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Medienhaus Lensing
31.07.2010 15:01 Uhr
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Westfalenpokal-Finale: Münster schafft den Titel-Hattrick

VERL Der Jubel fiel zwar verhalten aus. Und der Fokus liegt derzeit anderswo. Trotzdem: Das muss dem SC Preußen erstmal einer nachmachen. Zum dritten Mal in Serie gewann der SC Preußen am Samstagnachmittag den Westfalenpokal. Das nachgezogene Finale beim Regionalliga-Rivalen SC Verl endete mit 4:1 (1:0) für den Favoriten.Von Thomas Rellmann

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So sehen Sieger aus: Der SC Preußen Münster ist zum dritten Mal in Folge Westfalenpokal-Sieger und ließ sich entsprechend feiern. (Foto Christoph Ueberfeld)

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Sicherlich war es eine etwas skurrile Situation, dass eine komplett umgekrempelte Truppe den Wettbewerb, in dem die alte Mannschaft noch die Vorarbeit geleistet hatte, vollendete. Doch die Gewissheit, eine über weite Strecken sehr sattelfeste Defensive zu besitzen und vorne auf alles eine Antwort zu kennen, stand ohnehin im Vordergrund bei dieser Partie. Sie war halb Test, halb Endspiel. Beide Kontrahenten waren ja längst für den DFB-Pokal qualifiziert.

Passende Reaktion

Trainer Marc Fascher gab sich nach Spielschluss sehr einverstanden: "Ich bin froh, dass wir heute nochmal so gefordert wurden. Die ersten 25 Minuten waren okay, danach haben wir nachgelassen. Die Reaktion nach dem 1:1 war allerdings sehr gut. Und insgesamt war das schon sehr ordentlich." Gleichzeitig schickte der 41-Jährige eine Warnung an seine erste Elf hinterher, sich der Stammplätze nicht zu sicher zu sein: "Für einige ist es ein Tanz auf der Rasierklinge. Dahinter lauern hungrige Wölfe."

Der Coach schickte wie erwartet die gleiche Formation im 4-2-3-1 ins Rennen wie beim überzeugenden 1:0-Test gegen Zweitligist Energie Cottbus. Mit einer Ausnahme: Im Tor stand Manuel Lenz statt David Buchholz. Es ist seine Wunschelf, die wohl auch in einer Woche zum Ligastart in Wuppertal auflaufen wird.

Schnellstart

Und das Team betrieb von Beginn an Eigenwerbung, kombinierte flüssig und war im Gegenstoß hellwach. Zur Führung benötigte es aber die Hilfe von Verls Keeper Milos Mandic, der die Kugel völlig unbedrängt Julian Loose in den Fuß spielte. Der legte per Vollspann quer auf Sercan Güvenisik, der in der Mitte wenig Mühe beim 1:0 hatte (8.). Die Hintermannschaft der Hausherren war ja komplett aufgerückt. Zu der zählte auch Preußens Ex-Kapitän Rino Capretti. Und der 28-Jährige hatte nach einer von zahlreichen Ecken der Anfangsphase die erste Chance per Kopf (12.) für den SC.

Münster schien die Partie dennoch im Griff zu haben, dosierte die eigenen Attacken aber erstmal und hatte Glück, dass Fabian Großeschallau an einer Flanke um Millimeter vorbeiflog (24.). Die beste Preußen-Chance vor der Pause besaß Güvenisik (31.), der nach einem Steilpass am Sechzehner frei auf Mandic traf, die Kugel aber vorbeilegte. Und auch Loose hatte bei einem Konter die Gelegenheit zum 2:0 (40.), diesmal hatte Güvenisik ihn bedient.

Passivität bestraft

Nach der Pause stellten die Gäste das Offensivbemühen erstmal weitgehend ein - vielleicht in der Gewissheit, dass Verl bis dato trotz mehr Ballbesitz wenig Gefahr ausstrahlte. Die Passivität rächte sich schnell. Neu-Spielführer Stefan Kühne verlor den Ball am Mittelkreis, ließ sich von Youngster Bastian Müller auch noch düpieren. Die Kugel landete bei Jeton Arifi, dessen Direktabnahme an der Strafraumkante zappelte plötzlich im Netz. Ganz unhaltbar für Lenz schien das 1:1 (57.) nicht. Der Keeper war noch dran.

Wenn der Ausgleich etwas Gutes hatte, dann dass der SCP nun wieder mehr für den Vorwärtsgang tat. Loose scheiterte nach Doppelpass mit Jürgen Duah (62.) nur knapp. Mehr Fortune hatte zwei Minuten später Daniel Chitsulo. Güvenisik legte klasse ohne zu schauen ab und der Neuzugang schob den Ball unter Mandic zum 2:1 ins Tor (64.). Loose hätte sogar nachlegen müssen (67.), doch das übernahm Sekunden später Güvenisik. Und wie! Ein Wahnsinnstor. Duah flanke, Loose scheiterte an Mandic, doch den Abpraller drückte Münsters Starstürmer mit dem Rücken zum Tor per Hacke über den Keeper ins Netz. Herrlich!

Es war jedenfalls die Entscheidung. Bei mehreren Kontern hätten die Preußen das Ergebnis noch ausbauen können. Verl fiel bis auf einen Schuss von Lars Schröder (85.) nichts mehr ein, so ging der Sieg vollkommen in Ordnung. Jonathan Bourgault gelang sogar nach einem Missverständnis zwischen Mandic und Andreas Saur das 4:1 (87.). Es war nicht einmal zuviel des Guten.

SCV: Mandic - Brinker, Capretti, Saur, Kaminski - Großeschallau (84. Gaudian), Müller (65. Bömer-Schulte), Leenemann, Bluhm (69. Schröder) - Arifi, Bertels
SCP: Lenz - Duah, Kirsch, Halet, Huckle - Bourgault, Kühne - Loose, Kara (85. Glöden), Chitsulo (88. N'diaye) - Güvenisik (73. Lorenz)
Tore: 0:1 Güvenisik (8.), 1:1 Arifi (57.), 1:2 Chitsulo (64.), 1:3 Güvenisik (67.), 1:4 Bourgault (87.)
Zuschauer: 750
 

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