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Reine Kopfsache: Handball-Frauen gewinnen Stärke
Von Martin Kloth, dpa am 23. November 2009 13:45 Uhr
Knapp zwei Wochen vor Beginn der WM in China sind Siege für die deutschen Handball- Frauen reine Kopfsache. Mit dem 31:27-Erfolg in Schwerin gegen WM-Auftaktgegner Dänemark haben die Frauen um Kapitän Nina Wörz trotz prominenter Ausfälle an mentaler Stärke gewonnen.

«Es ist schön, dass wir gesiegt haben. Das ist gut für unser Selbstbewusstsein. Und ich gewinne immer gern gegen Dänemark», sagte die neue Nationalmannschafts-Chefin, die ihr Geld in der dänischen Liga bei Randers HK verdient. Und sie fügte optimistisch an: «Wenn wir noch einen draufsetzen, können wir Dänemark auch am 5. Dezember schlagen.»

Nina Wörz führt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auch bei den letzten beiden Tests am 26. November in Wuppertal und 27. November in Greven gegen die Niederlande sowie beim WM-Turnier vom 5. bis 20. Dezember aufs Parkett. Diese Aufgabe hat die Spielmacherin von der schwangeren Grit Jurack übernommen. Die Rekord-Nationalspielerin fehlt in China ebenso wie ihr Rückraum-Pendant Nadine Krause, die eine Schulteroperation außer Gefecht setzt. «Wenn zwei solche Leistungsträgerinnen fehlen, ist das ein herber Verlust. Aber da kann ich nicht depressiv werden. Wir haben eine gute junge Mannschaft», sagte Bundestrainer Rainer Osmann.

Ohne seine beiden Stützen läuft aber bei weitem noch nicht alles rund in seiner neu formierten Auswahl. «Die Wellentäler im Spiel müssen wir versuchen, in den Griff zu bekommen», forderte der Thüringer. Nach einer 17:10-Führung (28.) drohte am Ende sogar noch eine Niederlage, als der Vorsprung beim 28:27 (57.) auf ein Minimum zusammengeschmolzen war. «Wir sind über 60 Minuten noch nicht konstant», urteilte Wörz.

Als die Däninnen Tor um Tor aufholten, schwand bei den deutschen Spielerinnen die Gelassenheit - und damit auch die Treffsicherheit. «Die Chancenverwertung ist noch unser großes Manko», konstatierte Osmann. Daran wollen seine Frauen vor allem mit zwei Siegen gegen die Niederlande arbeiten. «Das ist reine Kopfsache. Wenn man im Kopf mental klar ist, klappt das auch», meinte Wörz.

Gegen die Däninnen setzte der Bundestrainer alle seine 13 Feldspielerinnen ein. Noch sucht er nach der idealen Formation. «Natürlich probiert der Bundestrainer aus. Wir müssen uns finden», erklärte die Leverkusenerin Anna Loerper. Das Zwischenfazit von Kreisläuferin Anja Althaus fiel positiv aus. «Wir sind schon recht weit. Wir haben die Neuen gut in die Mannschaft reingeholt», befand sie. Auch Osmann ist von seinem Kollektiv überzeugt und setzte ein erstes WM-Ziel: «Uns erwartet eine schwere WM-Vorrunde, aber wir haben Chancen, die Hauptrunde zu erreichen.»

 
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