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Die Thier-Galerie, hier der Eingang über das ehemalige Berlet-Haus, wird das Gefüge im City-Handel verändern. (Grafik: ECE)
Darüber waren sich am Dienstagabend im Hotel Park Inn alle drei geladenen Referenten einig: Peter Erb vertrat als Filialgeschäftsführer von Karstadt Dortmund das Konzept des Warenhauses. Wim Gelhard ist als Vorsitzender der Dortmunder Qualitätsroute ein Verfechter des inhabergeführten Einzelhandels.
Und Axel Vosschulte steht als Geschäftsführer von Store Concept für die Vertikalisierung des Einzelhandels (S. Oliver, Esprit, Street One etc.), also die enge Zusammenarbeit zwischen Produzent und Einzelhändler. „Wir sind auch ein bisschen wie ein Center“, meinte Erb, aber flexibler.
16 ECE-Centern
Karstadt biete eine Vielzahl von Fachgeschäften unter einem Dach. „Doch wir können einfach zu Weihnachten unsere Fläche für Spielwaren verdoppeln. Das können die Geschäfte im Center nicht.“ Dem widersprach Vosschulte, der selbst in 16 ECE-Centern mit seinem Store Concept vertreten ist, „in 14 verdienen wir sehr gutes Geld“.
„Die Ansammlung von Fachgeschäften gibt es in den Centern in Perfektion. Wände zu verschieben ist kein Problem.“ Er selbst geht mit zwei Läden in die Thier-Galerie. Vosschulte prognostizierte: „Das ECE wird brutal für die Warenhäuser.“
Im Übrigen sollte sich die 1a-Lage zwischen Reinoldikirche und Kaufhof nicht so sicher fühlen. Auch da könnte es zu Verschiebungen kommen. Mit Sicherheit werde der Ostenhellweg unter dem Einkaufscenter leiden, wo er selbst mit seinem Geschäft sitzt.
„Was kann ich meinen Kunden bieten, damit sie vom ECE die 500 Meter weiter bis zu mir gehen“, fragte Vosschulte und hat darauf schon eine Antwort gefunden: Er hat seine Fläche bereits verdoppelt, bietet mit einer Kundenkarte viele Vergünstigungen und Service.
Sortimentsverkleinerungen
Auch die Brückstraße könnte Probleme bekommen. „Die hat sich nicht etabliert, hat kein erkennbares Gesicht, es fehlen die Einzelhändler, die die gesamte Straße mitziehen.“ Erb teilte Vosschultes Einschätzung zu Brückstraße und Ostenhellweg. Er unterstrich, dass Karstadt flexibel mit Sortimentsverkleinerungen oder -ausweitungen auf das ECE reagieren werde.
Wim Gelhard zeigte sich überzeugt, dass er seine Kunden auch künftig mit Qualität in sein Einrichtungsgeschäft an der Schliepstraße ziehen kann.
Einig waren sich alle, dass die Thier-Galerie zusätzliche Kaufkraft in die Stadt bringen wird und „dass die top-geführten Fachgeschäfte in der Toplage nichts zu befürchten haben“. Doch die anderen City-Lagen sollen nach Vorstellung des City-Rings nicht nur auf das Center reagieren, sondern im Vorfeld agieren.