Serie gerissen: VfL unterliegt in Wolfsburg 1:4
Wolfsburg (dpa) WOLFSBURG Vierter Sieg in Serie und ein überragender Edin Dzeko - der VfL Wolfsburg nähert sich wieder seiner Meisterform. Auch der VfL Bochum konnte die «Wölfe» in der Fußball-Bundesliga nicht stoppen und wurde trotz der Führung durch Paul Freier (28. Minute) am Ende 1:4 (1:0) überrollt.
Der Bochumer Holtby (r) behauptet den Ball gegen Wolfsburgs Pekarik (l) und Josue.
«Wir müssen sehen, dass wir so viele Spiele wie möglich gewinnen. Dann schauen wir, was am Ende dabei heraus kommt», sagte Matchwinner Dzeko nach seinen Saisontoren elf und zwölf zur Aufholjagd des Meisters. «Der Sieg geht in Ordnung, wir konnten dem Druck nicht standhalten», bekannte Gäste-Trainer Heiko Herrlich. Für Bochum ging die Serie von zuletzt acht Spielen ohne Niederlage zu Ende.
Freier netzt zur Führung ein
Dabei hatte es zunächst wieder nach einer Überraschung der Westdeutschen ausgesehen. Wolfsburg konnte zu Beginn auf dem nach heftigen Schneefällen rutschigen Rasen nicht wie zuletzt sein druckvolles und schnelles Kombinationsspiel aufziehen. Die Führung der Gäste fiel allerdings überraschend und resultierte aus einem Fehler von Andrea Barzagli, der bei einem Abwehrversuch nur halbherzig klärte und Freier den Ball vor die Füße spielte. Der Mittelfeldspieler ließ mit seinem Schuss VfL-Keeper Marwin Hitz keine Chance. Barzagli war allerdings bereits angeschlagen. Der Italiener hatte kurz zuvor die Hacke von Bochums Angreifer Vahid Hashemian in den Rücken bekommen und sich dabei eine Prellung zugezogen.
Wolfsburg Interimscoach Lorenz-Günther Köstner fehlte in seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer der gelbgesperrte Regisseur Zvjezdan Misimovic im ersten Durchgang an allen Ecken und Enden. Die Angriffsbemühungen der Gastgeber, die in der ersten Halbzeit lediglich eine echte Torchance durch Grafite (7.) hatten, wirkten so zumeist recht unkoordiniert. «Da war gar nichts von uns zu sehen, das war eine Katastrophe», schimpfte Dzeko.
Ohne Mavraj und Prokoph gegen den BVB
Doch nach der Pause drehte Wolfsburg richtig auf, obwohl Grafite mit Adduktorenproblemen in der Kabine bleiben musste. Der eingewechselte Martins entfachte zusammen mit Dzeko richtig Druck, dem die nur noch in der Defensive stehenden Gäste nichts mehr zu entgegnen hatten. «Gegen so einen starken Gegner ist es tödlich, wenn man ihnen zu viele Freiräume lässt», urteilte Bochums Sport-Vorstand Thomas Ernst. Zunächst drehten Dzeko und Martins die Partie, was die Fans zu Meistergesängen und Lobeshymnen auf Köstner veranlasste.
Ein von Torhüter Philipp Herrwagen an Dzeko verursachter, aber umstrittener Foulelfmeter entschied schließlich das Spiel. «Der Schiedsrichter hat gepfiffen, also war es einer», erklärte der Gefoulte, der selbst antrat und sicher verwandelte. Trotz der klaren Überlegenheit war das erste Saisontor von Santana in der Schlussminute des Guten zu viel. Die an diesem Tag zum ersten Mal seit langem gebeutelten Bochumer mussten auch die jeweils 5. Gelben Karten gegen Mergim Mavraj und Roman Prokoph einstecken. Beide sind nun im Ruhrderby gegen Borussia Dortmund gesperrt.











