Derby-Fazit: Zuversicht in Dortmund, Sorgen in Bochum
BOCHUM Während Borussia Dortmund dem Anspruch auf die Teilnahme an der Europa League immer realistischere Züge verleiht, gerät der VfL Bochum zunehmend in Schwierigkeiten, seinen Anspruch auf Klassenerhalt mit entsprechenden Leistungen zu dokumentieren.
Sebastian Kehl bejubelt seinen Treffer zum 1:0. (Foto: dpa)
Der Klassenunterschied, den Dortmunds lebhafter Auftritt in Bochum zu Tage förderte, ließ die BVB-Führung deutliche Worte zu den sportlichen Perspektiven finden. „Es sieht jetzt gut aus“, meinte Sportdirektor Michael Zorc, „das war ein weiterer Schritt in Richtung Europa League.“ Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gab sich offensiv: „Wenn man acht Spieltage vor Ende auf so einem Tabellenplatz steht, will man auch etwas erreichen.“
Schutzmechanismen
Während das Klopp-Team seinen Anspruch mit einem beeindruckenden Auftritt unterstrich, der von einer rund 20-minütigen Phase des Bochumer Aufbäumens unterbrochen wurde, geht der VfL einer brisanten Schlussphase der Meisterschaft entgegen. Wohl wissend, dass sich ihre Mannschaft nach zwei klaren Niederlagen wieder in erhebliche Schwierigkeiten manövriert hat, griffen bei der Sportlichen Leitung sofort die Schutzmechanismen. Trainer Heiko Herrlich lobte seine Kicker für deren aufopferungsvollen Kampf und Sportvorstand Thomas Ernst forderte für das Derby eine isolierte Betrachtungsweise, weil nach dem frühen Platzverweis für Milos Maric die Vorteile klar auf Dortmunder Seite lagen.
Frühe Tore
Dort lagen sie aber auch schon, bevor sich der VfL dezimierte – dokumentiert durch die frühen Tore von Kehl (18.) und Zidan (27.). Weshalb an der Castroper Straße die Sorge wächst, ob die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft bis zum Saisonende reicht.
Waren die Bochumer seit Rückrundenbeginn zumindest in der Defensive stabil, wurde ihnen nun zweimal binnen acht Tagen kräftig eingeschenkt. Und weil das Bochumer Offensivspiel schon seit Wochen unter einer immens hohen Fehlerquote leidet, ist die Sorge absolut berechtigt.
Klopp spendet Trost
„Ich wünsche dem VfL für die restlichen Spiele alles Gute und bin mir ziemlich sicher, dass wir uns in der nächsten Saison hier wiedersehen“, spendete Jürgen Klopp Trost. Bochums Leistung vom Samstag erlaubt Zweifel an dieser Prognose. VfL-Sportvorstand Thomas Ernst gestand den auch: „Wir sind nicht so blauäugig zu glauben, dass wir den Klassenerhalt schon sicher haben.“











