Die Stars der X. Winter-Paralympics in Vancouver
Whistler (dpa) Großer Sport, große Emotionen: Die X. Winter-Paralympics in Vancouver und Whistler hatten ebenso glückliche wie traurige Helden, stille Stars und unvergessliche Momente.
Verena Bentele (r) freut sich mit Begleitläufer Thomas Friedrich über Gold beim 1 km Klassik-Sprint.
Verena Bentele (r) freut sich mit Begleitläufer Thomas Friedrich über Gold beim 1 km Klassik-Sprint.
Gerd Schönfelder: Der «Stier von Kulmain» beherrschte den Alpinhang so sicher wie die Konkurrenz. Fünf Starts, viermal Gold, einmal Silber. Perfektes Glück beim vierten Sieg: Sohn Leopold kam bei seiner Sch(l)ussfahrt zur Welt. Schönfelder (39) beendet mit 16 Siegen und 22 Medaillen seine Paralympics-Karriere.
Lauren Woolstencroft: Kanadas Golden Girl. Fünfmal Alpin-Gold bei fünf Starts - eine unerreichte Leistung in Kanadas Sportgeschichte. Bei ihren Heim-Spielen ließ die 28-Jährige aus North Vancouver, die ohne Unterschenkel und linken Unterarm zur Welt kam, die Kontrahentinnen wie Andrea Rothfuß ratlos hinter sich zurück.
Brian McKeever: Zwei Wochen nach seinem verhinderten Olympia-Start zeigte der sehbehinderte Kanadier in den Loipen des Callghan Valley, was in ihm steckt. Mit Bruder Robin als Guide gewann der 30-Jährige Langläufer, der nur zehn Prozent der normalen Sehkraft hat, dreimal Gold bei vier Starts - und wurde gefeiert wie ein Popstar.
Verena Bentele: die Schneekönigin des Callaghan Valley. Mit Vorläufer Thomas Friedrich zog sie ihre Gold-Spur durch den Wald von Whistler. Obwohl sie ein Jahr zuvor nach einem Sturz und dem Verlust einer Niere an Sport nicht denken konnte, lief die 28 Jahre alte blinde Skilangläuferin in einer eigenen Liga und holte fünfmal Gold.
Irek Saripow: Eine Zehntelsekunde fehlte dem nordischen Ski-Athleten zum großen Wurf. Im Fotofinish entriss sein Landsmann Sergej Schilow dem 26-jährigen Russen den Sprint-Sieg mit dem Skischlitten über einen Kilometer und verhinderte den fünften Sieg im fünften Rennen für den beidseitig beinamputierten Liebhaber von Techno-Musik.
Freiwillige Helfer: Die «Blue Jackets», wie sich die Volunteers wegen der türkisfarbenen Jacken nannten, waren allgegenwärtig, herzlich, gut gelaunt und unverzichtbar. Nicht anders die unermüdlichen Streckenposten und Pistenarbeiter, die den Wetterkapriolen trotzten und perfekte Sportstätten herrichteten.
Zuschauer: Olympische Atmosphäre bei den Paralympics. Mit ihrer Begeisterung und ihrem Enthusiasmus haben die Kanadier und ihre Gäste aus aller Welt die Athleten zu Höchstleistungen angespornt. Auch, weil nicht nur die Ersten beklatscht wurden, sondern jeder Sportler wie ein Sieger gefeiert wurde.
Kanadas Sledge-Hockey-Team: Tal der Tränen statt goldener Gipfel. Die auf Gold programmierten Sledge-Hockey-Spieler sollten nach den Olympiasiegen von Frauen und NHL-Cracks das Triple perfekt machen. Pustekuchen. Nach dem Halbfinal-1:3 gegen Japan ging auch das «kleine Finale» gegen Norwegen verloren: Team Canada blieb medaillenlos.
Wetter: Das war mitunter zum Heulen. Unter Kanadas wärmstem Winter seit 60 Jahren litten auch die Paralympics. Mal goss es wie aus Kübeln, dann wieder fielen 30 Zentimeter nasser Neuschnee, dichter Nebel verhüllte die Berge. Doch drei Sonnentage bei strahlend blauem Himmel entschädigten für alles: Bedingungen zum Niederknien.















