Balotelli-Ausraster nervt «Azzurri» vor dem Confed Cup

Prag (dpa)

Wenn es um Ärger und Skandale geht, ist auf Mario Balotelli Verlass: Kurz vor der Abreise der Italiener zum Confederations Cup nach Brasilien hat der exzentrische Fußballstar der «Squadra Azzurra» wieder einmal zugeschlagen.

  • Mario Balotelli hat im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien den Kopf verloren. Foto: Filip Singer

    Mario Balotelli hat im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien den Kopf verloren. Foto: Filip Singer

Erst brachte Hitzkopf Mario Balotelli beim 0:0 gegen Tschechien mit seiner Gelb-Roten-Karte Italiens WM-Qualifikation in Gefahr, dann trat er im Prager Stadion auf dem Weg in die Kabine um sich und am Ende beschimpfte er auch noch die eigenen Fans.

«Haltet doch beim Confederations Cup zu einer anderen Nation!», empfahl der wütende Balotelli den Tifosi via Twitter und sorgte damit vor dem WM-Test in Brasilien für Ärger im Lager des Vize-Europameisters.

Mit seinem Wutausbruch reagierte der 22-Jährige auf der Rückreise aus Prag auf kritische Fan-Tweets. Am nächsten Morgen entschuldigte sich der Stürmer des AC Mailand: «Meine Reaktion war nicht in Ordnung. Ich bitte um Verzeihung. Ich entschuldige mich bei meiner Mannschaft. Ich muss noch reifer werden», schrieb Balotelli auf Twitter.

Nationaltrainer Cesare Prandelli war trotzdem verärgert: «Mario muss lernen, dass er nicht immer aus dem Bauch heraus reagieren kann», erklärte der Coach und ermahnte seinen Stürmerstar: «Wir verlangen von ihm, dass er den Fußballer und nicht den Star gibt.»

Offensichtlich war Balotelli in Prag wieder einmal überfordert, wofür Prandelli durchaus väterliches Verständnis aufbringt: «Balotelli ist kein Fußballer wie jeder andere. Vor dem Spiel in Prag waren 90 Prozent aller Fragen an ihn gerichtet», berichtete der Coach. Dass sich Balotelli auf dem Platz aber immer wieder provozieren lässt, akzeptiert Prandelli nicht: «Ein echter Champion hilft seiner Mannschaft und überträgt nicht seinen Seelenzustand auf sie», kritisierte der Trainer.

Auch beim Blick in die Zeitungen schlug Balotelli am Sonntag heftige Kritik entgegen: «Twittern ist schön, kann aber der Karriere schaden», spottete die «Gazzetta dello Sport». Rückendeckung bekam Italiens «Enfant terrible» von Kapitän Gianluigi Buffon: «Zwei Gelbe Karten stellen seine Entwicklung nicht infrage», meinte der Torwart, der die enttäuschenden Azzurri am Freitag mit vielen Glanzparaden vor einer Pleite bewahrt hatte. Nach Balotellis Platzverweis in der 72. Minute retteten die Gäste das 0:0 über die Zeit.

Trotz des Rückschlags in der WM-Qualifikation bleiben die Italiener für den Confederations Cup (15. bis 30. Juni) optimistisch. «Ich mache mir keine Sorgen», sagte Prandelli. Sein Team sei zwar «nicht brillant» gewesen, habe aber «Charakter gezeigt», meinte der Nationalcoach.

Wenn Balotelli nun in Südamerika im ersten Spiel gegen Mexiko am 16. Juni noch die Nerven behält, kann Prandelli aufatmen. Seine Sperre muss der Milan-Star nicht in Brasilien, sondern in der WM-Qualifikation im nächsten Spiel Anfang September gegen Bulgarien absitzen. Hinter Spitzenreiter Italien (14 Punkte) liegen die Bulgarien (10) in Gruppe B auf Platz zwei vor Tschechien (9).

KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 6 + 8?   
Autor
Bernhard Krieger, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. Juni 2013, 12:07 Uhr
    Aktualisiert:
    17. Dezember 2013, 17:50 Uhr