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Weigl auf der Suche nach gewohnter Spielstärke

Fremd im neuen BVB-System

Mit den Problemen des BVB in den vergangenen Wochen fiel es auch Julian Weigl schwer, nach langer Pause zu gewohnter Spielstärke zu finden. Der Durchstarter der vergangenen zwei Spielzeiten fremdelt auch mit dem neuen System.

DORTMUND

, 30.11.2017 / Lesedauer: 4 min
Weigl auf der Suche nach gewohnter Spielstärke

Mittendrin, aber nicht so recht dabei: Im Spiel gegen Schalke war Julian Weigl vom Dortmunder Spielaufbau weitgehend abgeschnitten. © Kirchner

Als er im Alter von 18 Jahren urplötzlich Kapitän einer Zweitliga-Mannschaft war, noch dazu in einem großen Traditionsverein wie 1860 München, da bekam Julian Weigl zu spüren, wie es ist, im Mittelpunkt zu stehen. „Plötzlich stand ich ganz allein vor vielen Fernsehkameras und musste erklären, warum es nicht lief bei uns“, erinnerte er sich kürzlich im Interview mit dieser Redaktion.

Ein Gesicht der Dortmunder Krise

Schüchternheit gehört allerdings nicht zu seinen hervorstechenden Charaktereigenschaften, Julian Weigl wuchs vielmehr an dieser Herausforderung, er entwickelte sich zu einem Führungsspieler des Zweitligisten. Borussia Dortmund wurde auf ihn aufmerksam, und unter dem damals neuen Trainer Thomas Tuchel startete Weigl dann so richtig durch.

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Doch nach seiner langen Verletzungspause kämpft der Sechser unübersehbar um Rhythmus, um Konstanz und die alte Sicherheit in seinen Leistungen. Auch Julian Weigl ist ein Gesicht der Dortmunder Krise. Überdeutlich wurde dies beim 4:4 im Jahrhundert-Derby gegen Schalke 04 am vergangenen Wochenende.

Nur 36 Ballkontakte

Weigls nackte Zahlen nach dieser Partie waren ernüchternd. Er hatte 36 Ballaktionen. Nur. Er spielte 25 Pässe, nur 16 kamen zum eigenen Mann. Auch das sind alarmierende Zahlen. Das Spiel lief an dem Mann, der sich in der vergangenen Saison den Spitznamen „Passmaschine“ erworben hatte, weitgehend vorbei.

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Das lag in dieser Partie zwar auch daran, dass Weigls Trainer Peter Bosz auch auf Wunsch der Spieler auf ein 3-4-3 (3-4-2-1) gewechselt war. An Weigls Seite auf der Doppelsechs stand in Nuri Sahin ein erfahrener Spieler, der die meisten Bälle auf sich zog, dessen natürlicher Anspruch es ist, beim Ballvortrag der Initiator zu sein. Die Vergleichswerte verdeutlichen das: Sahin spielte 58 Pässe mit einer Quote von 78 Prozent, er hatte 71 Ballkontakte. Fast doppelt so viele wie sein junger Nebenmann.

"Die größte Umstellung"

Auch ohne Sahin neben sich fremdelt Julian Weigl allerdings noch mit der neuen Definition der Sechserrolle. „In unserem neuen System ist meine Rolle die größte Umstellung“, hat Weigl im Interview zugegeben. „Ich stehe viel höher, vor allem gegen den Ball.“ Seine Durchschnittswerte in dieser Saison belegen den optischen Eindruck: Weigls Ballaktionen sind von 80,1 im Schnitt in der Vorsaison auf 53 in dieser Spielzeit zurückgegangen. Sein Rekordwert der Vorsaison, als er mit 214 Ballaktionen eine alte Bestmarke von Xabi Alonso überbot, erscheint wie eine Phantomzahl.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

BVB-Training in Brackel am 30. November

30.11.2017
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Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
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Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner
Bilder des BVB-Training in Brackel am 30. November.© Guido Kirchner

Auch in anderen Bereichen sind die Zahlen nach unten gegangen. Er spielt durchschnittlich elf Pässe pro Spiel weniger, seine Passquote sank von 90 auf 86 Prozent. „Julian macht gerade durch, dass der Weg eines jungen Profis nicht immer steil nach oben führt“, sagt auch Sportdirektor Michael Zorc. „Er weiß, dass nach seiner langen Verletzungspause in seinem Spiel noch viel Potenzial steckt.“

"Ich bin kein Küken mehr"

Weigl hat sich selbst in die Pflicht genommen vor dieser Saison. „Ich bin kein Küken mehr“, hat er gesagt, in seinem dritten BVB-Jahr wollte er mehr Verantwortung übernehmen, noch mehr Präsenz auf dem Feld zeigen. Borussia Dortmund aus der Krise zu führen, scheint ihn momentan allerdings ein Stück weit zu überfordern.

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