Fan-Konferenz mit Jens Todt: Nicht auf der Vergangenheit ausruhen
BOCHUM "Wir haben keine schwierigen Fans", betonte Jens Todt bei der vierten Fankonferenz der Initiative "Wir sind VfL". Rund 80 Anhänger des Vereins diskutierten in der Riff-Halle mit dem neuen Sportvorstand des VfL Bochum.
Andreas Wiemers (li.) von der Fan-Initiative "Wir sind VfL" hatte Bochums Sportvorstand Jens Todt auf dem Podium, der keine Antwort schuldig blieb. (Foto: Laumann)
Todt war sichtlich bemüht, das in der Vergangenheit zum Teil auch von Vereinsseite gezeichnete Bild des überkritischen Bochumer Publikums zu relativieren. "Ich finde es völlig normal, wenn die Anhänger in der momentanen Situation massiv enttäuscht sind", betonte er. Sachliche Kritik sei durchaus erwünscht. "Jeder Fan, der sich mit uns auseinandersetzt, ist für uns ein Gewinn."
Nicht mit Kritik gespart
Dass es ihm mit dieser Haltung ernst ist, konnte Todt auf der rund zweistündigen Veranstaltung ausführlich unter Beweis stellen. Das Publikum der Fankonferenz, an der auch VfL-Aufsichtsratsmitglied Frank Goosen und der Vorstandsvorsitzende von RW Essen und ehemalige VfL-Mitarbeiter, Michael Welling, als Redner teilnahmen, sparte nicht mit Kritik in Bezug auf die aktuelle sportliche Talfahrt des Zweitligisten.
Dass die Atmosphäre dabei immer fair und sachlich blieb, lag ebenso an den Fragestellern wie auch an Todt, der keine Antwort schuldig blieb. Einige Meinungsverschiedenheiten zwischen Sportvorstand und Fans ließen sich allerdings nicht überbrücken, insbesondere mit Blick auf Trainer Friedhelm Funkel, der von einigen Rednern aus dem Publikum vehement kritisiert wurde.
Funkel ein seriöser Trainer
Todt stellte sich vor den Übungsleiter, den er als "seriösen und integren Trainer, der seinen Job gut und ernsthaft macht", bezeichnete. Allerdings räumte der ehemalige Profi ein, dass die aktuelle sportliche Lage "brisant" sei. Er gehe aber davon aus, dass Trainer und Mannschaft noch die Wende schaffen könnten.
Auch aus Todts Sicht gibt es auf diesem Weg noch viel zu tun. "Attraktiver spielen", wie es in den Partien gegen St. Pauli und Fürth zum Teil zu sehen gewesen sei, müsse die Mannschaft. Zudem sollten Erfolge der Vergangenheit keine Rolle mehr spielen: "Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass wir in der vergangenen Saison eine tolle Serie hatten", erklärte der VfL-Sportvorstand, "so etwas gelingt einem wohl nur alle zehn Jahre ein Mal".










