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Malaga der 90er-Jahre: Deportivo La Coruna 1994 zu Gast beim BVB

rnZeitspiel

Der BVB kann dramatische Europapokalspiele. Sofort in den Sinn kommt da das 3:2 gegen Malaga 2013. Doch schon 1994 gab es ein Spiel mit erstaunlichen Parallelen: gegen Deportivo La Coruna.

Dortmund

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Dienstagabend, Europapokal. Blau-Weiße Spanier zu Gast bei Schwarz-Gelben Borussen. 120 beziehungsweise 90 Minuten, die von rund fünf Minuten Wahnsinn in der Schlussphase in den Schatten gestellt wurden. Direkt vor der Dortmunder Südtribüne. Erst Hoffnung, dann die Enttäuschung. Gefolgt von eben jenen Minuten, die schier Unmögliches möglich machten. Parallelen, die kaum von der Hand zu weisen sind: BVB gegen Malaga 2013 – BVB gegen Deportivo La Coruna am 6. Dezember 1994 - genau vor 24 Jahren.

Malaga der 90er-Jahre: Deportivo La Coruna 1994 zu Gast beim BVB

Erstaunliche Parallelen: 2013 schießt Felipe Santana durch seinen Treffer zum 3:2 den BVB in der zweiten Minute der Nachspielzeit gegen Malaga ins Halbfinale der Champions League. Zuvor hatte schon Marco Reus in der Nachspielzeit getroffen. Erst im Finale musste sich der BVB dem FC Bayern geschlagen geben. © imago

Für einen Fußball-Fan sind nicht nur gewonnene Titel oder Spiele, in denen man den Gegner auf gut Fußballdeutsch gesagt, „aus dem Stadion schoss“, Momente, die ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Es sind vor allem Spiele mit unfassbaren Wendungen, die hängen bleiben.

Der BVB nimmt ein 0:1 aus dem Hinspiel mit in die Partie

Nikolaustag 1994: Der BVB traf mit einer 0:1-Hinspiel-Niederlage im Gepäck auf Deportivo La Coruna. Zum Rückspiel im Achtelfinale des UEFA-Pokals in der Saison 1994/95 empfing man das damalige spanische Spitzenteam vor 35.400 Zuschauern.

Bei Borussia Dortmund steckte viel Geld im Kader. Mit Spielern wie Sammer, Cesar, Zorc, Möller, Riedle oder Chapuisat – um nur einige zu nennen – konnte Schwarzgelb eine namhafte Aufstellung präsentieren. Dennoch war La Coruna an diesem Tag besser. BVB-Torhüter Stefan Klos hatte, im wahrsten Sinne des Wortes, alle Hände voll zu tun.

La Coruna gleicht in der Verlängerung aus

Durch das Hinspiel-Ergebnis brauchte es einen Sieg mit zwei Toren Unterschied zum Weiterkommen für die Borussen. Es schien aussichtslos. Dann der Hoffnungsschimmer von Michael Zorc: Durch sein 1:0 in der 50. Minute machte der heutige Sportdirektor des BVB die Verlängerung möglich. Aber mit La Coruna hatte Borussia Dortmund einen Gegner, der die Zügel auf dem Grün über fast zwei Stunden fest in der Hand hielt. Einen Gegner, der sich in der 102. Minute sicher in der nächsten Runde wähnen konnte, als Alfredo – mit einem äußerst sehenswerten Lupfer ins lange Eck – ausglich. Endlich ausglich, aus Sicht der Spanier.

Enttäuschung in Schwarzgelb, die Hoffnungen dahin. Man benötigte aufgrund der Auswärtstorregel nun zwei Treffer gegen überlegene Iberer. Noch 18 Minuten verblieben. Unaufhaltsam lief die Uhr herunter, die Reihen im Stadion lichteten sich immer deutlicher. Dann eine Flanke in der 116. Minute in den spanischen Strafraum – Karlheinz Riedle traf unnachahmlich mit dem Kopf. 2:1 für den BVB. Das reichte noch nicht, aber plötzlich schien wieder alles möglich. Die Hoffnung war zurück.

Malaga der 90er-Jahre: Deportivo La Coruna 1994 zu Gast beim BVB

Matthias Sammer, Stefan Klos und Bodo Schmidt können es kaum fassen. Der BVB zieht doch noch ins Viertelfinale des Uefa-Cups ein. Auch gegen Lazio Rom eine Runde später schafft die Borussia nach einem 0:1 im Hinspiel durch einen 2:0-Sieg die Wende. Im Halbfinale ist gegen Juventus Turin dann aber Schluss. © imago

Drei Minuten später, 119. Minute: Bodo Schmidt eroberte den Ball, trieb ihn durch die gegnerische Verteidigung hindurch. Nicht unbedingt technisch schön, sondern eher mit etwas Glück aber unbedingtem Willen. Von seinem Schienbein prallte der Ball zu Lars Ricken. Der damals 18-Jährige tauchte plötzlich völlig frei vor dem Tor auf. Tauchte vor der Südtribüne auf. Schoss einfach.

Ricken bugsierte den Ball unter die Querlatte. Das Tor zum 3:1. Explosionsartiger Jubel, das Stadion stand Kopf. Ein paar Minuten später war das Wunder perfekt und der BVB eine Runde weiter. Ein Spiel, das etwas mehr als 18 Jahre als das größte Europapokal-Drama auf Dortmunder Boden galt – bis sich an gleicher Stelle gegen den FC Malaga 2013 ähnliche Szenen abspielen sollten.

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