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Wien (dpa) Der österreichische Film ist in der Königsklasse angekommen. Seit 2000 konnte die Alpenrepublik vier Oscars und neun Nominierungen bei den Academy Awards einheimsen.
Christoph Waltz mit seinem Oscar. Foto: Paul Buck (Foto: dpa)
Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz (56) nahm den begehrten Goldjungen in der Nacht zum Montag für seine Rolle in «Django Unchained» zum zweiten Mal entgegen. Regisseur Michael Haneke (70) sicherte sich den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film mit «Liebe». Österreich jubelt nun über die Auszeichnungen.
Die sichtbaren Erfolge seien aber nur die «Spitze des Eisberges», sagte die Präsidentin des Verbandes der österreichischen Filmproduzenten (AAFP), Gabriele Kranzelbinder. Zahlreiche Künstler arbeiteten seit Jahren konsequent für die Weiterentwicklung des österreichischen Films. «Es herrscht da eine gewisse Radikalität. Es gibt das Bedürfnis, Themen zu erzählen in eigenwilliger und unangepasster Form», so Kranzelbinder.
Die große Oscar-Gala in Hollywood könne daher nicht als einziger Gradmesser genommen werden. Seit 2008 wurden österreichische Beiträge auf über 1500 internationalen Festivals gezeigt: Davon 90 auf A-Festivals in Berlin, Cannes oder Venedig, wie das österreichische Filminstitut mitteilte. Insgesamt 25 Preise sahnten Künstler dabei ab.
Allseits präsent ist Ulrich Seidl (60), der dafür bekannt ist, immer wieder unbequeme Themen anzusprechen. Erst bei der Berlinale zeigte der Starregisseur den dritten Teil seiner Trilogie «Paradies: Hoffnung».
Doch nicht nur die einzelnen Leistungen der Künstler seien für die jüngsten Oscar-Erfolge verantwortlich. «Die Academy Awards haben sich in den letzten Jahren für diese Filme auch geöffnet», sagte Dagmar Streicher vom österreichischen Regieverband ADA. Produktionen aus Europa hätten generell oft mehr Tiefgang als viele US-Werke. «Das können wir mit Stolz zeigen», so Streicher.
So konnte bereits 2008 Regisseur Stefan Ruzowitzky (51) mit seinem KZ-Drama «Die Fälscher» den Auslands-Oscar holen. Von einer «weiteren Sternstunde für den österreichischen Film» sprach Ruzowitzky im Interview mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA über die neuen Prämierungen seiner Kollegen.
Wichtig für weitere Erfolge seien aber verbesserte Rahmenbedingungen. 2011 zahlten 19 Förderinstitutionen insgesamt knapp 67 Millionen Euro aus. «Die Entwicklung des Budgets in den letzten Jahren ist positiv, aber wir kämpfen nach wie vor», sagte Kranzelbinder.
Breite Zustimmung vom Publikum kommt aber nicht nur aus dem Ausland. Weltweit sahen in den letzten fünf Jahren mehr als zwölf Millionen Menschen einen österreichischen Film im Kino. In Österreich waren es im gleichen Zeitraum fünf Millionen. «Es hat sich ein größeres Bewusstsein für heimische Produktionen entwickelt. Die Leute werden diesbezüglich immer aufmerksamer», sagte Iris Zappe-Heller vom österreichischen Filminstitut.
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