Fußball-Bundesliga: Bayers Absturz: Ein "Dämpfer zur richtigen Zeit"?
Nürnberg (dpa) NÜRNBERG Die gepeinigten Bayer-Bosse suchten ihr Heil in der Flucht, einzig der Trainer nahm den Nackenschlag im Rennen um die deutsche Fußball-Meisterschaft mit Fassung auf.
Leverkusens Torwart Rene Adler geht mit gesenktem Kopf über den Platz.
- Sambia schockt Ghana: Mit 1:0 ins Afrika-Cup-Finale
- Polnischer Supercup in Warschaus EM-Stadion abgesagt
- Klopp nimmt DFB in die Pflicht: Rasenheizung
- BVB nach 4:0 in Kiel im Pokal-Halbfinale
- Terry will weiter für England spielen
Ausgerechnet beim wenig heimstarken «Club» kassierte der haushohe Favorit im 25. Saisonspiel seine erste Niederlage und verlor kostbaren Boden auf Spitzenreiter Bayern München. «Die Leichtigkeit ist nicht mehr da. Die Niederlage ist ein Rückschlag für uns», sagte Jung-Nationalspieler Toni Kroos. Innerhalb von nur 14 Tagen ist der ehemalige Tabellenführer bis auf Rang 3 im Bundesliga-Klassement abgerutscht. «Wir haben vieles vermissen lassen. Wenn man so spielt, kann man nicht erfolgreich sein», gestand Heynckes nach dem lange lethargischen Auftritt ein. «Aber vielleicht war es ein Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt», meinte Stürmer Stefan Kießling.
Eerster Heimsieg seit viereinhalb Monaten
Ein Doppelpack des starken Eric Maxim Choupo-Moting (42./45.+1) und der Treffer von Mickael Tavares (55.) brachten den «Club» früh auf die Siegerstraße, der mit seiner überraschend forschen Ausrichtung reichlich Verwirrung stiftete. «Ich hätte sie nicht so offensiv erwartet», bekannte der frühere Nürnberger Kießling, der Bayer mit seinem 14. Saisontreffer in der 66. Minute nochmal herangebracht hatte. Erst danach wachten die schläfrigen Rheinländer auf, machten Druck und kamen durch Patrick Helmes (73.) nach einem Fehler in der Nürnberger Defensive noch zum Anschlusstreffer. Zu mehr aber reichte es nicht.
«Wir hatten in der Schlussphase zum ersten Mal in dieser Saison etwas zu verlieren. Aber wir haben Leverkusens Angriffe gemeinsam überstanden», sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking über den ersten Heimsieg seiner Elf seit viereinhalb Monaten. Dass «die hier erstmal gewinnen müssen», hatte der Coach schon vorab in der Mannschaftssitzung betont. Hecking imponierte die Entschlossenheit, mit der seine Schützlinge vorne agierten. «Wir haben nicht nur gekämpft, sondern auch Fußball gespielt», sagte der Coach.
Choupo-Moting greift in die Wunderkiste
«Es ist erfreulich, dass wir uns gegen eine Spitzenmannschaft so viele Chancen erspielt haben», meinte Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf. Und obwohl die Franken von Beginn an auf ihren mit Abstand besten Schützen Albert Bunjaku (Gelb-Rot-Sperre) und später auch auf den kopfballstarken Breno (Knieverletzung) verzichten mussten, zeigten sie sich vor dem Tor wesentlich effektiver als sonst. Entscheidenden Anteil daran hatte Choupo-Moting: Die 20 Jahre alte Leihgabe vom Hamburger SV müsse «schon tief in die Wunderkiste greifen, um eine Leistung wie diese zu toppen», bekannte Hecking.














