Nach falschen Zahlen: So verteidigt U-Turm-Chef Eichler das Zählsystem im U

DORTMUND Das machen doch alle so! In leidenschaftlichem Ton hat U-Turm-Leiter Kurt Eichler im Kulturausschuss sein Konzept des Besucher-Zählsystems verteidigt. Wir zeigen seine Argumente - und warum sie die Kritik an den falschen Besucherzahlen nur bedingt entkräften können. Der Politik scheinen sie jedoch zu reichen.

  • U-Turm-Leiter Kurt Eichler argumentiert, das vergleichbare Häuser in ganz Deutschland die gleiche Zählmethode wie das U benutzen.

    U-Turm-Leiter Kurt Eichler argumentiert, das vergleichbare Häuser in ganz Deutschland die gleiche Zählmethode wie das U benutzen. Foto: Archiv

Darum geht es bei der Kritik:

Das Dortmunder U hat bei seiner Jahresbilanz 2012 behauptet, dass 120.000 Besucher in den U-Turm gekommen seien. Doch eigentlich waren damit Besuche auf den einzelnen Etagen gemeint. Somit war die Angabe "120.000 Besucher" falsch.

Denn es verschleiert, dass es jedem Besucher des U freisteht, mehrere Etagen hintereinander zu besuchen. In diesem Fall würde derselbe Besucher bis zu fünf Mal gezählt, wenn er von der Hochschul-Etage bis zur Sonderausstellung auf Etage 6 alles nutzt – das RWE-Kino und die Mediathek nicht mitgezählt.
    

Wie oft das 2012 passiert ist, kann aus dem aktuellen Zähl-System nicht herausgelesen werden. Das hatten sowohl Eichler wie auch Kulturdezernent Jörg Stüdemann in der vergangenen Woche eingeräumt.

Das sind Eichlers Argumente:
  1. In ganz Deutschland sei es für Häuser mit mehreren Akteuren wie dem U üblich, so zu zählen. Dass dabei immer von Besuchern die Rede ist, in Wirklichkeit aber Besuche gemeint seien, dürfe man doch als bekannt voraussetzen. Da ähnliche Häuser wie das ZKM in Karlsruhe genau so zählten, sei nur so die Möglichkeit gegeben, das U mit diesen Häusern zu vergleichen.
  2. Außerdem, sagte Eichler, sei doch die Zahl der echten Besucher, die mit seinem System nun mal nicht erfasst werden könnten, gar nicht relevant: Diese Zahl würde doch nichts über die Attraktivität des U aussagen.

Das spricht gegen Eichlers Argumente:
  1. Fraglich dabei bleibt jedoch, ob zwei Häuser, die ihre Besucherzahlen auf derartig vage Vermutungen stützen, wirklich sinnvoll verglichen werden können.
  2. Wenn wenn man wissen will, wie gut der U-Turm ankommt, ist die echte Besucherzahl wichtig und nicht irgendwelche internen Erhebungen.

Das sagte der Kulturausschuss dazu:

Nach Eichlers Rede bedankten sich die Mitglieder des Kulturausschusses für die Ausführungen. Die SPD sah ihren Antrag auf Aufklärung als erfüllt. In einer Presseerklärung teilte sie am Mittwoch mit, sie sehe die „U-Turm-Entwicklung auf einem guten Weg“

Nach dem „Versuch einer Dortmunder Lokalzeitung, die Kulturpolitik in Bezug auf die Zählweise [...] des Dortmunder U zu entzweien“, seien die „Bedenken im Ausschuss vollständig ausgeräumt“ worden.
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Autor
Tilman Abegg
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    31. Januar 2013, 11:48 Uhr
    Aktualisiert:
    18. Dezember 2013, 11:32 Uhr