Medienhaus Lensing
FC Schalke 04
21.02.2013 22:54 Uhr
Schriftgröße: A A A

Sead Kolasinac: Scheu vor Kameras, forsch auf dem Platz

ISTANBUL Der Blick war zum Boden gerichtet, der Schritt wurde immer schneller. Sehe ich sie nicht, sehen sie mich auch nicht, schien sich Sead Kolasinac gedacht zu haben, als er nach dem 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Galatasaray Istanbul durch den Pulk der Journalisten hindurch zum Mannschaftsbus gehen musste.von Jörg Strohschein

«
1/1
»

Galatasarays Superstar Didier Drogba im Duell mit dem Schalker Sead Kolasinac.  (Foto: Tolga Bozoglu)

Artikel aus diesem Ressort
BVB-Fieber in Wembley und Dortmund: Wie ist die Stimmung bei den Fans in London? Was passiert in der Heimat? Mit uns verpassen Sie nichts: Unsere Reporter tickern rund um die Uhr und live vor Ort.
Damit Sie nichts verpassen: BVB-Extra, der Mail-Newsletter nach jedem Ligaspiel des BVB. Mit allen Infos rund um die aktuelle Begegnung.
Der Schalker Verteidiger wehrte sämtliche Frageversuche ab, indem er sie schlicht ignorierte. Nicht einmal das klubeigene Fernsehen, bei dem er keinerlei kritische Fragen zu beantworten hätte, hat es in den vergangenen Wochen geschafft, den 19-Jährigen dazu zu bewegen, ein paar Sätze für die Öffentlichkeit zu sagen. So auch nicht an diesem Abend in Istanbul. So scheu, geradezu ängstlich sich Kolasinac in dieser Disziplin in seinem Leben als junger Berufsfußballer (noch) gibt, umso forscher geht er auf dem Fußballplatz vor. Der gebürtige Karlsruher mit bosnischen Wurzeln, der seit Saisonbeginn im Kader der Schalker Profis steht und die A-Jugend 2012 als Kapitän zur deutschen Meisterschaft geführt hatte, hatte den Türken die Stirn geboten.

Er hatte die Galatasaray-Stars Wesley Sneijder und Didier Drogba genauso unbarmherzig auf dem Feld bearbeitet wie alle anderen weniger namhaften türkischen Spieler, die in seine Nähe kamen. Auch ein Zusammenprall mit Drogba mit dem Kopf in der ersten Hälfte, der bei Kolasinac Schwindelgefühle auslöste und seine Sehfähigkeit beeinträchtigte, konnten ihn nicht stoppen. Er wollte seine Chance nutzen, die er aufgrund der Formschwäche des linken Verteidigers Christian Fuchs bekam. Kolasinac versuchte seine Gegenspieler aus dem Spiel zu nehmen, aber auch die Fehler seiner Kollegen auszubügeln. Es gelang ihm sehr viel, wenn auch nicht alles. „Sead hat ein überragendes Spiel gemacht. Nach dem Zusammenprall hat er sich zwei-, dreimal geschüttelt und dann einfach weitergespielt“, lobte Trainer Jens Keller das Talent geradezu überschwänglich.

Der 42-Jährige hatte sich getraut, Kolasinac in diesem von 50.278 Zuschauern emotional aufgeheizten Stadion zu vertrauen. Dieser Mut wurde belohnt. Die Mannschaft hatte sich an diesem Abend, anders als in so vielen Spielen zuvor und bei den immer noch großen Problemen in der Defensive, immerhin als Team präsentiert. Auch weil ein Team-Spieler wie Kolasinac daran mitwirkte. „Das sind die Spiele, für die man als Fußballer lebt“, sagte Marco Höger. „Aber wir müssen auch in der Bundesliga so weitermachen.“ Weshalb es diese Diskrepanz zwischen der europäischen Königsklasse, in der die Schalker bisher ungeschlagen sind, und dem Alltag Bundesliga gibt, ist für die Spieler nicht erklärbar. „Das spielt sich in der Hinterköpfen ab. Das ist kurios. Man gerät einfach in eine Negativspirale. Man weiß nicht so recht wie, und man weiß auch nicht, wieso man da dann plötzlich wieder herauskommt“, sagte Höger. Die Schalker Spieler und Verantwortlichen haben nach diesem vielversprechenden Auftritt die Hoffnung, dass die Mannschaft den Tiefpunkt ihrer Krise endlich durchschritten hat und es jetzt dauerhaft wieder aufwärts geht. „Das wird sich zeigen. Es war auch nur ein Unentschieden. Wir müssen auch mal wieder gewinnen“, sagte Manager Horst Heldt, der zwar einen positiven Trend erkennen konnte aber noch lange keine endgültige Genesung des Patienten aus dem Ruhrgebiet ausrufen wollte. „Die Champions League ist eine ganz andere Geschichte“, räumte Jermaine Jones ein, der im Rückspiel gegen Istanbul gesperrt sein wird, weil er seine dritte gelbe Karte gezeigt bekam. Allerdings nicht für ein Foulspiel, sondern, weil er eine Strafe für seinen Gegenspieler forderte. „Aber dann kann ich in der nächsten Runde wieder dabei sein“, sagte der Mittelfeldspieler. Jones schien überzeugt davon zu sein, dass seine Kollegen die Aufgabe am 12. März in Gelsenkirchen lösen werden und die Schalker Europa-Reise mindestens bis ins Viertelfinale weitergeht.
"Mein Schalke-App"

Schalke auf Ihrem iPhone

Immer nah dran an Ihrem Verein: Alle News, alle Tore, alle Spiele ganz exklusiv auf Ihrem iPhone. mehr...

Kein Spiel verpassen
Das Logo des FC Schalke 04 prangt auf einer Fahne.

Schalke-Tickets online kaufen

Keine Dauerkarte? Keine Zeit, zum Ticketshop zu laufen? Jetzt Karten fürs nächste Schalke-Duell online sichern! mehr...

Meistgelesen | Schalke 04

Schalke 04

1

Schirak Gjumri und Sheriff Tiraspol

Anspruch

GELSENKIRCHEN Wenn am 9. August die Play-off-Spiele für die Champions League ausgelost werden, darf der FC Schalke 04 als gesetzte Mannschaft auf eine lösbare Aufgabe hoffen. Denn die Königsblauen haben mit 84,922 hinter dem FC Arsenal London und dem AC Mailand den dritthöchsten UEFA-Koeffizienten. mehr...

Zwischen-Saison

2

Heldt bastelt am neuen Schalker Kader

Anspruch

FREIBURG Heute gehen die Spieler des FC Schalke 04 auf Reisen. Am Abend spielen Höwedes und Co. in Malmö, während sie am Freitag zu Gast in Skopje sind. Danach ist Urlaub bis zum 26. Juni angesagt. Einen Tag später findet das erste Training statt. mehr...

Villa leergeräumt

3

Rudi Assauer bittet Fans um Hilfe

Rudi Assauer

GELSENKIRCHEN Neuer Schicksalsschlag für Rudi Assauer: Als Schalkes an Demenz erkrankter Ex-Manager die Schlüssel seiner Villa zurückerhielt, in der bis vor kurzem seine Ex-Frau wohnte, fand er sie leer vor. mehr...

Interview

4

Christoph Metzelder über sein Karriereende

Christoph Metzelder verkündete vor einer Woche sein Karriereende nach dieser Saison. Wegen vieler hartnäckiger Verletzungen könne er "leistungsmäßig" nicht  mehr mithalten.

GELSENKIRCHEN Er gehörte beim Bundesliga-Finale in Freiburg zwar nicht zum Schalker Kader, doch Christoph Metzelder ließ es sich natürlich nicht nehmen, live vor Ort mit zu zittern und die Daumen zu drücken, bis der Schalker 2:1 (1:0)-Erfolg unter Dach und Fach war. Im Interview zieht Metzelder Bilanz seiner Karriere. mehr...

Bilanz

5

Draxler und Huntelaar schossen jeweils zehn Tore

Vollstrecker

Gelsenkirchen Die abgelaufene Bundesliga-Runde war für Schalke 04 voller Höhen und Tiefen. Das zeigt auch die Bilanz: Erzielten in der Vorsaison noch 14 Spieler 74 Tore, trafen nun 17 Spieler nur 58-mal. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar lief seiner Form hinterher: Nach 29 Treffen 2011/12 war er nun nur zehnmal erfolgreich. mehr...

DFB-Museum in Dortmund

Eine Tour durch die Welt des Fußballs

Fußball-Fans können sich jetzt schon freuen, denn das Fußball-Museum des DFB kommt nach Dortmund! 2014 wird es eröffnet. mehr...


Lade TED
 
Abstimmung wird geladen, bitte warten...
 


Top-Links
Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
MünsterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | immo.RuhrNachrichten.de