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Landesweite Liste sorgt für Verwirrung: "Gefährliche" Merkurstraße?

MARL In Essen gilt ein Platz in der Innenstadt als besonders verrufen und gefährlich, in Hagen sollen rund um den Hauptbahnhof die Drogendealer-Szene und Taschendiebe zu Hause sein. Neben solchen Schauplätzen steht auch die Merkurstraße in Marl auf der Liste der gefährlichen Orte in NRW. Das sorgt für Verwirrung.

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    Ähnlich wie hier bei einer Razzia in Obersinsen im September 2015 durchsuchte ein Großaufgebot der Polizei gestern in den frühen Morgenstunden 80 Wohnungen an der Merkurstraße, die während des Einsatzes weiträumig abgesperrt wurde Marcel Kusch (Marcel Kusch)

In dieser Woche veröffentlichte das NRW-Innenministerium auf Anfrage der CDU die Liste der „gefährlichen Orte“, die Polizeibehörden im Land gemeldet hatten. Während aus Köln oder Dortmund und anderen Städten öffentliche Straßen und Plätze genannt wurden, kamen Wohnhäuser in der Merkurstraße als nicht öffentlich zugängliche Orte mit in die Aufzählung.

In anderen Städten geht es um Drogenhandel und Gefahr für Passanten, die Meldung Merkurstraße bezieht sich auf eine Polizeiaktion, die im Herbst für Aufsehen sorgte. In den Wohngebäuden hatte die Polizei am 25. Oktober 2016 mit einer Einsatzhundertschaft und mit Unterstützung des Marler Ordnungsamts 80 Wohnungen durchsucht und 153 Personen kontrolliert. Während der nächtlichen Polizeiaktion war der gesamte Bereich rund um die Merkurstraße weiträumig abgesperrt worden.

An der Merkurstraße wurden Verdächtige vermutet, die in ganz Deutschland Straftaten begangen haben sollten – schwerpunktmäßig, Diebstähle, Wohnungseinbrüche und Körperverletzungsdelikte. In auffällig vielen Vernehmungen verschiedener Polizeibehörden hatten mutmaßliche Straftäter die Merkurstraße in Marl als ihre Wohnanschrift genannt.
Bei der Razzia im Oktober wurden mehrere Aufenthaltsverstöße und Drogendelikte festgestellt. Ein ungültiger Führerschein wurde eingezogen. Es gab eine Festnahme.

„In diesem einen Fall lagen alle gesetzlichen Voraussetzungen für eine Personenkontrolle vor. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Straße dauerhaft als gefährlich einstufen“, erklärt Andreas Wilming-Weber. Seit der Großaktion werde die Marler Adresse bei Vernehmungen auch nicht mehr genannt.
 
Autor
Martina Möller
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. April 2017, 15:32 Uhr
    Aktualisiert:
    1. Mai 2017, 03:33 Uhr
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