Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß: "Paradiesvogel" lenkt einen exzentrischen Drahtesel

DORSTFELD Im Stadtteil ist Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß bekannt wie ein bunter Hund. Und das liegt sicher nicht nur an seinem öffentlichem Amt und seiner auffälligen, blonden Lockenpracht, sondern auch an dem ausgefallenen Gefährt, mit dem er ständig unterwegs ist: einem Pedersen-Fahrrad.

  • Friedrich Fuß bezeichnet sich selbst als Paradiesvogel. Kein Wunder also, dass er da auch nicht mit einem 08/15-Rad unterwegs ist.

    Friedrich Fuß bezeichnet sich selbst als Paradiesvogel. Kein Wunder also, dass er da auch nicht mit einem 08/15-Rad unterwegs ist. Foto: Nils Heimann

Das zieht wegen seiner außergewöhnlichen Bauweise ebenfalls die Blicke auf sich. Entwickelt wurde dieser exzentrische Drahtesel vom dänischen Brückenbauer Mikael Pedersen.

Und zwar schon im Jahr 1893. Der Architekt war mit dem Sitzkomfort damaliger Fahrräder nicht zufrieden, entwickelte daher einen geflochtenen Sattel, der wie eine Hängematte aufgehängt wurde.

Rahmen aus Dreiecken

„Außerdem baute er den Rahmen nur aus Dreiecken. Mit minimalem Gewicht erreichte er so eine extrem hohe Stabilität“, erklärt Friedrich Fuß, der „durch fährt“, was nichts anderes bedeutet, als dass er sein Fahrrad das ganze Jahr nutzt. Im Winter montiert er sogar Mäntel mit Spikes.

Warum er sich ausgerechnet für dieses Gefährt, immerhin schon das zweite dieser Art, begeistert, ist eigentlich ganz einfach: „Ich bin halt ein Paradiesvogel, komme ja ursprünglich vom Theater und da ist man ja immer auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal.“

Diebstahlsicherung

Doch nicht um deutlicher im politischen Rampenlicht zu stehen, habe er das Rad angeschafft. „Das ist noch ein echtes Relikt aus meiner Vergangenheit, denn das erste Pedersen-Fahrrad habe ich mir bereits vor 28 Jahren zugelegt“, so Friedrich Fuß, „und da war ich noch nicht politisch aktiv“.

Und noch einen weiteren pragmatischeren Vorteil schreibt er dem außergewöhnlichen Fortbewegungsmittel zu: „Das Rad verfügt über eine eingebaute Diebstahlsicherung“, behauptet er nämlich, allerdings mit einem Augenzwinkern.

Niemand würde ein Fahrrad stehlen, von dessen Sorte es in der ganzen Stadt nur fünf Stück gibt. „Das kriegt man ja unmöglich wieder verkauft.“
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Autor
Nils Heimann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. April 2012, 16:34 Uhr
    Aktualisiert:
    9. April 2012, 16:39 Uhr