1,7 Kilo Marihuana gefunden: Drogenduo muss sich vor Gericht verantworten

MARL Wegen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge muss sich ein 21-jährige Marler seit Montag vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Die Beamten beschlagnahmten im Zuge der Ermittlungen insgesamt 1,7 Kilogramm Marihuana und 4 810 Euro Bargeld.

Dass Marihuana sehr intensiv riecht, ist sicher kein Geheimnis. Insofern war der 21-jähriger Marler sehr schlecht beraten, in der Wohnung eines Freundes in Herten und in seiner eigenen Wohnung eine professionell ausgestattete Marihuana-Plantage anzulegen.

Einem Mitbewohner des Wohnhauses in Herten stieß der ständige süßliche „Duft“ im Treppenhaus dermaßen sauer auf, dass er die Polizei verständigte. Die marschierte am späten Abend des 1. Februar 2016 auch auf und wurde sogleich fündig. Die Beamten entdeckten in der Wohnung eine komplette Marihuana-Plantage u. a. mit Pflanzzelten, Pflanzen, Erde, Verpackungstütchen, Feinwaage und weitere Utensilien, um guten „Stoff“ zu produzieren.

Ein Teil der Drogen lagerte in einem Tresor, zu dem der Angeklagte ebenso wie für die Wohnung seines Freundes einen Schlüssel hatte. Das Geld war an mehreren Orten deponiert. 2 270 Euro hatte der Angeklagte in seinem Portemonnaie, weitere 1 115 Euro fanden die Polizeibeamten in der Hosentasche des 21-Jährigen. 1 425 Euro in kleiner Stückelung lagen in einem Karton unter dem Wohnzimmertisch.

Auf der Anklagebank macht der 21-Jährige nicht den Eindruck eines hart gesottenen Dealers. Im Gegenteil – sichtlich nervös und mit hängenden Schultern hört er zu, was ihm Staatsanwältin Petra Härtel-Breß vorwirft.
Dass bei der Durchsuchung auch eine Machete, eine Taschenlampe mit Elektroschockerfunktion und eine Dose Pfefferspray gefunden wurden, macht die Lage für den Angeklagten nicht unbedingt besser.

Er sei mit seinem Freund, der wegen einer schweren Krankheit im Rollstuhl sitzt, auf die Idee gekommen, ein paar Pflanzen selbst anzubauen. Es sei schön gewesen, zu sehen, wie gut es dem Freund ging, wenn er geraucht hatte. „Danach konnte er sogar aufstehen“, erzählt der Marler. Sie hätten nach dem Start viel über den Anbau von Marihuana gelesen und sich weiter spezialisiert. „Das war ein Lebenswerk von uns beiden“, so der Angeklagte.

Die 2 270 Euro in seinem Portemonnaie sei kein Dealgeld gewesen. Das Geld habe er sich geliehen, um davon in Urlaub zu fahren. Vom restlichen Geld sollten die Anlage abbezahlt und ein neues Bett für den Freund angeschafft werden. Auch für das Geld im Karton unter dem Tisch hatte der Angeklagte eine Erklärung: „Wenn Leute kamen und mitrauchten, warfen sie eine Spende in den Karton.“

Da der Freund nicht zur Verhandlung erschien, vertagte die Vorsitzende Richterin, Britta Jungclaus, den Prozess. Er soll am 27. März fortgesetzt werden.

Gegen den unentschuldigt fehlenden Zeugen erließ das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro. Ersatzweise drohen drei Tage Ordnungshaft. Zudem muss der Zeuge alle Kosten begleichen, die durch sein Fehlen entstanden sind.
Autor
Klaus Wilker
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. März 2017, 09:43 Uhr
    Aktualisiert:
    31. März 2017, 03:33 Uhr
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