Raul endlich da: Die Chronik eines verrückten Schalker Tages
GELSENKIRCHEN Superstar Raúl wechselt wirklich zum FC Schalke 04 – wie ein Lauffeuer verbreitet sich diese Nachricht am Mittwoch unter den königsblauen Anhängern. Das Protokoll eines außergewöhnlichen Schalke-Tages.
Endlich auf Schalke: Raúl kam als Letzter zum Training. (Foto: dpa)
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11.00 Uhr: Ein Boulevard-Blatt beschließt, einen Internet-Liveticker einzurichten, um jede Bewegung Raúls genau zu dokumentieren.
14.45 Uhr: 150 Journalisten, darunter 30 Fernsehteams, stehen vor Tunnel 4 der Arena und warten auf Einlass. Die Personenkontrollen sind so stark wie lange nicht mehr.
15:05 Uhr: Im Arena-Mittelkreis liegt ein blauer Teppich. Fünf Monitore mit der Aufschritt „Bienvenido, Raúl“ sind zu sehen. Presse, Funk und Fernsehen werden Plätze zugewiesen.
15:11 Uhr: Circa 1000 Fans sind live vor Ort, um Raúl zu empfangen. Einige schwenken spanische Flaggen.
Fotostrecke Raul-Präsentation auf Schalke
15:14 Uhr: „Königsblauer S04“ – das Kultlied wird gespielt. Auf dem Videowürfel läuft ein Film: Raúls Karriere im Zeitraffer.15:18 Uhr: Trainer Felix Magath und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies betreten total stolz und fast staatsmännisch wirkend die Arena. Beide haben ein S04-Trikot mit der Nummer 7 in der Hand.
15:20 Uhr: Die Präsentation eines Fußballers, wie sie Schalke noch nie praktiziert hat, erreicht ihren Höhepunkt: Raúl (weißes Hemd, graue Hose, schwarze Jacke) geht durch ein Spalier von Kindern. Die Fans sind nicht zu halten, feiern den Spanier mit Sprechchören.
15:24 Uhr: Raúl soll sofort ein gutes Stück Schalke Tradition kennen lernen. Jürgen Saam und Uwe Pankowski, zwei Bergleute der Zeche Auguste Victoria in Marl, überreichen ihm ein Stück Kohle. Es dient als Glücksbringer.
15:30 Uhr: Die Fragerunde mit Moderator Gregor König, der im Boxsport zu Hause ist (das merkt man...), startet nun. „Ich wollte nach meiner Madrider Zeit unbedingt eine Auslands-Erfahrung machen. Schalke war der Klub, der sich am meisten um mich bemüht hat“, sagt Raúl. Magath preist ihn in den höchsten Tönen: „Er lebt für die Mannschaft. Ich habe nicht geglaubt, dass es solch einen Spieler in der heutigen Zeit noch gibt.“
Gleichzeitig räumt der Schalke-Trainer der Entwicklung von Raúl höchste Priorität ein: „Solch eine Karriere darf hier keinen Knick erhalten. Das würde ich mir persönlich anlasten!“ Magath räumt Raúl indirekt Sonderrechte ein: „Er wird nicht so behandelt wie jeder andere.“
16:46 Uhr: Raúl kommt als Letzter zum Training. Jede gelungene Aktion des Superstars wird von 2000 Fans gefeiert. Als Raúl gefoult wird, gibt es ein Pfeifkonzert. Der Neue steht offensichtlich schon unter Artenschutz…













