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Niklas Stark ist dank zuletzt starker Leistungen in aller Munde. Im Interview spricht der 23-Jährige über Reife, eine Karriere in der Nationalmannschaft und das angebliche BVB-Interesse.

Dortmund/Berlin

, 15.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Stamm-Innenverteidiger der Hertha hat nur eins seiner acht Spiele gegen den BVB gewonnen, Gründe dafür kann er nicht benennen. Sein Klub aus Berlin fühlt sich in Spielen gegen den BVB allerdings ziemlich wohl.



In der vergangenen Woche sind zwei Abwehr-Planstellen in der Nationalmannschaft frei geworden. Hat Joachim Löw schon angerufen?

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich das Thema Nationalmannschaft nicht im Hinterkopf hätte. Ich bin mit der U21 Europameister geworden und für jeden ist es doch ein Ziel und ein Traum für sein Land spielen zu dürfen. Mein Fokus gilt aber voll dem nächsten Spiel. Ich versuche Woche für Woche Leistung zu zeigen und bestmöglich mitzuhelfen, dass wir mit Hertha BSC Spiele gewinnen. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.



Ihr Weg dorthin ist eigentlich vorgezeichnet, auch Pal Dardai sagt: „Niklas bringt für einen Nationalspieler alles mit.“ Passendes Alter, trotzdem schon viel Erfahrung mit 116 Bundesliga-Spielen, Vize-Europameister mit der U17 , Europameister mit der U19 und U21…

Was die Fakten angeht, gut recherchiert. (lacht) Ist doch schön, wenn mein Trainer das so sieht. Ich sehe das als Ansporn.



Sie sind seit 2015 in Berlin, die Hertha hat von Beginn an auf Sie gesetzt. Ihr Trainer Pal Dardai hat dazu schmunzelnd gesagt: „Wir haben mit dem Festhalten an den jungen Spielern auch Lehrgeld bezahlt. Aber es hat sich gelohnt und auch Niklas hat aus seinen Fehlern immer wieder gelernt.“ War Berlin die perfekte Station nach ihrem Bundesliga-Debüt in Nürnberg?

Das ist jetzt meine vierte Saison in Berlin, hier ist alles mindestens eine Nummer größer als in Nürnberg. Genauso hatte ich es mir vorgestellt. Ich habe von Beginn an das Vertrauen von Trainer und Verein gespürt und ich konnte mich gemeinsam mit Hertha BSC in der Bundesliga Schritt für Schritt weiterentwickeln.“

Wie schwer fiel es Ihnen, die Heimat zu verlassen?

Natürlich ist das ein Schritt, aber ich bin immer noch sehr heimatverbunden und noch regelmäßig dort, um Familie und Freunde zu sehen.

Wo sehen Sie sich jetzt in Ihrem persönlichen Reifeprozess?

Als Spieler und als Mensch natürlich deutlich weiter als noch in Nürnberg. Aber ich habe ja auch noch ein bisschen was vor mir, lerne täglich dazu. Aber das ist ja ganz normal.

Ihre konstant guten Leistungen haben angeblich auch den FC Bayern auf Sie aufmerksam gemacht. Was denkt man, wenn man davon hört?

„Ich weiß gar nicht wo dieses Gerücht immer wieder herkommt. Sollte das ernsthaft so sein, dann kenne ich nur wenige Spieler, die sich grundsätzlich nicht geschmeichelt fühlen, wenn sie mit einem solchen Verein in Verbindung gebracht würden.

„Ich bin eher jemand, der sich auf die Spiele und die Leistung konzentriert und nicht in Zukunftsplänen denkt.“
Niklas Stark

Und das in dieser Woche kolportierte Interesse von Borussia Dortmund?

Hier gilt dasselbe. Aber ich habe schon einmal gesagt, dass zwischen einem Gerücht und einem tatsächlichen Wechsel ein großer Unterschied liegt.



Viele Spieler stellen für sich „Karriere-Pläne“ auf. Steht in Ihrem, dass sie die Hertha irgendwann verlassen müssen, um noch weiter zu kommen?

Ich bin eher jemand, der sich auf die Spiele und die Leistung konzentriert und nicht in Zukunftsplänen denkt. Damit bin ich bisher ganz gut gefahren. Alles andere lasse ich auf mich zukommen und mache mir dann Gedanken darüber, wenn es soweit ist.



Sie hätten noch deutlich mehr Spiele absolvieren können, wenn nicht immer wieder Verletzungen Sie ausgebremst hätten. Wie frustrierend war das?

Das nervt natürlich extrem, sich dann immer wieder ein paar Wochen ranzukämpfen zurück zur Mannschaft. Aber Verletzungen gehören zum Fußball dazu. Ich hoffe trotzdem, dass ich jetzt erst einmal verschont bleibe.“



Typisch Hertha? Sie hatten im Winter den Anschluss an die Europapokal-Plätze hergestellt, nach dem 1:2 in Freiburg aber droht wieder tristes Mittelmaß. Woran liegt das?

Wir haben im Laufe der Saison leider in ein paar Spiele zu viele Punkte liegen gelassen. Das ist richtig. Das hat aber nicht den einen Grund. Denn, wenn es den gäbe, dann könnte man ihn ja sofort abstellen. Insgesamt wehre ich mich aber dagegen, wenn ein Mittelfeldplatz mit Mittelmaß gleichgesetzt wird. Das ist mir zu negativ.

Niklas Stark über die Offensivpower des BVB und die jüngsten Wechselgerüchte

Niklas Stark: „Spiele gegen den BVB oder auch gegen die Bayern sind immer besondere Spiele.“ © imago

Was fehlt der Hertha zu einer Mannschaft, die konstant um Europa mitspielen kann?

Ich finde, dass wir uns in den vergangenen Jahren mit den Plätzen 10, 6 und 7 sehr ordentlich entwickelt haben. 2015 wäre Hertha fast abgestiegen. Das sollte man nicht vergessen. Sollten wir mit der Mannschaft so zusammenbleiben und noch mehr Konstanz in unsere Spiele kriegen, dann können wir zu den Mannschaften gehören, die um die internationalen Plätze mitspielen.



Dortmund wartet seit vier Spielen in Berlin auf einen Sieg, Sie haben auch in der Hinrunde beim 2:2 einen Punkt ergattert. Liegt Ihnen der BVB besonders gut?

Ich hoffe, dass wir diese Serie fortsetzen. Ich hätte nichts dagegen und wir werden alles dafür tun. Spiele gegen den BVB oder auch gegen die Bayern sind immer besondere Spiele.



BVB-Trainer Lucien Favre hat zuletzt auf totale Offensive gesetzt, Reus, Götze, Sancho und Alcacer gemeinsam auf dem Feld gehabt. Vor wem müssen Sie sich besonders in Acht nehmen?

Da geht es gar nicht um Einzelne. Wir müssen als Mannschaft so intensiv und engagiert verteidigen, dass die gesammelte Offensiv-Power des BVB möglichst wenig zur Entfaltung kommt.



Zum Schluss noch eine These: Niklas Stark gehört 2020 zum DFB-Kader für die Europameisterschaft…

Ja, nein, vielleicht ... setzen Sie das Kreuzchen selbst.

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