Kreuzer will mit HSV mal wieder die Schale hochheben

Hamburg (dpa)

Oliver Kreuzer heißt der Hoffnungsträger beim HSV. Der neue Sportdirektor will mit den Hanseaten in den Europapokal. Trotz der wirtschaftlichen Zwänge ist er optimistisch und glaubt an Titel.

  • Oliver Kreuzer steht nun im Dienste der Raute. Foto: Christian Charisius

    Oliver Kreuzer steht nun im Dienste der Raute. Foto: Christian Charisius

Oliver Kreuzer soll beim Hamburger SV der Mann mit dem richtigen Riecher und dem goldenen Händchen sein. Nach Fehlgriffen bei Transfers in der Vergangenheit fordert der verschuldete Fußball-Bundesligist einen Sportchef, der bei der Verstärkung des Teams Treffer landet.

«Der HSV ist ein großer Verein mit großer Tradition und großen Ansprüchen», sagte Kreuzer bei seiner Präsentation in der HSV-Arena. Der Vertrag des 47-Jährigen in Hamburg läuft zunächst über drei Jahre. «Wir wollen versuchen, nächstes Jahr international dabei zu sein», meinte der Hoffnungsträger und nannte als langfristiges Ziel Titel: «Es wäre schön, mal wieder die Schale hochzuheben.»

Mit der Verpflichtung Kreuzers hat sich der HSV unter Erfolgszwang gesetzt. Denn der frühere Profi des FC Bayern München kam den Hanseaten teuer zu stehen. Rund 600 000 Euro garantiert der Bundesligist dem KSC in Form von Ablöse und Einnahmen aus einem Freundschaftsspiel. Falls die Hamburger auf einem Europapokalplatz landen, können Prämien in Maximalhöhe von 300 000 Euro hinzukommen. Ursprünglich wollte der HSV lediglich 100 000 Euro für den umworbenen Manager berappen. Am Ende ist der badische Zweitliga-Aufsteiger als Sieger aus dem mehrtägigen Poker hervorgegangen und seinen ursprünglichen Forderung nach einer Million Euro recht nah gekommen.

Aus dem Vollen schöpfen kann Kreuzer in Hamburg nicht. Der Verein wird zum dritten Mal in Serie einen Millionenverlust schreiben. Nach der Verlängerung des Vermarktervertrages kann dieser zwar in den einstelligen Millionenbereich gedrückt werden, Geld für eine unbeschwerte Shopping-Tour auf dem Spielermarkt ist aber nicht da. «Der Verein unterliegt gewissen wirtschaftlichen Zwängen, aber das darf nicht zulasten der sportlichen Qualität gehen», sagte der gebürtige Mannheimer. Ob der angeblich von mehreren Vereinen umworbene Stürmer Heung-Min Son gehalten werden soll, ließ er offen. Mann müssen «den sportlichen Wert des Spielers und die wirtschaftliche Situation des Verein abwägen», meinte er.

Kreuzer, der partout zum HSV wollte und dem KSC deshalb 50 000 Euro seiner Aufstiegsprämie erließ sowie aus eigenem Portemonnaie weitere 50 000 Euro zur Ablösesumme beisteuerte, lobte seinen neuen Verein als «große Adresse». In puncto Strahlkraft stehe der Club «auf einer Stufe mit Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04», versicherte der einstige Abwehrspieler.

Dem neuen Sportchef wird Erfolgshunger, Menschlichkeit und Teamfähigkeit nachgesagt. Anders als sein Vorgänger Frank Arnesen verfügt er über Insiderkenntnisse in der Bundesliga und entsprechende Kontakte. «Ich habe ein sehr gutes Netzwerk in Deutschland und ganz Europa. Mein Notizbuch ist sehr dick», betonte er. Assistenten will er nicht mitbringen.

Mit Trainer Thorsten Fink liegt er auf einer Wellenlänge. «Wir kennen uns seit fast 20 Jahren», sagte er. Bei Red Bull Salzburg in Österreich haben sie gar als Sportdirektor (Kreuzer) und Co-Trainer (Fink) in der Saison 2006/07 zusammengearbeitet. Kreuzer: «Wir schätzen uns und passen ganz gut zusammen.»

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Autor
Franko Koitzsch, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juni 2013, 13:47 Uhr
    Aktualisiert:
    17. Dezember 2013, 18:46 Uhr