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42-Jähriger misshandelte Seniorin übel vor einer Dorstener Discounter-Filiale

rnGerichtsprozess

Er stieß einer alten Frau die Fäuste in den Rücken, boxte und trat sie - und das alles in und vor einer Discounter-Filiale in Rhade. Jetzt bekam der 42-Jährige dafür die Strafe.

Dorsten

, 22.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Draußen auf dem Gerichtsflur im Dorstener Amtsgericht saßen am Mittwoch sechs Zeugen – sie alle hatten Angst vor dem Angeklagten. Denn der 42-Jährige hatte eine ihrer Nachbarinnen aus Rhade „übelst misshandelt“, wie Strafrichterin Lisa Hinkers betonte. Doch um eine Aussage kamen die Augenzeugen herum: Der Rhader, aus der U-Haft in den Gerichtssaal vorgeführt, gestand seine hässliche Tat ohne Umschweife.

Ins Gesicht geschlagen und getreten

Es passierte am 12. September des vergangenen Jahres, in und vor der Filiale eines Discounters an der Erler Straße. Der groß gewachsene Angeklagte stieß der 71-jährigen Frau, die damals die Nachbarin seiner Mutter war, an der Kasse zunächst die Fäuste in den Rücken. Als die Seniorin nach draußen flüchtete, verfolgte er sie, schlug ihr ins Gesicht und gegen die Arme, trat auf sie ein, nahm ihre Geldbörse mit und warf diese anschließend in ein nahes Gebüsch.

Aus Angst nach Marl umgezogen

„Ich habe zahlreiche Prellungen erlitten, konnte danach nicht mehr schlafen“, erklärte die Frau im Gerichtssaal unter Tränen. Mit ihrem Ehemann sei sie später nach Marl gezogen, weil sie in Sorge war, dass sich ein solcher Vorfall wiederholen könnte. „Selbst da schrecke ich beim Spazierengehen immer zusammen, wenn mir jemand entgegenkommt, der Ähnlichkeit mit ihm hat.“ Zudem kam im Gerichtssaal heraus, dass der Angeklagte kürzlich auch den Ehemann des Opfers verprügelt und dafür bereits eine neunmonatige Bewährungsstrafe kassiert hatte.

Motiv blieb im Unklaren

Das Motiv des Angeklagten blieb im Unklaren. „Ich habe einen spontanen Ausraster gehabt“, sagt er zwar. Das Ehepaar habe nämlich versucht, seine Mutter aus deren Haus zu vertreiben. Belegen konnte er diesen Vorwurf aber nicht. Das 71-jährige Opfer bestritt diese Aussage. „Das ist alles gelogen, wir haben seiner Mutter nie etwas getan“, sagte die Frau.

Ein Jahr und drei Monate Bewährung

Als der Angeklagte im Gerichtssaal auf einem Foto die Verletzungen der Frau sah, schien er selbst erschrocken. „Das tut mir leid“, entschuldigte er sich schließlich. Das Schöffengericht verurteilte den Rhader zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, zudem muss er 180 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

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