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Wegen Mordes: Messerstecher von der Forellstraße muss 14 Jahre in Haft

RECKLINGHAUSEN Das Urteil ist gefallen: Der vorbestrafte Vergewaltiger, der am 1. Februar seine Ex-Frau vor den Augen der 13-jährigen Tochter erstochen hatte, wurde am Freitag wegen Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt. Danach: Sicherheitsverwahrung.

Es müssen unfassbar grausame Szenen gewesen sein, die sich damals abgespielt haben. Die 49-Jährige lag auf der Couch, als der Angeklagte mit einem Messer auf sie losging. Die Rechtsmediziner hatten später über 20 Stich- und Schnittverletzungen gezählt.

Motiv: Krankhafte Eifersucht

Das angebliche Motiv: krankhafte Eifersucht. „Er war wütend, dass sich seine Ex-Frau einem Nachbarn zugewendet hat“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. „Er hat sie exklusiv für sich beansprucht.“
Wie sich später herausstellte, hatte der Angeklagte die Tat sogar angekündigt. „Ich bringe sie um.“ „Ich steche sie ab.“ So oder so ähnlich soll er sich vor Bekannten geäußert haben.

Der 55-Jährige ist bereits zweimal wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Wegen seiner besonderen Gefährlichkeit hatte er zwischen 1996 und 2009 außerdem schon einmal 13 Jahre in der Sicherungsverwahrung verbracht. Dass er überhaupt entlassen worden ist, hat er seiner nun getöteten Ex-Frau zu verdanken. Mit ihr wollte er noch einmal ein ganz neues Leben beginnen.

Beleidigungen und Gewalt

Doch Liebe und Harmonie waren angeblich schnell verflogen. Im Prozess war von hässlichen Beleidigungen und Gewalt die Rede. Mit einem Messerangriff hat die 49-Jährige aber wohl nicht gerechnet. „Sie hatte keine Chance, sich zu wehren“, sagte Nebenklagevertreter Holger Möller im Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht. „Sie ist sofort gestorben.“ Die Angehörigen seien schwer traumatisiert. „Es wird Jahre dauern, das zu verarbeiten“, so Anwalt Möller.

Da der Angeklagte mit rund 2,6 Promille stark alkoholisiert war, gingen die Richter von verminderter Schuldfähigkeit aus. Nur deshalb ist keine lebenslange Haftstrafe verhängt worden. Die erneute Anordnung der anschließenden Sicherungsverwahrung ist zum Schutz der Allgemeinheit erfolgt.
 
Autor
Jörn Hartwich
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    16. September 2017, 07:41 Uhr
    Aktualisiert:
    16. September 2017, 13:49 Uhr