegen Kolumbien. Foto: David Fernandez

  • Der Chilene Esteban Paredes erzielte den Auftakttreffer beim 2:0 gegen Uruguay. Foto: Felipe Trueba

    Der Chilene Esteban Paredes erzielte den Auftakttreffer beim 2:0 gegen Uruguay. Foto: Felipe Trueba

Lionel Messi wollte nach der Quälerei in La Paz nur noch weg. Beim mühsamen 1:1 in Bolivien in 3637 Meter Höhe klagte Argentiniens Superstar über Übelkeit, Kopfschmerzen und Atemnot.

«Hier zu spielen ist schrecklich», schimpfte Messi nach dem WM-Qualifikationsspiel in La Paz. Der 25-jährige Profi des FC Barcelona musste sich nach Medienberichten in der Halbzeit in der Umkleidekabine sogar übergeben. Messi wollte das nicht bestätigen, räumte aber ein: «Vielen von uns ist es sehr schlecht ergangen, mir fehlte auf dem Platz die Luft.»

In der Betonschüssel des Estadio Hernando Siles ließ der viermalige Weltfußballer selten sein Können aufblitzen. Die 50 000 Zuschauer sahen ihn häufiger mit den Händen auf den Knien vornübergebeugt nach Luft schnappend. Nach dem Führungstor der Gastgeber durch Marcelo Moreno Martins (25.) und dem Ausgleich durch Éver Banega ebenfalls per Kopf (44.) vergab Messi in der 84. eine Riesenchance, als er alleinstehend vor Torwart Sergio Galarza den Keeper anschoss. «Da hat er bewiesen, dass er doch auch nur ein Mensch ist», schrieb die argentinische Zeitung «Clarín».

Die Argentinier liefen immer wieder an die Seitenlinie und griffen gierig nach Sauerstofftüten. Dabei hatte sich der Spitzenreiter der Südamerikagruppe auf den gefürchteten Höhenkick daheim in einer Druckkammer vorbereitet, die die dünne Luft der Berge simuliert. Man trat auch deshalb mit einer Art «B»-Elf mit Profis an, die die Tests am besten bestanden hatten. Aus dem Team, das vergangenen Freitag Venezuela daheim souverän mit 3:0 bezwungen hatte, wurden nur Messi, Javier Mascherano und Tormann Sergio Romero eingesetzt.

Trotz des Ausrutschers baute die «Albiceleste» mit jetzt 24 Punkten aus elf Begegnungen ihren Vorsprung als Tabellenführer des südamerikanischen Quali-Turniers auf vier Zähler aus. Von einem «Patzer» gegen den Vorletzten, der nur neun Punkte sammeln konnte, wollten die Spieler von Trainer Alejandro Sabella und auch die Medien wohl in Erinnerung an die historische 1:6-Schlappe gegen Bolivien unter Coach Diego Maradona in der Qualifikation für die WM 2010 nichts wissen.

«Das 1:1 ist ein Superergebnis», beteuerte Messi. Dass er nach dem Spiel von Boliviens Präsident Evo Morales einen traditionellen Poncho geschenkt bekam, tröstete ihn kaum darüber hinweg, dass er in bisher vier Spielen gegen die Andenkicker nicht ein einziges Mal treffen konnte: «Die vergebene Chance ärgert mich immer noch.»

Der bisherige Argentinien-Verfolger Kolumbien patzte derweil bei Venezuela in Puerto Ordaz mit 0:1 und blieb bei 19 Punkten aus zehn Spielen stehen. Zweiter ist nun Ecuador, das Schlusslicht Paraguay daheim mit 4:1 vom Platz fegte und sein Punktekonto nach zehn Spielen auf 20 erhöhte. Chile bezwang Uruguay vor eigenem Publikum mit 2:0 und ist Vierter (15/11) vor Venezuela (15/11) und den «Urus» (13/11).

Die vier Ersten qualifizieren sich direkt für die WM, der Fünfte geht in die Playoffs gegen ein Team aus Asien. Bis zum 15. Oktober stehen noch sechs weitere Spieltage aus. Der nächste ist am 7. Juni. Brasilien ist als Gastgeber gesetzt. Und nach Meinung von Messi darf auch Argentinien langsam für 2014 planen. «Uns fehlt noch ein kleines Stückchen», meinte er, «aber wir sind der WM schon sehr nahe.»

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Autor
Emilio Rappold und Helmut Reuter, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    27. März 2013, 15:08 Uhr
    Aktualisiert:
    17. Dezember 2013, 17:50 Uhr