Großeinsatz: Explosion in der Nordstadt - ein Schwerverletzter

DORTMUND Am Nordmarkt ist es am Montagmorgen zu einer Explosion in einer Dachgeschoss-Wohnung gekommen. Die Druckwelle zerstörte den halben Dachstuhl. Der Mieter der Wohnung wurde schwer verletzt. Die Polizei sucht immer noch die Ursache für die Explosion. Der Ticker im Minutenprotokoll.

  • Durch die Explosion wurde das Dach des Hauses schwer beschädigt. Die Trümmer landeten im Hinterhof und auf dem Bürgersteig vor dem Haus.

    Durch die Explosion wurde das Dach des Hauses schwer beschädigt. Die Trümmer landeten im Hinterhof und auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Foto: René Werner / IDA News

Der Ort der Explosion:


Explosion in der Dortmunder Nordstadt auf einer größeren Karte anzeigen

Erstmeldung 9.55 Uhr: In der Nordstadt ist vor einigen Minuten ein Hausdach explodiert. Die Explosion hat sich gegen 9.40 Uhr an der Nordstraße in der Nähe des Nordmarkts ereignet. Nach ersten Informationen unserer Redaktion sind Trümmerteile auf den Gehweg und parkende Autos gefallen.

10.16 Uhr: Die Feuerwehr hat die Nordstraße abgesperrt, Einsatzkräfte sind im Haus, mit einer Drehleiter versuchen die Feuerwehrmänner, sich eine Übersicht über die Lage der explodierten Wohnung im vierten Stock zu machen. Unsere Reporterin meldet, dass sie kurz nach der Explosion Gas gerochen hat.

Die Pressestelle der Feuerwehr spricht von einer kleinen Explosion. "Die Bewohner des Hauses werden im benachbarten Café versorgt. Wir haben vorsichtshalber die Gasleitung unterbrochen."

Es gibt eine verletzte Person, den Mieter der Wohnung, ein Mann Ende 20, meldet die Feuerwehr. Er irrte orientierungslos auf der Straße herum, als die Feuerwehr eintraf. Inzwischen ist er in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach seiner Aussage habe er sich eine Zigarette angezündet und dann habe es geknallt. Die Druckwelle ist nach oben aus dem Dach gegangen. Auch in den Hinterhof des Hauses sind größere Teile des Daches abgegangen. 

10.31 Uhr: Wir haben erste Bilder vom Ort der Explosion:

10.43 Uhr: Die Feuerwehr ist nun mit der Schadensbeseitigung beschäftigt. Die Verwüstungen sind im Hinterhof größer als vor dem Haus. Dort liegt der halbe Dachstuhl. In der Mitte des Hofes liegt ein Fenster samt komplettem Rahmen. Auch im Stockwerk unter der Explosion sind mehrere Fenster und eine Terassentür beschädigt.

11.12 Uhr: Die Nordstraße ist nach wie vor gesperrt, die Feuerwehr ist immer noch mit der Schadensanalyse beschäftigt. Auch muss ein Statiker noch das Haus untersuchen. Immerhin läuft der Verkehr auf der Mallinckrodtstraße wieder. Sie war während des Einsatzes bis 10.50 Uhr gesperrt.

Unser Reporter vor Ort hat mit den Nachbarn der Wohnung gesprochen, in der die Explosion statt fand. Die Explosion habe sich "wie ein Erdbeben" angefühlt, schildert die Frau. Sie habe sich an einer Schrankwand festhalten müssen. Ihr Mann rief um 09.42 Uhr die Polizei.

Auch den Mieter der Explosions-Wohnung hätten sie gesehen. Er habe Brandwunden auf dem Rücken gehabt und habe im Gesicht geblutet. 



Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können, sagte ein Feuerwehrmann unserem Reporter vor Ort: Wäre es keine Dachgeschoss-Wohnung gewesen, hätte die Druckwelle nicht nach oben entweichen können. Dann hätte wahrscheinlich die schwächste Wand im Haus nachgegeben.

Ebenso Glück im Unglück sei es gewesen, dass zum Zeitpunkt der Explosion kein Passant auf dem Bürgersteig am Haus gewesen sei und dass der Großteil der Trümmerteile nach hinten abgegangen sei.

Einer, der die Explosion vor Ort miterlebt hat, war André F. Der Bewohner der nahen Lambachstraße stand gerade mit seinem Auto vor der Ampel zur Mallinckrodtstraße, als ihm ein Trümmerteil auf das Autodach stürzte. "Der Wagen ist brandneu, hoffentlich zahlt das die Versicherung."

11.43 Uhr: Mittlerweile gibt es nun Klarheit über das Alter des verletzten Mieters. Laut Polizei ist er 21 Jahre alt. Er wird nun in einem Krankenhaus stationär behandelt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Klärung der Explosion aufgenommen. Der Statiker prüft neben dem Explosionshaus auch die beiden angrenzenden Häuser rechts und links auf ihre Standfestigkeit.

12.46 Uhr: Die Feuerwehr hat ihren Einsatz beendet. Mit weiteren Bildern von den Schäden der Explosion beenden wir unseren Ticker. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Nachtrag 13.27 Uhr: Wir haben nach der Explosion mit einer Anwohnerin gesprochen. Das Video mit dem Kurzinterview finden Sie in der Spalte links neben diesem Text.

Nachtrag 14.33 Uhr: Die Polizei meldet gerade, dass der Mieter der Explosions-Wohnung noch nicht vernommen werden konnte. Er sei schwer verletzt und befinde sich immer noch in stationärer Behandlung.

Zurzeit ist die Polizei noch vor Ort und führt die Ermittlungen zur Klärung der Explosion weiter. Mit einem vorläufigen Ergebnis sei am Montag nicht mehr zu rechnen.

Für die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses gibt es indes gute Nachrichten: Der Statiker ist mit seiner Untersuchung fertig. Bis auf die Dachgeschosswohnung ist das Gebäude weiterhin bewohnbar.
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Autor
Sonja Kaute, Tobias Großekemper und Thomas Thiel
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. Februar 2013, 14:33 Uhr
    Aktualisiert:
    19. Februar 2013, 10:19 Uhr
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