Kein Geld mehr: Steilmann-Mitarbeiter bekommen durch Insolvenz keine Gehälter

BOCHUM Sie haben auf Weihnachtsgeld und tarifliche Lohnerhöhungen verzichtet. Sie haben massenhaft Überstunden ohne Bezahlung bei der Steilmann Modelogistik geleistet. Jetzt hat die Nachfolgefirma Solutions Modelogistik GmbH Insolvenz angemeldet. Mit großen finanziellen Nachteilen für die Mitarbeiter. Der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Theisen macht zwei Rechnungen auf.

  • Die Logistikhalle in Wattenscheid ist längst geräumt.

    Die Logistikhalle in Wattenscheid ist längst geräumt. Foto: Stefanie Platthaus

Zunächst geht es ihm um das Geld, das die Beschäftigten durch den Sanierungstarifvertrag 2004/05 verloren haben. „Das sind bestimmt zwischen 55.000 und 58.000 Euro. Für jeden Mitarbeiter.“ Damit nicht genug. Im Oktober wurden die Mitarbeiter, die im Schnitt seit 28 Jahren im Unternehmen sind, widerruflich freigestellt. Ein Autokorso von Wattenscheid nach Bochum zum Haus der IG Metall, Gespräche, der Einsatz von Juristen haben wenig gebracht. Nur so viel: Nach Wochen der Unsicherheit haben die Beschäftigten jetzt in einigen Punkten Klarheit.

Keine Gehälter für März bis Dezember

  • Am 3. Dezember wurde vom Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet.
  • Am 10. Dezember sprach die Insolvenzverwalterin die Kündigungen für die Angestellten der Solutions Modelogistik GmbH zum 31. Dezember mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist aus. Damit wären die Mitarbeiter eigentlich zum 1. April 2013 arbeitslos.
  • Am 12. Dezember trafen sich die Beschäftigten auf Einladung der Gewerkschaft. Neben der Information ging es auch um die Ausfüllung der Insolvenzanträge.
Ein Punkt, den Wolfgang Theisen noch mehr verbittern lässt. Da die Solutions Modelogistik nach Betriebsratsangaben über keine Gelder mehr verfügt, können für die Monate Dezember bis März keine Gehälter mehr bezahlt werden. Damit bekommt er vier Monate früher Arbeitslosengeld. „Das ist natürlich deutlich weniger als das eigentlich zustehende Gehalt“, sagt Theisen.

"Es geht um Existenzen"

Hinzu komme, dass den im Schnitt 51 Jahre alten Beschäftigten diese vier Monate später bei der Arbeitslosigkeit fehlen können. „Es geht um Existenzen“, sagt Theisen. Der Arbeitsmarkt gebe nicht viel her. Der Betriebsratsvorsitzende hat Sorge, dass viele am Ende bei Leiharbeitsfirmen landen werden. „Hier werden sie deutlich weniger als bislang verdienen.“

Deshalb beschreiten die Mitarbeiter jetzt den Rechtsweg. Sie wollen beweisen, dass sie eigentlich Mitarbeiter der Steilmann Holding AG sind. Bei einem juristischen Erfolg hätte das erhebliche finanzielle Auswirkungen. Die ersten Termine finden im März 2013 statt.
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