Kompromiss mit Kirche: Nun also doch: Jens Pascal bekommt BVB-Grabstein

DORTMUND "Mein Sohn bekommt seinen letzten Willen", freut sich Nicole Schmidt. Erleichtert hat sich die Familie und die Kirche auf einen Kompromiss geeinigt.

  • Im vergangenen Dezember bekam der inzwischen verstorbene Jens Pascal noch Besuch von BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp.

    Im vergangenen Dezember bekam der inzwischen verstorbene Jens Pascal noch Besuch von BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp. Nils Foltynowicz

Jens Pascal Schmidt bekommt seinen BVB-Grabstein. Nach Druck durch die Medien und aus dem sozialen Netzwerk Facebook setzten sich Vertreter der katholischen Gemeinde Mariä Heimsuchung und die Eltern des verstorbenen Neunjährigen  im Streit um den Grabstein zusammen. Mit gutem Ergebnis.
 
„Mein Sohn bekommt seinen letzten Willen.“

Nicole Schmidts Stimme quoll über vor Erleichterung nach dem Gespräch mit den Kirchenvertretern. Gemeinsam hatte man sich auf einige Änderungen am Grabstein-Entwurf geeinigt, mit denen beide Seiten leben können.
 
    
Der schwarzweiße Fußball wird von der Säule herunter genommen und neben der Säule auf einer Platte angebracht. "Dadurch ist der Fußball nicht mehr so dominant", sagt Michael Bodin, Sprecher der katholischen Gemeindeverwaltung. Auf der Granitsäule wird zusätzlich zum BVB-Logo und dem Schriftzug „Echte Liebe“ eine kleine Friedenstaube eingraviert. „Die passt gut zu uns, mein Vater hat Tauben gezüchtet.“
 
138.000 Menschen hatten sich in der Facebook-Gruppe „Jens Pascal“ mit der Familie solidarisiert (Schmidt: „Dieses Mitgefühl hat mich überwältigt“) und diskutieren dort die Entscheidung der Kirche durchaus kontrovers. Während einige gar drohten, aus der Kirche auszutreten, konnten andere die Haltung, dass die katholische Gemeinde auf christliche Symbole auf dem Grabstein besteht, nachvollziehen.

Und auch die Kirche ist mit diesem Kompromiss einverstanden: „Echte Liebe – das bezieht sich nicht nur auf den Fußball, sondern durch die Taube auch auf den christlichen Auferstehensgedanken“, erklärt Bodin.
 
Auf einem städtischen Friedhof hätte sich dieses Problem indes gar nicht gestellt. „Soweit der Grabstein keine Werbung zeigt und auch sonst pietätvoll gestaltet ist, genehmigen wir das“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow. Die Grabstele mit eingraviertem BVB-Emblem plus Schriftzug „Echte Liebe“ wäre hier also ohne Diskussion durchgewunken worden, zumal auch der BVB seine Freigabe gegeben hatte.

Städtischer Friedhof zu weit weg für Familie
 
Aber ein städtischer Friedhof war für die Eltern von Jens Pascal (Mutter Nicole Schmidt ist evangelisch, Vater Andreas Flamme neuapostolisch) keine Option. „Der Städtische ist zu weit weg“, sagt Nicole Schmidt. Ihr Vater liege auch auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde Mariä Heimsuchung begraben.  



 

Am Mittwoch wollen sich die Eltern mit dem zuständigen Steinmetz zusammen setzen und ihm die Änderungen mitteilen. „Der Stein wird jetzt zwar sicher etwas teurer, aber Hauptsache ist, Jens bekommt seinen Stein.“ Bislang kostet der Stein 1500 Euro. 
 
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Autor
Alexandra Neuhaus
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    13. November 2012, 17:21 Uhr
    Aktualisiert:
    15. November 2012, 15:30 Uhr