Geld fehlt: Neues Millionen-Loch beim Jugendamt

DORTMUND Das Jugendamt als Faß ohne Boden: Eine Millionennachzahlung für 2012 steht schon länger fest, jetzt tun sich schon wieder neue Löcher auf, die den Jahresabschluss 2012 des Jugendamtes gefährden. Die Rede ist von gut einer Million Euro.

  • Ein offenbar magisches Gebäude - immer wieder verschwinden hier Millionensummen.

    Ein offenbar magisches Gebäude - immer wieder verschwinden hier Millionensummen. Foto: Dieter Menne

14,6 Millionen Euro musste die Stadt im vergangenen Jahr allein für 2012 für den Etat des Jugendamtes nachschießen, nachdem unter anderem unbezahlte Rechnungen aufgetaucht oder Zahlungen falsch verbucht waren. 

Stüdemann: Probleme bei Rückstellungen

Kämmerer Jörg Stüdemann wollte die neue Zahl von einer weiteren Million nicht bestätigen: „Jede Zahl wäre für mich empirisch nicht belegbar.“
 
Probleme macht das sogenannte Rückstellungsmanagement. Risiken, für die das Jugendamt Geld zurücklegen muss, sind nicht ausreichend eingepreist. Die städtischen Rechnungsprüfer jedenfalls trauen den Selbstauskünften des Jugendamtes nicht, doch sie müssen die Zahlen seines Jahresabschlusses für plausibel erklären.
    
Erst bei ihrer jüngsten Prüfung von 72 Fällen der Wirtschaftlichen Jugendhilfe waren die Revisoren auf sechs Doppelzahlungen (insgesamt 4500 Euro) gestoßen, kritisierten unvollständige Unterlagen sowie unzureichende Kontrollen.

Fast 5000 Fälle im Jahr
 
4600 bis 4800 Fälle und 50.000 bis 60.000 Rechnungen fallen pro Jahr bei den zwölf Jugendhilfediensten an. Dazu zählen 80 Millionen Euro, die die Stadt für Erzieherische Hilfen und Kinderschutz an Heimbetreiber, Sozialpädagogen, Ärzte oder Therapeuten zahlt, und 19 Millionen Euro für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge.

Vor allem letzterem Posten, der weitgehend von den Bundesländern erstattet werde, liege ein kompliziertes Berechnungsverfahren zugrunde mit vielen Einfallstoren für Wider- und Einsprüche, so Stüdemann.

Üble Entdeckungen drohen

Verschärft werde das Problem durch die Umstellung der Abrechnungs-Software vor anderthalb Jahren. Für die neue Software gibt es noch keine verlässliche Datenqualität. Das sorge für eine „gewisse Unschärfe in der Bearbeitung“, sagte Jörg Stüdemann – und für Risiken im Etat.
 
Doch er dränge darauf, so Stüdemann, das Jahresergebnis 2012 „so präzise wie möglich zu berechnen“; denn eine Wiederholung der Vorgänge vom letzten Jahr könne sich die Stadt nicht leisten. Der Kämmerer: „Wir brauchen weniger geschätzte und mehr berechnete Bereiche im Rückstellungsmanagement.“ Doch er beugt auch vor: „Das wird ein Prozess mit noch einigen üblen Entdeckungen.“
Interessant, was Sie hier lesen? Neues aus Dortmund gibt's auch als Mail

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nichts aus Dortmund. Hier anmelden und Newsletter auswählen!

Autor
Gaby Kolle
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    7. Februar 2013, 01:49 Uhr
    Aktualisiert:
    13. Februar 2013, 18:52 Uhr
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 13 x 3?