1:4 im B1-Derby: Bochum nähert sich dem Rotlichtviertel
BOCHUM Nach nunmehr zwei 1:4-Niederlagen in Folge rückt Heiko Herrlichs VfL Bochum wieder näher an das Rotlichviertel der Liga heran. Unterdessen zementierte Borussia Dortmund nach dem klaren Sieg an der Castroper Straße ihre Ambitionen auf eine Europa-League-Teilnahme.
Kassierte vier Tore: Philipp Heerwagen. (Foto: dpa)
Zidan trifft schon wieder
In Bochum machte der BVB während der ersten Hälfte kurzen Prozess mit dem Gastgeber, der seine anfängliche Kompaktheit nach Maltritz’ Eigentor (18.; Vorarbeit: Sebastian Kehl und Nuri Sahin) verlor und neun Minuten später nach einem Klasse-Solo des rechten Flügelflitzers Jakub Blaszczykowski und Mohamed Zidans präzisem Abschluss gar mit 0:2 ins Hintertreffen geriet (27.). Bochum hatte der individuellen und athletischen Klasse der Borussen anfangs wenig entgegenzusetzen. Im eigenen Stadion verzeichnete der VfL bis zur Pause mickrige 34,1 Prozent Ballbesitz und verlor 66,6 Prozent aller Kopfballduelle.
Zu allem Überfluss verlor Bochum in der 33. Minute auch noch seinen bis dahin besten Spieler: Der defensive Mittelfeldmann Milos Maric trat gegen Blaszczykowski nach – Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte ihm die Rote Karte.
Holtby tunnelt Weidenfeller
Erstaunlicherweise büßte der BVB erst in Überzahl an Dominanz ein. Stanislav Sestaks Schuss flog nur knapp am Dortmunder Tor vorbei (40.) und Lewis Holtby – während der ersten Hälfte von Patrick Owomoyela ausgeschaltet – feuerte immerhin einen strammen Distanzschuss ab, der das Gehäuse allerdings verfehlte (49.).
Fünf Minuten später wurde Bochums Neuzugang präziser: Der eingewechselte Mimoun Azaouagh (er kam für den bemerkenswert schwachen Joel Epallé) spielte einen Pass in die Tiefe, der nun deutlich offensivere Holtby nahm ihn auf und ließ Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller keine Chance (53.). Dortmund, dessen Mittelfeldspieler Nuri Sahin seine fünfte Gelbe Karte sah (59.), verlor zwischenzeitlich völlig die Kontrolle über das Spiel Trainer Jürgen Klopp reagierte, brachte in Tamas Hajnal (63., für Zidan) einen Mann, der den Ball auch in kritischen Situationen behaupten kann und tauschte Blaszczykowski gegen den Paraguayo Nelson Valdez (65.).
Der fußballerisch abermals maßlos enttäuschende Torjäger Lucas Barrios – defensiv vornehmlich mit Alibi-Aktionen, in der Vorwärtsbewegung das Stoppschild vieler BVB-Angriffe – durfte dagegen weiter auf dem Rasen bleiben. Und ausgerechnet in einer Phase, in der sein Akku für jedermann offensichtlich restlos entleert war, bugsierte der Argentinier einen auf dem Silbertablett servierten Pass nach bösem Schnitzer des Bochumers Anthar Yahia über die Linie (74.) und besorgte wenig später sogar den 4:1-Endstand (77.).











