Münster - Lünen: Bahnstreckenausbau wird viel teurer als geplant

MÜNSTER Der geplante Ausbau der Bahnstrecke von Münster über Lünen nach Dortmund wird mehr als doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Am Freitag erklärte Jan Mücke (FDP), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, dass das Bauprojekt 377 Millionen Euro kosten werde.

  • Die Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen ist eingleisig. Der Ausbau auf komplette Zweigleisigkeit ist geplant - doch er wird offenbar teurer.

    Die Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen ist eingleisig. Der Ausbau auf komplette Zweigleisigkeit ist geplant - doch er wird offenbar teurer.

Im Bundesverkehrswegeplan war die Strecke noch mit 177 Millionen Euro veranschlagt. „Die Kostensteigerung beruht auf neuen vertieften Erkenntnissen der Deutschen Bahn“, erklärte der persönliche Referent des Staatssekretärs auf Anfrage. Die Kostenschätzungen für den Ausbau der Strecken seien Anfang des Jahres aktualisiert worden. Zuletzt seien die Kosten im Jahr 2003 berechnet worden.

Damals war der Ausbau der Strecke unter den vordringlichen Bauprojekten des Bundes eingruppiert worden. Zwischen Münster und Lünen ist die Strecke bisher einspurig – hier ist seit Jahren ein zweites Gleis geplant. Außerdem soll die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke von 160 auf 200 Kilometer in der Stunde erhöht werden.

Ministerium ist überrascht

Staatssekretär Mücke bekräftigte bei einem Besuch in Münster, dass der Bund trotz der Kostensteigerung am Ausbau zur zweigleisigen ICE-Strecke festhalte. „Im Vergleich mit anderen Bahnprojekten ist das ein niedriger Betrag“, erklärte der FDP-Politiker. Er begrüße es, dass Politiker vieler Parteien hinter dem Projekt stehen. Zudem hat das Land NRW sich bereit erklärt, die Planungskosten für die Strecke bis zur Herstellung des Baurechts vorzufinanzieren. „Dadurch ist der Bund in der Pflicht, die Strecke anschließend auch zu bauen“, so der Staatssekretär.

Im NRW-Verkehrsministerium zeigte sich ein Sprecher überrascht von der Kostensteigerung. Er betonte aber, dass das Land in die Bauplanungen von Bund und Bahn nicht eingebunden sei.
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