Interview mit Bernhard Schwank: "Wir können auf ein olympisches Erbe verweisen"
MÜNCHEN „Bei diesem Wettbewerb gibt es nur eine einzige Medaille – und das ist die Goldmedaille“, sagt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Gemeint ist der Kampf um die Olympischen Winterspiele 2018, München hat gerade seinen Hut in den Ring geworfen, wir sprachen mit Bernhard Schwank, dem Geschäftsführer der Bewerbungs-Gesellschaft.
Möchte Olympia 2018 nach München holen: Bernhard Schwank.
Bernhard Schwank: Da muss ich etwas ausholen, es gibt viele Gründe. Wir haben ein kompaktes, innovatives und nachhaltiges Konzept, das vor allem den Sportlern allerbeste Bedingungen bietet. Wir können auf das olympische Erbe verweisen, die Sommerspiele 1972 ebenfalls in München. Es wäre das erste Mal, dass Winter- und Sommerspiele in einer Stadt stattfinden. Und wir können gerade auch den Olympiapark nach dann 26 Jahren wieder einbinden.
Wie sehr passt der Wintersport nach München?
Schwank: Es geht um München mit den Eiswettbewerben, um Garmisch-Partenkirchen mit den Schneewettbewerben und den Königssee mit Bob und Rodeln, das passt perfekt. Und vor allem können wir in diesem Land auf eine wirklich riesige Begeisterung für den Wintersport verweisen, einmalig in der Welt. Die Tradition und das kulturelle Angebot der Stadt München sind ohnehin beispielhaft.
Wird es noch mehr Konkurrenten geben als das südkoreanische Pyeonchang und das französische Annecy?
Schwank: Davon gehe ich eigentlich nicht aus. Ich werde auch keine Rangfolge über das Gewicht der Mitbewerber geben. Pyeonchang ist zweimal nur knapp gescheitert, sie sind ein sehr ernst zunehmender Konkurrent.
Sie haben in Kopenhagen die Wahl von Rio für die Sommerspiele 2016 verfolgt, Ihr erster Gedanke?
Schwank: Ich habe mich gefreut, weil sie ein wirklich überzeugendes Konzept vorgelegt haben. Es war die absolut richtige Entscheidung, Südamerika hat noch nie Sommerspiele austragen dürfen.
Gleichzeitig hat Madrid verloren, erhöht das Ihre Chancen?
Schwank: Das ist viel Spekulation. Das IOC weiß sehr wohl zwischen Winter- und Sommerspielen zu unterscheiden. Und es gibt keine Regularien, die eine kontinentale Rotation vorschreiben. Aber verschlechtert hat es unsere Aussichten nicht.
Michael Vesper, der Generalsekretär des DOSB, hat gesagt, der Kampf um München geht jetzt erst richtig los...
Schwank: Es ist sicher so, dass die Zeit bis zur endgültigen Vergabe am 6. Juli 2011 in Durban gar nicht mehr so lang ist. Deshalb arbeiten wir auch schon seit einem Jahr unter Hochdruck.
Preiswert ist eine solche Kampagne ja sicher nicht...
Schwank: Wir sind am Anfang von 230 Millionen Euro ausgegangen, daran orientieren wir uns bis heute immer noch.
Wo kommt das Geld her? Es dürfte doch in diesen wirtschaftlich unruhigen Zeiten schwer fallen, Förderer zu finden?
Schwank: Natürlich ist es schwierig geworden, Partner zu finden. Aber wir sind auf einem guten Weg, konnten mit der Sparkassen-Finanzgruppe, dem Autokonzern BMW und dem Flughafen München schon drei potente Förderer gewinnen (insgesamt 10 Mio., die Red.). Und wir stehen weiter in zuversichtlichen Verhandlungen.
Wie wichtig wird es sein, den guten Ruf, den Deutschland bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen genießt, in den Vordergrund zu rücken?
Schwank: Natürlich ist das sehr wichtig. Die perfekte Organisation großer Events in diesem Land ist zum Glück hinlänglich bekannt. Vor allem wollen wir die Sportbegeisterung und die Fairness rüberbringen. Wir wollen der Welt vermitteln, dass die Sportler willkommen sind, dass sie hier die Bühne bekommen, die sie verdienen.
Thomas Bach spricht schon jetzt von Neugier und Sympathie, die der Bewerbung entgegengebracht wird. Spüren Sie das auch schon?
Schwank: Aus vielen Gesprächen kann ich das nur bestätigen. Es gibt eine offene, positive Grundhaltung, es besteht ein großes Interesse.
Hat diese Aufbruchstimmung auch schon die Bevölkerung erfasst?
Schwank: Wir stehen erst am Anfang. Es geht auch darum, das Feuer der Begeisterung nicht zu schnell nach oben zu treiben. Aber nach einer Umfrage liegt die Zustimmungsrate bei 80,5 Prozent. Das kann sich nun wirklich sehen lassen.
Was konnten Sie aus den verpatzten Bewerbungen um Sommerspiele lernen?
Schwank: Es geht schon um die Art und Weise, wie die Bewerbung auf den Weg gebracht wird. Vor allem geht es um eine enge Kooperation mit dem DOSB, der Stadt München, der Bundes- und Landesregierung. Das muss passen, das muss letztlich überzeugen.















