60 Jahre Rechtsbeistand in Aplerbeck

APLERBECK Ernst Lahme und der 2008 verstorbenen Reinhold Vennebusch gingen in der Kanzlei Dr. Keller Collegen an der Schüruferstraße ein und aus. Nicht um sich Rechtsbeistand zu sichern, sondern um mit der Aktion 12x12 für die Vergabe von Ausbildungsplätzen zu werben. Und das mit Erfolg.

  • Gerd-Peter Willich (l.), Silke Franz und Jürgen Keller mit der Zulassungsurkunde aus dem Jahr 1949.

    Gerd-Peter Willich (l.), Silke Franz und Jürgen Keller mit der Zulassungsurkunde aus dem Jahr 1949. Foto: Jörg Bauerfeld

So bekamen vor allem Schüler der Emscherschule (Hauptschule) an der Schweizer Allee ihre Chance, sich zu einem Notariatsfachangestellten ausbilden zu lasen. „Die letzte Auszubildende war richtig gut“, berichtet Jürgen Keller. Zu gut für die Ausbildung, denn nach wenigen Monaten beschloss die junge Frau (Hauptschulabschluss 10b) weiter zu Schule zu gehen und das Abi zu bauen. „Solche Auszubildende bekommt man leider recht selten“, so Keller.

Beratungen in der Wohnung

Seit 1949 gibt es nun schon den Rechtsbeistand der Familie Keller. Dr. Otto Keller gründetet mit seinem Kollegen Dr. Wilhelm Ternedden die Kanzlei dort, wo sie auch noch heute ihren Sitz hat.
Drei Jahre zuvor, „mein Vater hatte soeben sein Zulassung von der Militärregierung erhalten, wurden noch Ratsuchende unserer Wohnung in der Postkutschenstraße beraten“, erinnert sich Keller. „Ein Vorhang teilte den Raum, dahinter stand noch das Bett von mir und meinem Bruder.“

Haus Rodenberg zerfiel

Aus den damals beengten Verhältnissen wuchs eine angesehene Kanzlei. Mit manch spektakulären Fällen. So hatte Jürgen Keller in einem nicht unerheblichen Maße die Finger mit im Spiel, als es um die Erhaltung des Wasserschlosses Haus Rodenberg ging.
„Das war damals in Privatbesitz und gehörte der Familie von Alvensleben.“

Mit Engelszungen

Das alte Gemäuer zerfiel und „Frau von Alvensleben wollte nicht verkaufen.“ Mit Engelszungen habe er auf sie eingeredet. Erst nach einigen Treffen im Foyer eines großen Dortmunder Hotels und zahlreichen Cinzano Rosso(„den trank die alte Dame am Liebsten“) später, willigte die alte Dame einem Verkauf an die Stadt Dortmund ein. Der Weg war bereitet für die Restaurierung des historischen Gebäudes.

Über einen Weiterbestand der Kanzlei in Aplerbeck braucht sich Jürgen Keller im Übrigen keine Sorgen machen. Tochter Silke ist als Juristin im Unternehmen und vielleicht haben die beiden Enkelkinder ja auch einen Hang zu Paragraphen.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 30 : 10?   
Autor
Jörg Bauerfeld
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. März 2009, 15:42 Uhr
    Aktualisiert:
    31. März 2009, 13:59 Uhr