Angeklagter schweigt: Bau-Investor soll Tierquäler und Betrüger sein

BOCHUM Er führte ein Leben in Saus und Braus – und wohl vor allem auf Kosten anderer. Betrug in 45 Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem 48-jährigen Geschäftsmann vor, der sich seit Montag vor dem Bochumer Landgericht verantworten muss.

  • Foto: dpa

Die Anklage hat es in sich: Mit unhaltbaren Gewinn- und Kaufversprechen soll sich der Angeklagte, der sich selbst als Bauinvestor bezeichnet, Summen von bis zu 200 000 Euro erschlichen haben – auch von Opfern aus Bochum. Aber auch in seiner zweiten Heimat, in Alanya in der Türkei, ist der Mann eine schillernde Figur. Auch dort bewegt er sich in der Bau- und Immobilienbranche.

Der "Hundewürger"

Zuletzt machte er allerdings vor allem Schlagzeilen als „Hundewürger“. Nackt und laut brüllend soll der 48-Jährige um sein Haus gerannt sein und einen Nachbarhund erwürgt haben. Er selbst bestreitet das im Prozess vehement. In der Türkei hatte der in Ostdeutschland geborene Mann, der nach der Wiedervereinigung zunächst sein Glück im Westen gesucht hatte, 1996 seine eigene Immobilienfirma gegründet.

Spätestens 1999, so die Anklage, soll es mit den redlichen Geschäften aber auch schon wieder vorbei gewesen sein. Zusammen mit seiner bereits verurteilten Freundin soll der 48-Jährige laut Anklage gleich reihenweise Leute betrogen und hintergangen haben.

Schaden geht in die Millionen

Bis ins Jahr 2004 soll er Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen verkauft haben, die er gar nicht besaß oder hätte verkaufen können. Gleichzeitig soll er Investoren für seine Firma mit unhaltbaren Zinsversprechen angelockt haben, deren Gelder dann im Nirwana versickerten. Die Opfer waren fast ausschließlich Deutsche, darunter zwei Personen aus Bochum. Der Schaden geht in die Millionen. Vor Gericht erwies sich die Verhandlung mit dem gelernten Schlosser mehr als schwierig, was vor allem auf seine permanente Unruhe zurückzuführen ist. Den Angeklagten als hyperaktiv zu bezeichnen, ist schon fast eine Untertreibung.

Der 48-Jährige fällt sich oft quasi selber ins Wort, führt Sätze nicht zu Ende, weil er schon die nächsten beginnt. Immer wieder schweift er in Nebensächlichkeiten ab. Am ersten Verhandlungstag wurde jetzt nur sein Lebenslauf erörtert. Zu den Vorwürfen will sich der 48-Jährige am nächsten Prozesstag äußern.
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