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Freund der Familie verging sich an 15-jähriger Teenagerin

rnVergewaltigungsvorwurf

Einem 44-jährigen Dorstener wird sexueller Missbrauch einer damals 15-Jährigen vorgeworfen, darüber wird nun am Dorstener Amtsgericht verhandelt. Die Aufklärung wird jedoch schwierig.

Dorsten

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Dass es zu sexuellen Handlungen gekommen war, ist unbestritten. Auch, dass ein damals 15-jähriges Mädchen den Sex eigentlich gar nicht wollte. Doch zu welchem Zeitpunkt hat das minderjährige Opfer dem Angeklagten deutlich gemacht, dass er damit aufhören solle? Von der richterlichen Beantwortung dieser Frage hängt nun ab, welches Urteil ein 44-jähriger Dorstener in der kommenden Woche zu erwarten hat.

Aufklärung ist für uns ungemein schwierig

Am Mittwoch begann vor dem Dorstener Schöffengericht ein Strafprozess, „dessen Aufklärung auch für uns ungemein schwierig ist“, wie Richterin Lisa Hinkers während der Zeugenvernehmung betonte. Denn was passierte im November 2015 wirklich in der Wohnung des Dorsteners? War es einvernehmlich, wie der Angeklagte aussagte? Oder versuchte er, weiter mit seinem Geschlechtsteil in die 15-Jährige einzudringen, obwohl sie bereits „Nein“ gesagt hatte?

Ein guter Freund der Mutter des Mädchens

Der 44-Jährige war damals ein guter Freund der Mutter des Mädchens, die mit ihren Töchtern in Bottrop lebte. Er wurde zur Vertrauensperson des älteren Mädchens. Dann passierte, was der Mann jetzt als „großen Fehler“, den er stark bereue, bezeichnete. Er entwickelte körperliches Interesse an dem Mädchen, „ich habe ausgeblendet, dass sie erst 15 war“, sagte er.

Zumal das Mädchen zunächst auch durchaus Gefühle für ihn hatte. „Ich war stolz, als er mir Komplimente machte, und fand es toll, als wir uns dann küssten“, sagte sie aus. Aus den Küssen, die die beiden vor ihrer Mutter geheim hielten, wurde mehr. Der Angeklagte und das Mädchen hatten höchst anzügliche WhatsApp-Kontakte. „Ich habe ihm Nachrichten gesendet, von denen ich glaubte, dass er sie gerne lesen möchte“, sagte das Mädchen. „Doch es ist etwas anderes, sich so etwas zu schreiben oder ob es zur Sache kommt.“

Gutachter zweifeln nicht

Denn zur Sache kommen wollte der Mann nach ihren Angaben gleich zweimal. Während einer Halloween-Party bei Freunden der Mutter habe er in einem Hauseingang versucht, die Hand in ihre Hose zu stecken. „Das fand ich schon unangenehm“, sagte sie. Er ließ aber ab, als sein Handy klingelte. Ein Tag später ließ sich die 15-Jährige von ihm bei einer Freundin abholen und fuhr mit zu ihm. Dort habe der Mann sich und sie entkleidet, sagte die inzwischen 18-Jährige aus.

Als er mehr wollte, habe sie sich aber zunächst nicht gewehrt. „Ich wusste ja damals gar nicht, wie man sich in so einer Situation verhält.“

Nachdem sie Schmerzen verspürte, habe sie ihn aufgefordert, aufzuhören. Doch er habe weiterversucht, in sie einzudringen, was aber nicht gelang. Während der Angeklagte aussagte, das Mädchen habe an dem Tag sogar freiwillig Oralverkehr mit ihm ausgeübt, bestritt die Zeugin dies. Zwei Gutachter hatten keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mädchens, das sich später der besten Freundin ihrer Mutter anvertraute.

Der Prozess wird am Mittwoch (12.12.) fortgesetzt.

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