Insassen weiter im Krankenhaus: Absturz bei Durchstartversuch

Marl / Recklinghausen In der Nähe der Autobahn 43 zwischen Marl-Sinsen und Recklinghausen-Speckhorn ist am Mittwochmittag ein zweimotoriges Kleinflugzeug abgestürzt. Zum Absturz kam es laut Sicherheitsbehörden während es eines Durchstartversuches, der offenbar misslang.

  • Flugzeugabsturz Marl

    Das zweimotorige Kleinflugzeug ist mitten im Naturschutzgebiet "Die Burg" abgestürzt. Thomas Nowaczyk

Einen Tag nach dem Absturz einer zweimotorigen Sportmaschine im Kreis Recklinghausen werden der Pilot und der Flugschüler weiter im Krankenhaus behandelt. Eine Befragung sei noch nicht möglich, sagte am Donnerstag ein Polizeisprecher. Die Umstände des Unfalls seien aber scheinbar klar: Der 40 Jahre alte Flugschüler und sein Lehrer (69) hatten am Mittwochmittag Durchstart-Übungen am Flugplatz Marl-Loemühle trainiert. Dabei hatte die Maschine mit Propeller und Heck Bodenberührung, weil das Fahrwerk nicht ausgefahren war. Die Maschine kam wieder in die Luft, stürzte aber jenseits der nahegelegenen Autobahn 43 (Wuppertal-Münster) in ein Waldgebiet zwischen Recklinghausen und Marl. Der Pilot aus Niedersachsen und der Schüler aus Hamm wurden mit einem Hubschrauber aus dem unzugänglichen Gehölz gerettet. Sie waren schwer verletzt.

Die Absturzstelle liegt links der Halterner Straße in Richtung Haltern im Naturschutzgebiet "Die Burg" auf Marler Territorium. Bei den Insassen des abgestürzten Flugzeugs handelt es sich im einen Fluglehrer und einen erfahrenen Flieger, der einen Nachweisflug leisten musste, das bestätigte Betriebsleiter Jürgen Kayser vom Flugplatz Loemühle, wo das Flugzeug auch stationiert war.

Das Flugzeug wurde bei dem Absturz komplett zerstört. Im näheren Umkreis der Unglücksstelle lag unmittelbar nach dem Absturz Kerosingeruch in der Luft. Die Feuerwehr sicherte die Stelle daher mit einer mehrere 100 Meter langen Schlauchleitung. Beim Flugzeugmodel handelt es sich nach Informationen der Recklinghäuser Zeitung um eine Gulfstream American Cougar A7 (Zwei Motoren vier Sitze). Die Halterner Straße in Höhe der Gaststätte Korte wurde von einem Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei bevölkert. Zeitweilig für den Verkehr gesperrt war jedoch nur die angrenzende Burgstraße.


Zwei Rettungshubschrauber waren am Ort des Geschehens gelandet, außerdem war ein Hubschrauber der NRW-Polizei in der Luft. Von dort aus hatten sich gegen 13 Uhr Beamte in das Waldgebiet abgeseilt und beide Insassen gerettet. Die schwer verletzten Opfer wurden danach zu den Rettungshubschraubern gebracht. Dort nahmen sie die Besatzungen für den Weitertransport ins Krankenhaus in Empfang. 

Auch die Spurensicherung war Ort, genauso wie das Kriminalkommissariat 11 der Recklinghäuser Polizei, das bei solchen Unglücken und eventuellen Todesfallermittlungen als erstes hinzugezogen wird.

Für die Einsatzkräfte ging es nach der Bergung der Verletzten darum, überhaupt erst einmal zu dem verwaisten Flugzeug vorzudringen. Es lag in einem unwegsamen Gelände in dichtem Pflanzenbewuchs. Im Tank befand  sich noch Treibstoff, der abgepumpt werden musste, um die Explosionsgefahr zu beseitigen.

In dem spärlich besiedelten Areal hat nach ersten Erkenntnissen keiner der Nachbarn den Absturz beoboachtet.
Autor
Oliver Prause, Thomas Fiekens, Peter Möller
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. September 2016, 12:19 Uhr
    Aktualisiert:
    22. September 2016, 16:52 Uhr
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