Hundt gewinnt Hawaii-Reise: "Jetzt seid Ihr Triathleten"
DORTMUND Am 4. Juli 2010 um 14.16 Uhr sind all die Qualen der vergangenen Monate vergessen: RN-Leser André Hundt biegt auf die Zielgerade ein. Er lacht. Er schreit. Er ballt die rechte Faust. Nach 2:21,22 Stunden bleibt die Uhr stehen. Um Hundt herum ist nur Jubel.
Sieger des Triathlon Duells: André Hundt. (Foto: Schuetze)
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Am Anfang stand eine Leistungsdiagnostik, die schonungslose Analyse des Ist-Zustandes eines Untrainierten. Dann übernahm Trainer Oliver Hahn, ein Schleifer mit Plan. Als Hundt am vergangenen Sonntag das Ziel erreichte, lagen mehr als 225 Trainingskilometer im Wasser, 2000 im Sattel und 800 in Laufschuhen hinter ihm. Wie im Traum ging es durch den Ausdauer-Tunnel. Bis ins Ziel.
Weil Hundt als erster der Triathlon-Duellanten ankam, fliegt er im Oktober nach Hawaii. Zum berühmten Ironman. „Ich nehme meinen Bruder mit. Das wird der Wahnsinn. Ich bin total dankbar – nicht nur für die Reise, vor allem für das Gruppen-Erlebnis während der letzten Monate. Es hat viel Spaß gemacht!“
Schmolke: "Einfach nur unfassbar"
RN-Redakteur Sascha Fligge gewann als Zweiter des Duells ein Giant-Zeitfahrrad, leitete es aber direkt an die beste Frau im Feld weiter: Nina Schmolke. Die Grafikerin hatte ihr eigenes Ziel – 3:10 Stunden – um sage und schreibe 25 Minuten unterboten und war als blutige Anfängerin im Feld erfahrener Triathletinnen Dritte in Ihrer Altersklasse geworden. „Diese Zeit hätte ich nie und nimmer erwartet. Was Coach Olli mit Geduld aus uns Couch-Potatoes gemacht, ist einfach nur unfassbar“, sagte sie.
Mit Ausnahme des verletzungsbedingt ausgestiegenen Redakteurs Björn Herrmann erreichten alle Teilnehmer des „Triathlon Duells“ das Ziel. Auch Lokalredakteur Constantin Blaß, der wegen beruflicher und privater Überlastung im Mai das Handtuch geworfen hatte.
Blaß beißt sich durch
Morgens um 10 Uhr baute Blaß am vergangenen Sonntag doch noch sein Rad in der Wechselzone auf und sagte: „Die Blöße gebe ich mir nicht. Ich probier‘s!“ Trotz eines Trainingsedfizits erreichte er als 158. der Männer-Gesamtwertung in 3:04,38 Stunden völlig ausgelaugt das Ziel. „Ich kann nicht mehr, bin am Ende, aber auch stolz. Erinnert mich daran, dass ich nie wieder Ja sage, wenn jemand fragt, ob ich bei so einer Aktion mitmache“, stammelte Blaß, während seine Uhr 180 Schläge pro Minute anzeigte.
Das Wetter hatte es unseren Anfängern nicht leicht gemacht. Wegen der (zu) warmen Wassersuppe im Dortmund-Ems-Kanal (23 Grad) mussten sie die 1500 Meter vor hunderten Zuschauern ohne den Auftieb spendenden Neoprenanzug zurücklegen – für schwächere Schwimmer ein riesiger Nachteil, und von der Sorte gab es in den beiden Ruhr Nachrichten-Teams einige. Christoph Nowack etwa war vor sieben Monaten nicht in der Lage, auch nur 25 Meter am Stück zu kraulen. Nun also 1500 Meter – und das ganz ohne Neopren.
„Ich habe unglaublichen Schiss“, sagte er kurz vor dem Start, verhedderte sich während des Rennens in den Tauen der Wendepunkt-Bojen, hielt aber durch und erreichte in 2:40,38 Stunden das Ziel. „Ein Traum. Ich hab‘s echt geschafft. “, sagte Nowack und zog Bilanz: „Das war das härteste, was ich in meinem Leben je gemacht habe!“ Auf dem monatelangen Trainings-Weg verlor er acht Kilogramm. Also exakt das Gewicht des Gewinner-Rennrades von André Hundt…
Fast 30 Grad Tropenhitze
Die größte Schwierigkeit für fast alle Teilnehmer war beim Showdown am Sonntag der zweite Wechsel und das, was danach kam. Im Wasser hatte die Schwerkraft den Körper noch entlastet, auf dem Rad der Wind für Erfrisschung gesorgt – aber plötzlich stand die Luft auf der Laufstrecke, die Oberschenkel waren dick und übersäuert, erstmals musste das eigene Gewicht selbst getragen werden. Ein Alptraum bei fast 30 Grad tropischer Hitze!
„Meine Bestzeit über zehn Kilometer liegt bei rund 43 Minuten. Im Rahmen des Triathlons war alles unter 50 für mich aber völlig illusorisch. Dieses Laufen war eine ganz neue Sportart“, sagte RN-Redakteur Jürgen Koers. Wie ihm ging es auch Marc Dittgen und Sascha Fligge im Fredenbaumpark. Sie nahmen den Wald trotz lauter Bäumen nicht wahr, liefen mit Tunnelblick ins Ziel und legten sich dort in einen mit eiskaltem Wasser gefüllten Pool.
Alle, die angetreten waren, meisterten die größte sportliche Herausforderung ihres Lebens. „Jetzt seid ihr Triathleten“, sagte Trainer Oliver Hahn unter dem Applaus der RN-Teilnehmer. „Irgendwie“, meinte Gewinner André Hundt, „ist es auch schade, dass nun alles vorbei ist.“
Ist es ja nicht. Sechs von elf Triathlon-Novizen wollen vor allem eines: weitermachen mit der Schinderei.
- Das Ruhr Nachrichten-Team bedankt sich bei den Dortmunder Tri-Geckos – speziell bei Trainer Oliver Hahn – und allen Triathlon Duell-Partnern für die Unterstützung während der vergangenen sieben Monate.















