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Schüler und Lehrer sind am Strand oder im Freibad. Doch in vielen Schulen wird derzeit hart gearbeitet. Ferienzeit ist Sanierungszeit. Gelder sind vorhanden, doch oft stößt das Handwerk an Kapazitätsgrenzen.

Castrop-Rauxel

, 08.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Während Schüler und Lehrer momentan ihre Ferien in vollen Zügen genießen, ziehen häufig Bauunternehmen und Handwerker in die Schulen ein. Auch in diesen Sommerferien lässt das städtische Immobilienmanagement wieder viele Bauarbeiten in Schulen durchführen – insbesondere die Arbeiten, die beim laufenden Schulbetrieb zu größeren Beeinträchtigungen führen würden. An und in zehn Schulgebäuden und in einer Turnhalle können in diesem Sommer gut 2,7 Millionen Euro investiert werden.

Das sind die größten Baustellen

  • Schulgebäude der ehemaligen Franz-Hillebrand-Haupschule, Uferstraße: Nachdem die Franz-Hillebrand-Hauptschule dort geschlossen wurde, wird das Gebäude ab August Teilstandort der Martin-Luther-King-Förderschule. Dafür muss noch einiges gemacht werden. Heizkörper, Türen und Fenster werden erneuert und es gibt dort etliche Umbaumaßnahmen.

  • Im Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG) werden die naturwissenschaftlichen Räume sowie eine WC-Anlage saniert und die Beleuchtung und die Elektrounterverteilungen erneuert.

  • Am Standort Schillerstraße der Sekundarschule lässt die Stadt die Physikräume sanieren, eine von drei Maßnahmen, die in diesen Sommerferien mit Bundesmitteln aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFÖG II) finanziert werden.

  • Auch die Altbausanierung der Heizung, der Heizkörper und des Rohrnetzes an der Fridtjof-Nansen-Realschule (FNR) kann diesen Sommer erledigt werden.

  • Am Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) werden die Wasseranschlüsse und die Waschtische erneuert. Das Haus 1 des ASG erhält zudem eine Fassadensanierung.

  • In der Turnhalle der Cottenburgschule werden neue Tore und Prallschutz angebracht sowie die Sanitäranlagen und Umkleiden saniert.

  • Das Treppenhaus und zwei Fensterwände in der Grundschule Am Hügel und der Sonnenschutz für die Küche werden erneuert.

  • Die Klassenräume der Grundschule Am Busch erhalten eine neue Beleuchtung.

  • In der Erich-Kästner-Schule erfolgen kleinere Arbeiten zur Erweiterung des Offenen Ganztags (OGS).

  • Für Gerätschaften und zu Lagerzwecken wird an der Waldschule eine Garage gebaut.

  • Außerdem erhält die Wilhelmschule im Laufe der Sommerferien einen Differenzierungsraum. Dafür hat die Stadt keine externen Fördermittel zur Verfügung.

Land macht keine Vorgaben mehr

Die Stadt kann als Schulträger autonom über die Sanierung der Schulen entscheiden. Seit Einführung der Bildungspauschale vor acht Jahren macht das Land keine Vorgaben mehr bei Sanierungsarbeiten. Besondere Regelungen für Bauarbeiten im sensiblen Bereich Schule gibt es in Nordrhein-Westfalen ebenfalls nicht.

Für die Baustellen ist zuletzt viel Geld von Bund und Land zur Verfügung gestellt worden. Für die Sanierung und Modernisierung der Schulen stehen der Stadt zwischen 2017 und 2020 rund 24 Millionen Euro von Bund und Land zur Verfügung. Ein großer Anteil stammt aus dem Förderbudget Schulinfrastruktur des Bundes, insgesamt 6,6 Millionen Euro. Dazu kommt die jährliche Bildungspauschale des Landes, die 2018 1,93 Millionen Euro beträgt.

Bisher sind 1,35 Millionen Euro abgerufen

Groß ist auch der Topf des Programms „Gute Schule 2020“ des Landes. 9,75 Millionen Euro, aufgeteilt auf vier Jahre, fließen davon nach Castrop-Rauxel – gut 2,45 Millionen Euro pro Jahr. Doch abgerufen hat die Stadt davon bisher nur 1,35 Millionen Euro. „Mit Stichtag 31. Juli plant der Bereich Finanzen der Stadtverwaltung den nächsten Mittelabruf“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann dazu auf Anfrage unserer Redaktion.

So ist die Realisierung der meisten Baustellen in den Ferien durch „Gute Schule 2020“ möglich – wie die Arbeiten an der ehemaligen Franz-Hillebrand-Hauptschule, am EBG, der Cottenburgschule, der Erich-Kästner-Schule, der Grundschulen Am Hügel und Am Busch und der Waldschule. Die Sekundarschule hat die neuen Physikräume dagegen dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz zu verdanken.

Handwerker sind nur schwer zu finden

Eine Hürde für die Städte ist die anhaltende Hochkonjunktur. Handwerksbetriebe in das Zeitfenster der Sommerferien zu buchen, ist in vielen Regionen noch schwieriger als in den Vorjahren schon. „Ein Quartal muss man mindestens im Vorfeld einplanen. Bei Ausschreibungen mit EU-Mitteln sogar ein ganzes Jahr“, sagt Philipp Stempel, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW.

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