Hirsch-Q-Überfall: Festgenommene sind keine bekannten Neonazis

DORTMUND Nach dem erneuten Überfall auf die Kneipe Hirsch-Q rudert die Polizei zurück: War im ersten Polizeibericht von Angreifern aus der rechten Szene die Rede, heißt es nun, keiner der sechs Festgenommenen sei vor dem Überfall als Neonazi bekannt gewesen. Ein rechter Hintergrund ist dennoch gut möglich.

  • So sah die Eingangstür der Kneipe "Hirsch Q" nach einem Angriff im Jahr 2010 aus.

    So sah die Eingangstür der Kneipe "Hirsch Q" nach einem Angriff im Jahr 2010 aus. Foto: Bandermann (Archiv)

Nach dem Angriff von zehn teilweise gefährlich bewaffneten jungen Männern auf Gäste der Hirsch-Q-Bar in der Brückstraße sucht die Polizei weiter nach glaubwürdigen Zeugen, die das Geschehen in der Nacht zum 29. Dezember 2012 schildern können.

Keine Erkenntnisse über einen Neonazi-Hintergrund

Um 1.09 Uhr hatte ein Zeuge den Polizei-Notruf verständigt. Wenige Minuten später konnten Einsatzkräfte sechs von zehn Angreifern festnehmen. In einem ersten Bericht informierte die Polizei-Leitstelle über „rechtsgerichtete Personen“ – am Mittwoch stellte das Präsidium klar: Bei keinem der Festgenommenen hat  der Staatsschutz Erkenntnisse über einen Neonazi-Hintergrund.
    
Was einen Bezug zur Rechtsextremisten-Szene jedoch nicht ausschließt. Denn in der Nähe hielt sich nach Informationen unserer Redaktion ein der Polizei bestens bekannter Neonazi auf, der einen Nazi-Versandhandel betreibt, Mitglied des verbotenen Nationalen Widerstands „NWDO“ war und jetzt Vorstandsmitglied der Partei „Die Rechte“ ist. War seine Nähe zur „Hirsch Q“ und zu den zehn Angreifern nur ein Zufall?

Brandgefährliche Faustmesser
 
Die Polizei muss auch das klären. Helfen könnten dabei noch in der Nacht übermittelte Videobilder und weitere Zeugen, die sich bislang noch nicht gemeldet haben. Ihre Aussagen sollen die vier entkommenen Angreifer näher beschreiben. Die sechs festgenommenen Komplizen schweigen.

Bei ihnen entdeckte die Polizei eine Schusswaffe und zwei Faustmesser. Diese speziell konstruierten Messer sind geschaffen, um einen Gegner im Nahkampf schnellstmöglich zu töten. „Verkauf und Besitz sind in Deutschland verboten“, so ein Dortmunder Waffenhändler. Die Polizei ermittelt auch deshalb gegen die festgenommenen Männer.

Fragwürdige Rolle eines Gastwirts
 
Fragwürdig ist auch die Rolle eines Gastronomen im Brückstraßen-Viertel. Sein Lokal soll in der Nacht zum 29. Dezember erneut Rückzugsraum nach einer Straftat gewesen sein. Der Polizei ist die Kneipe als Aufenthaltsort für Neonazis seit langem bekannt.
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