Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

25-Jähriger hat Krankenschwester im EvK bespuckt

rnProzess am Amtsgericht

Ein 25-Jähriger war angeklagt, eine Krankenschwester am EvK bespuckt und eine Glastür eingetreten zu haben. Das Urteil verlängert seine Haft, obwohl die Beleidigungsanzeige vom Tisch ist.

Castrop-Rauxel

, 23.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Er wird im nächsten Monat 26, doch die bisherige Bilanz liest sich nicht gut. Kein Beruf, keine Wohnung, aber schon acht Vorstrafen, von denen die meisten bereits im Jugendalter begangen wurden. Was ihm sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen einbrachte.

Auch am Freitag wurde der Mann aus der Haft heraus dem Strafrichter vorgeführt. Muss noch bis September eine Jugendstrafe absitzen. Und weil er die Geldstrafe aus einem anderen Verfahren nicht bezahlen kann, werden bei einer Ersatzfreiheitsstrafe noch einmal 30 Tage draufgeschlagen. Jetzt ist klar, dass das noch nicht das Ende ist. Das jüngste Verfahren wegen Beleidigung und Sachbeschädigung brachte nochmals zwei Monate Haftstrafe ohne Bewährung ein.

Patient hatte Hausverbot

Der Anlass zu dieser Anklage ist schon ein Jahr her. Da war der Mann im Evangelischen Krankenhaus (EvK) ausgerastet, hatte eine Krankenschwester beschimpft und bespuckt und außerdem noch eine Glastür eingetreten. Sachschaden: 500 Euro.

„Ich war in der offenen Abteilung der Psychiatrie und an diesem Tag entlassen worden“, schildert der Angeklagte den Tag. Doch vorher habe er einer Bekannten noch etwas zu essen bringen wollen, kam noch einmal auf die Station. Dort wurde er jedoch von einer Krankenschwester weggeschickt. Er solle die Bekannte bitte anderswo treffen. „Es war ein Teambeschluss, der Patient hatte mit mehreren Kollegen Streit“, erklärte die Krankenschwester ihre Entscheidung. Doch anstatt zu gehen, flippte der Mann aus. Beleidigte die 54-Jährige und spuckte ihr ins Gesicht. Dann, im Fortgehen, trat er so fest gegen eine Glastür, dass diese zersplitterte.

„Tür nur sehr fest zugemacht“

Eine Ergotherapeutin bestätigte das. Wogegen der Angeklagte behauptete, das Spucken nur angedeutet, die Tür nur sehr fest zugemacht zu haben. Die Krankenschwester berichtete, dass sich der ehemalige Patient während eines weiteren Aufenthalts in der Klinik entschuldigt habe. Sie zog die entsprechende Anzeige zurück, doch der Vorwurf der Sachbeschädigung blieb bestehen und wurde verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf bestätigt, unterstellte dem Angeklagten zudem eine gewisse Grundaggression und forderte eine Haftstrafe von zwei Monaten. Dem schloss sich der Richter mit seinem Urteil an.

So bleibt dem Mann noch bis kurz vor Weihnachten Zeit, um über seine Zukunft nachzudenken.

Lesen Sie jetzt