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Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

rnEin Tag aus dem Leben in Dorsten

24 Stunden, 1440 Minuten: Was passierte in dieser Zeit in Dorsten? Wir haben zum Beispiel Kühe gemolken, feiernde Muslime kennengelernt, spanische Fußballfans singen lassen - und ein Neugeborenes und seine Eltern im Kreißsaal besucht.

7.26. Uhr: Die Markthändler läuten den neuen Tag ein

Seit 6 Uhr bauen die Markthändler in der Altstadt ihre Stände auf. Der Wochenmarkt ist beliebt, lockt dreimal wöchentlich, aber vor allem am Samstag Kunden nicht nur aus Dorsten an. Wir haben im Alten Rathaus eine Kamera aufgebaut und im Zeitraffer gefilmt, wie sich der Marktplatz langsam füllt.

Wir beenden nun unser Digital-Projekt „24 Stunden Dorsten“. Okay, ist ein paar Minuten länger geworden. Aber jetzt machen mal kurz die Äuglein zu.

6.03 Uhr: Morgen-Post vom Redaktionsleiter

Es ist Zeit für den morgendlichen Newsletter von Stefan Diebäcker. Jeden Morgen (außer sonntags) informiert unser Redaktionsleiter per E-Mail über die wichtigsten Nachrichten aus Dorsten und der Region, berichtet aus dem Redaktionsalltag und gibt Veranstaltungstipps. Wer den Newsletter noch nicht kennt: Der Service ist kostenlos. Nähere Infos finden Sie gut sichtbar auf unserer Homepage.

4.51 Uhr: Wenn der Himmel über Dorsten „explodiert“

Ann-Kathrin Kornalewski hat uns in den Hervester Bruch gelockt. „Vorbei am Storchennest sehe ich jeden Morgen die Sonne wunderschön über Dorsten und seinen Feldern aufgehen. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, im Dunklen loszulaufen, und irgendwann explodiert der Himmel und die Vögel hallen von einer Sekunde auf die andere gleichzeitig durch den Wald.“

Wir sind also mitten in der Nacht zum Hervester Bruch gefahren, um die Frau zu treffen, die morgens um drei zur 30 Kilometer langen Jogging-Runde startet. Ja, solche Menschen gibt es, wir haben sie aber leider nicht getroffen. Aber die Vögel haben wir gehört, quakende Frösche und grunzende Rinder auch. Irgendetwas raschelte auffällig im Gebüsch. Und die Flederrmäuse flogen verdammt tief. Und ja, irgendwann wurde es hell. Sah schön idyllisch aus. Guten Morgen, Dorsten!

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Über dem Hervester Bruch wird es langsam hell. (Foto: Stefan Diebäcker)

3.19 Uhr: Mit der Polizei auf nächtlicher Streifenfahrt

Polizeihauptkommissar Johann Klauck und seine Kollegin, Polizeioberkommissarin Yvonne Rapp, haben ihren Nachtdienst um 22 Uhr angetreten. Mit ihnen sind noch weitere Streifenwagen in den nächsten Stunden für das gesamte Dorstener Stadtgebiet zuständig. Johann Klauck ist in dieser Nachtschicht der Dienstgruppenleiter und dafür verantwortlich, dass die Einsätze, die von der Leitstelle in Recklinghausen über Notruf koordiniert werden, abgearbeitet werden.

Und dann kommt ein Einsatz für mehrere Streifenwagen. Ein Zeuge meldet in Holsterhausen den Verdacht eines illegalen Rennens von Motorrollern. Die Fahrer sollen mit hoher Geschwindigkeit und ohne Helm unterwegs sein. Auf dem Weg dorthin, wissen die Polizisten nicht genau, was sie vor Ort erwartet. Trotz der späten Stunde ist nun volle Konzentration gefragt. Aber die beiden Beamten sind sehr routiniert. Der Anrufer konnte einen Rollerfahrer festhalten, mit dem es dann zu einem Streit kam. Der Fahrer flüchtete, aber einen Roller konnten die Beamten wenig später sicherstellen.

Die Polizeiarbeit ist für Klauck und seine Kollegin Berufung. „Ich bin Polizist geworden, weil dies mein Traumberuf ist“, sagt Klauck. Gerade während ihrer neuneinhalbstündigen Nachtschicht erleben sie alles, was das Polizeileben ausmacht: ankommen, Gefahr abschätzen und dann handeln - das ist immer das Erste, was die beiden Polizisten tun, wenn sie am Einsatzort sind. So auch in dieser Nacht. Bei einer gemeldeten Ruhestörung an der Marler Straße mahnen sie ein junges Pärchen zur Ruhe. „Es war eine Geburtstagfeier. Nachdem wir gratuliert hatten, haben wir die Personalien festgestellt und man hat uns versichert nun leise zu sein. Beim nächsten Mal würde es eine Anzeige wegen Ruhestörung geben“, erklärt Yvonne Rapp. Nach gut zwei Stunden wird es dann etwas ruhiger am Funk.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Johann Klauck und Yvonne Rapp haben Nachtdienst. Sie sind mit weiteren Kollegen für das ganze Dorstener Stadtgebiet zuständig. © Bludau

2.26 Uhr: Baby-Alarm im Krankenhaus

Herzlich willkommen, Linos Ioannis! Um 23.03 Uhr kam der Junge am Freitagabend im Kreißsaal des St.-Elisabeth-Krankenhauses zur Welt, 49 cm groß und 3115 Gramm schwer. Wenige Stunden später durften wir ihn und die glücklichen Eltern besuchen. Kerstin und Nikolaos Triantafillidis strahlten vor Freude über ihr erstes Kind, wahrscheinlich auch, weil er nach 24 Stunden im Krankenhaus endlich (und putzmunter) da war. Und Hebamme Kerstin Stermann strahlte auch aus einem anderen Grund mit. „Es war die zweite Geburt in dieser Nacht, und eine weitere wird noch folgen.“

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Kerstin und Nikolaos Triantafillidis mit Linos Ioannis. (Foto: Stefan Diebäcker)

1.46 Uhr: Dieser Busfahrer liebt Nachtfahrten

Manche Kollegen belächeln ihn, doch das ist Hüseyin Celik egal. Er sitzt gerne am Steuer des NE8. Am Wochenende fährt er für den Vestischen Reisedienst aus Haltern und im Auftrag der Vestischen Straßenbahnen GmbH den Nightliner, der zunächst vom ZOB in Dorsten nach Wulfen-Barkenberg und zurück fährt. Anschließend rollt der Nacht-Express nach Recklinghausen und wieder zurück nach Dorsten. 14 solcher Busse gibt esauf unterschiedlichen Routen im Kreisgebiet.

„Die Nachfahrten sind angenehm“, sagt der fröhliche Fahrer. „Der Verkehr ist ruhiger, der Bus ist nicht so voll und meistens ist es sehr ruhig.“ Bis zu 20 Fahrgäste hat er zu später (oder früher) Stunde an Bord, viele Jugendliche, aber auch Erwachsene Nach gut drei Stunden ist die Nachtschicht normalerweise beendet, doch an Schlaf ist, wenn er endlich zu Hause in Recklinghausen ist, noch nicht zu denken. „Ich schaue meistens noch ein wenig Fernsehen“, sagt Hüseyin Celik. Aber irgendwann am Morgen überkommt ihn dann doch die Müdigkeit.

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Hüseyin Celik steuert den NE8 vom ZOB in Dorsten durch die Nacht. (Foto: Stefan Diebäcker)

0.34 Uhr: Eine Zustellerin geht auf Tour

Seit 36 Jahren ist Marion Walsinger Zustellerin, seit 2009 bringt sie den Menschen im Stadtsfeld die Dorstener Zeitung - „bei Wind und Wetter“. Doch diese Nacht wird für die 67-Jährige länger als sonst. „Ich muss zwei Bezirke mehr austragen, weil ein Kollege erkrankt ist“, sagt sie, während sie ihren VW Polo mit Zeitungspaketen belädt. Spaß macht ihr die nächtliche Tour, auch weil sie „kein Schisser“ ist, wie sie sagt. Ja, sie ist mal von einer Katze gebissen worden, ist auch in eine schlecht beleuchtete Baugrube gestürzt (und unverletzt geblieben), hat ein Auto mit laufendem Motor der Polizei gemeldet und manchen Hausschlüssel im Schloss der Eingangstür gefunden. „Aber die meisten Nächte“, sagt Marion Walsinger, „sind nicht besonders aufregend.“ Worüber sie sehr froh ist. Denn dann ist die Zeitung pünktlich im Briefkasten.

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Marion Walsinger packt die Dorstener Zeitung stapelweise in ihr Auto. Gleich geht es auf nächtliche Tour. (Foto: Stefan Diebäcker)

23:46 Uhr: Nachtschicht im Krankenhaus: Was gegen Müdigkeit hilft

Wenn andere gerade richtig ins Wochenende starten, beginnt für Anja Hansjürgen die Nachtschicht im St.-Elisabeth-Krankenhaus. Von 20.30 bis 6.30 Uhr ist sie für die Patienten der Station B5 da. „Viele denken ja, wir würden die Nachtschicht hauptsächlich zusammen im Aufenthaltsraum verbringen“, sagt die Krankenschwester. „Aber dem ist mitnichten so.“ Infusionen legen, Spritzen geben, Patienten betten, Zucker messen, Berichte schreiben - über zu wenig Arbeit kann Anja Hansjürgen sich nun wirklich nicht beklagen.

Ihren toten Punkt habe sie zuverlässig gegen 2 Uhr nachts. Gegen die Müdigkeit helfen ihr dann eine Tasse Kaffee oder ein Glas Cola, Bewegung und hier und da mal etwas Süßes. „Frische Luft ist ebenfalls ein gutes Mittel gegen Müdigkeit.“

Wer Müdigkeit von vornherein vermeiden will, sollte mindestens fünf bis sieben Stunden auf einer guten Matratze schlafen. „Die Zeit vor der Nachtschicht sollte man auf jeden Fall ruhig gestalten und nicht noch den großen Hausputz machen“, empfiehlt Anja Hansjürgen. Und ist die Schicht dann geschafft, braucht man sich ums schnelle Einschlummern auch keine großen Sorgen mehr zu machen. „Das beste Einschlafmittel ist immer noch die Nachtschicht.“

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Die Nachtschicht von Krankenschwester Anja Hasenjürgen im St.-Elisabeth-Krankenhaus geht von 20.30 bis 6.30 Uhr. Ihr helfen Bewegung, Beschäftigung, Kaffee und Süßigkeiten am besten gegen Müdigkeit. © Robert Wojtasik

22.39 Uhr: Begeisterndes Konzert im „Leo“

Ausverkauft war das Konzert von Simin Tander im Hervester „Leo“. Unser Mitarbeiter Andreas Hofmann berichtet von einem begeisterten Publikum, einer facettenreiche Stimme und großartigen Eigenkompositionen sowie grandiosen Coversongs der Jazzsängerin. Von Dorsten geht es für sie am Samstag nach Kopenhagen.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Das Simin-Tander-Trio begeisterte im „Leo“. (Foto: Andreas Hofmann) © andreas hofmann//hofmann-foto@we

21:26 Uhr: Spanier feiern Fußballparty am Stadtstrand

Eigentlich wollte Mónica Martinez Troyano ihre spanischen Freunde zum WM-Auftakt der „La Roja“ gegen Portugal zu sich nach Hause einladen. „Es sind aber immer mehr geworden, so viel Platz hatte ich dann nicht“, sagt die Dorstenerin. Also verlegte die Gruppe ihre Fußballparty kurzerhand an der Stadtstrand. Vor dem Anpfiff war die Stimmung großartig, dann gab’s einen frühen Dämpfer durch ein Elfmetertor von Cristiano Ronaldo. Spätestens nach Nachos Traumtor zum 3:2 war die Laune wieder bestens.

„Mein Herz schlägt natürlich für Spanien“, sagt Mónica Martinez Troyano. „Aber ich finde, der Beste sollte gewinnen.“ Beim Fußball gilt für sie wie im Leben: „Groß ist derjenige, der glänzt, ohne das Licht anderer auszumachen.“

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Siegessicher und bei bester Laune: Mónica Martinez Troyano (r.) und ihre spanischen Freunde feiern zum WM-Auftakt gegen Portugal eine Fußballparty am Stadtstrand. © Robert Wojtasik

Sie wollen auch bei den Spielen der Spanier mitfiebern? Hier sind die wichtigsten Fan-Vokabeln:

Tor: gol

Abseits: fuera de juego

Foul: falta

Freistoß: tori libre

Eckstoß: saque de esquina

Rote Karte: tarjeta roja

Der hat schon Gelb: Él ya tiene amarillo

Schwalbe: tranpa

Hand: mano

Elfmeter: penalty

Schiedsrichter: árbitro

20:26 Uhr: Der Cantus-Chor singt in der Agatha-Kirche

Der Kammerchor Cantus Dorsten singt derzeit in der St.-Agatha-Kirche. Unter der Leitung von Dr. Hans-Jakob Gerlings werden „Songs of Light, Songs for Night“ gesungen. Sehr schön, sehr atmosphärisch. Rund 200 Musikfreunde sind live dabei, wir haben eine kleine Hörprobe mitgebracht.

19:55 Uhr: Herzlichen Glückwunsch, Klaus!!

Seinen 65. Geburtstag feiert der langjährige Redaktionsleiter und Chefreporter der Dorstener Zeitung, Klaus-Dieter Krause, heute im Cornelia-Funke-Baumhaus. Mit dabei ist die Band LOFX.Herzlichen Glückwunsch von der ganzen Redaktion - und sicherlich auch von vielen anderen Dorstenern!

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Klaus Dieter Krause mit der Band LOFX. (Foto: Bianca Glöckner) © Bianca Glöckner

19:22 Uhr: Scanner in der Volksbank werden geputzt

Im Laufe des Freitags werden die Scanner in den beiden Einzahlungsautomaten der Volksbank am Südwall geputzt. Normalerweise mit einem Brillenputztuch. Manchmal aber auch mit einem Staubsauger. „Denn Geld ist schmutzig“, sagt Hauptkassierer Manfred Gertz. Am Wochenende dürfen die Scanner auf keinen Fall ausfallen. „Da wird immer das meiste Geld eingezahlt.“ Und auch abgehoben. „Vor allem, wenn Feste sind oder verkaufsoffene Sonntage“, sagt Manfred Gertz.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Manfred Gertz putzt die Scanner. © Jennifer Riediger

Früher bekam man am Automaten immer das Geld als „Haushaltsmischung“. Wollte man 50 Euro abholen, bekam man einen 20er, zwei 10er und zwei 5er. „Heute geht es nach Füllstand der Kassetten“, erklärt Manfred Gertz. Es sei denn, der Kunde hat vorher die Taste „Scheine wählen“ gedrückt.

18.34: Die Jugendfeuer bereitet sich auf eine Übung vor

Auf dem Hof der Hauptfeuer- und Rettungswache an der Wienbecke ist tagsüber immer viel los. Fahrzeuge rücken zu Einsätzen aus oder kommen wieder.Zeitweise laufen Übungen oder es werden diverse Aufgaben in den unterschiedlichen Werkstätten, wie der Schlauchpflege, erledigt. Doch am frühen Freitagabend ist es besonders voll. Beide Gruppen der Dorstener Jugendfeuerwehr treffen sich jetzt hier um 18 Uhr, um für die sogenannte „Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehren“ zu üben. Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung für ein Mitglied der Deutschen Jugendfeuerwehr.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Bei der Jugendfeuerwehr ist immer viel los. (Foto: Guido Bludau) © Guido Bludau

Die anstehende Prüfung, die am 30. Juni für NRW in Rheurdt stattfindet, erfordert viel Fachwissen und Können. Fünf verschiedene Disziplinen sind zu bewältigen. Es kommt auf Schnelligkeit, Ausdauer, Körperstärke und Technik an. Dazu braucht man auch noch ausreichendes feuerwehrtechnisches und allgemeines Wissen. Insgesamt nehmen 20 Jugendliche aus Dorsten in zwei Gruppen hieran teil. Es sind vier Mädchen und 16 Jungs, die sich seit Ende April diesen Jahres zusammen mit ihren Betreuern hier regelmäßig treffen.

„Ich bin sehr gerne in der Jugendfeuerwehr. Wir erleben viel in der Gemeinschaft und lernen dabei auch noch etwas wirklich Sinnvolles“, berichtet der 15-jährige Luka Sowa aus Wulfen. Lara Onnebrink, die 14 Jahre alt ist, stimmt ihm zu. „Wir freuen uns schon auf die Prüfung zur Leistungsspange. Wir haben uns gut vorbereitet, sind aber trotzdem jetzt schon ein wenig aufgeregt“, sagt Lara Onnebrink.

17.56 Uhr: Wie wir in der Redaktion arbeiten

Haben Sie sich schon mal gefragt, was so zu den Aufgaben einer Redaktion gehört? Wir haben es im folgenden interaktiven Bild einmal zusammengestellt. Fährt man über die Zahlen auf den Bildern, gibt es nähere Infos.

17:00 Uhr: Muslime feiern Ramadan-Ende

Weltweit feiern Muslime heute das Ende des Fastenmonats Ramadan. In Dorsten versammelten sich die ersten Muslime schon vor 5 Uhr zum Morgengebet in der Moschee am Holzplatz, anschließend nahmen gut 300 Menschen am Festtagsgebet teil. Bei Tee, Gebäck und Naschereien saßen einige noch eine Weile beisammen. „Traditionell feiern die Familien das Fest dann zu Hause weiter“, sagt Ferit Kocatürk, der Dialog-Beauftragte der Muslimischen Gemeinde Dorsten.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Die Muslimische Gemeinde Dorsten feiert das Ende des Fastenmonats Ramadan. © Robert Wojtasik

Zur Tradition gehört auch, dass die Kinder am Nachmittag durch die Nachbarschaft ziehen und anderen Muslimen ein frohes Fest wünschen. Dafür erhalten sie Geldgeschenke - und viele, viele Süßigkeiten. Wohl auch deshalb hat sich hier im Volksmund der Name „Zuckerfest“ durchgesetzt. „Eigentlich heißt es Ramadan-Fest“, stellt Kocatürk klar.

Der Fastenmonat diene vor allem dazu, den Reset-Knopf zu drücken, so Kocatürk. „Im Alltag verliert man schnell mal das Gefühl dafür, dass hier Essen und Trinken in Hülle und Fülle vorhanden sind.“ Das sei aber nicht überall auf der Welt so. „Durch das Fasten merken wir dann wieder, wie es sich anfühlt, Hunger und Durst zu haben.“

16.14 Uhr: Schlechte Nachrichten am Nachmittag - Fische verenden im Blauen See

In den vergangenen Tagen sind im Blauen See in Holsterhausen jede Menge Fische verendet – insgesamt mit einem Gewicht von über 300 Kilogramm, wie ein Mitglied des örtlichen Angelvereins am Donnerstag berichtete.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Viele Fische sind in den letzten Tagen im Blauen See verendet. Foto: Bludau

Darunter sind auch viele größere Weißfische wie Karpfen, die am Ufer liegen. So gut es ging, wurden die Fische auch schon eingesammelt. Eine mögliche Ursache könnte der starke Algenwuchs sein, der schon Teile des Sees bedeckt. Durch das Absterben und Verwesen der Algen wird dem Wasser dann der Sauerstoff entzogen.

15.26 Uhr: Zeit für eine Kaffeepause

Zwischen 15 und 16 Uhr ist die beste Kaffeezeit. Julia Imping und ihr Vater Hermann Imping geben passend dazu einen kleinen Einblick in ihr Profi-Rezeptbuch.

14.38 Uhr: Neues zu „Wir machen Mitte“

Michael Klein schreibt gerade an seinem Artikel über eine interessante dreistündige Fahrt durch Dorsten, an der er am Donnerstagabend teilgenommen hat: In einem Reisebus der Firma Kremerskothen, der von Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst gesteuert wurde, waren 40 Teilnehmer der „Mitte-Konferenz“ auf Tour. Sie besuchten Bau-Projekte, die innerhalb des millionenschweren Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte – Dorsten 2020 „ verwirklicht werden. Unterwegs stimmten sie über drei Zuschuss-Anträge von Vereinen für den Bürgerfonds ab - alle bekamen mit großer Mehrheit die grüne Karte und wurden damit angenommen.

13.33 Uhr: Auf eine Currywurst mit dem Bürgermeister

Geregelte Arbeitszeiten hat Bürgermeister Tobias Stockhoff nicht, und manchmal macht er „zwischen Tür und Angel“ nur eine kleine Mittagspause, bevor es zum nächsten Termin geht. Stefan Diebäcker hat ihn zu einer Currywurst eingeladen und mit ihm natürlich auch über Ernährung gesprochen. Fruchtige Soße trifft schön scharf…

12.12 Uhr: Das ist mittags in der Schleuse los

Seit kurz vor 5 Uhr am Freitagmorgen schon steht Sascha Wobbe im Kontrollzentrum der großen Schleusenkammer in Dorsten. Die „Rush Hour“ ist bereits geschafft, zwischen 6 und 9 Uhr ist oft besonders viel los, dann warten auch schon mal drei oder mehr Schiffe auf ihre Weiterfahrt. Zeit also, jetzt gegen Mittag etwas zur Ruhe zu kommen.

Mittagspause gibt es aber noch keine, in regelmäßigen Abständen funken die ankommenden Schiffe die Schleuse an, um sich anzukündigen. „Etwa zehn Minuten dauert es dann noch, bis sie da sind“, erklärte Sascha Wobbe, „gleich etwa erwarten wir ein Schiff aus den Niederlanden.“ Sind die Schiffsmaße erst mal erfragt und in die Statistik eingetragen, kann alles vorbereitet werden – und dann heißt es warten. Tatsächlich nach ziemlich genau zehn Minuten kommt die „Parsifar“ auf der Durchreise in die Niederlanden an der Schleuse an. Jetzt beginnt die sogenannte „Talfahrt“, das Schiff fährt in die Schleuse ein, diese wird oben geschlossen und anschließend geleert. Dann kann die Fahrt weitergehen.

„Im Grunde genommen ist unsere Arbeit hier ein einziger Fluss, 24 Stunden am Tag ist hier Betrieb, tagesspezifische Aufgaben gibt es nicht wirklich“, betont Bernd Koop, Außenbezirksleiter der Schleuse. Zwei Stunden haben die beiden Kollegen jetzt noch, bis um 14 Uhr die Frühschicht nach erfolgreicher Übergabe dann geschafft ist.

11.20 Uhr: Viel los morgens in der Mensa der Gesamtschule Wulfen

Am Freitagvormittag gegen 10.30 Uhr herrscht in der Mensa der Wulfener Gesamtschule Hochbetrieb. Bis gerade eben hatten die über 1000 Schüler ihre Frühstückpause und nutzten reichlich die Gelegenheit, sich mit Essen und Getränken hier einzudecken.

Die Mensa besteht bereits seit über 40 Jahren. Seit mehr als 20 Jahren wird sie erfolgreich mit Hilfe eines Mensavereins in Eigenregie betrieben. „Als Ganztagsschule ist es der Gesamtschule Wulfen ein besonderes Anliegen, dafür zu sorgen, dass für alle Lernenden und Lehrenden ein attraktives Essensangebot im Frühstücks- sowie im Mittagsbereich bereitgestellt wird“, erklärt Lehrer Marco Kolks.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Tatjana Reiswich, Patricia Zuwada und Mensaleitung Petra Reißmann (v.l.) machen leckeres Essen für die Schüler. © Bludau

„Zwar ist an einem Freitagmittag nicht ganz so viel los, wie an einem Tag, an dem es vollen Ganztagsunterricht gibt, aber auch heute bereiten wir ein leckeres Mittagsgericht inklusive Vor- und Nachspeise vor“, sagt Mensaleiterin Petra Reißmann. „Dafür sind jetzt aktuell mehrere Damen beschäftigt, das Essen frisch zuzubereiten.

Heute gibt es Gnocchi-Auflauf mit Hähnchenfleisch oder als Alternative für Vegetarier eine Kartoffelauflauf mit Pesto und leckeren Kräutern. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für eine konzentrierte Mitarbeit im Unterricht“, so Petra Reißmann. „Gerichte, mit denen wir groß geworden sind, wollen wir etwas aufgepeppt weitergeben. Mit monatlich neuen Speiseplänen soll die Neugierde der Schüler geweckt werden.“

„Außerdem fließen Wünsche von Schülern mit ein. Ganz aktuell ist bei uns das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Wir versuchen auch Plastikgeschirr und Strohalme zu verzichten. Es ist schon mal ein kleiner Anfang“, sagt Petra Reißmann.

10.11 Uhr: Glasfaser-Ausbau startet in Östrich

In Östrich startet in der kommenden Woche der Glasfaser-Ausbau. Das hat die Deutsche Glasfaser heute mitgeteilt. Mehr als 40 Prozent aller Haushalte in dem Stadtteil hatten sich für einen Vertrag mit dem Unternehmen entschieden. Der Ausbau erfolgt trotzdem für alle Östricher. „Für Haushalte, die keinen Vertrag abgeschlossen haben, wird in der Straße ein Anschluss vorbereitet, auf dem Grundstück wird aber nicht gearbeitet“, sagte Unternehmenssprecherin Carina Hartung.

Zunächst wird am nächsten Mittwoch die Hauptverteilstation aufgestellt, dann werden in den folgenden Monaten die Leerrohre in die Straßen eingebracht, anschließend die Glasfasern eingeblasen. Bei dieser Technik „schwebt“ die Glasfaser auf einem Luftpolster durch das Leerrohr

9.15 Uhr: Was Frühsportler wissen sollten

Das Fitness-Studio Injoy hat seit 7.30 Uhr geöffnet. Sascha Spielmann, Physiotherapeut und Flächenleiter im Fitness-Studio, erklärt, worauf man beim morgendlichen Sport achten sollte.

Wieso machen Menschen so früh morgens Sport?

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Ein morgendlicher Besuch im Fitness-Studio

Warum diese Sportler um 7.30 Uhr Sport machen.
15.06.2018
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© Jennifer Riediger
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7.59 Uhr: Wie acht Nonnen ihren Tag organisieren

Um 7.30 Uhr starten die acht im Dorstener Ursulinen-Konvent lebenden Schwestern gemeinsam in den Tag: mit dem Morgengebet bzw. der Eucharistiefeier in der Klosterkirche. Zuvor haben Pflegedienste die hilfsbedürftigen Schwestern für den Tag fertig gemacht. Der Altersdurchschnitt der Nonnen ist hoch, die beiden ältesten Nonnen zählen 92 und 90 Jahre.

Das gemeinsame Mittagessen um 11 Uhr und Abendgebet/Eucharistie um 18 Uhr sind weitere gemeinsame Eckpunkte des Tagesablaufes. Ansonsten geht jede Schwester ihrer Arbeit und Aufgabe in der Gemeinschaft nach und kann Bibellesung und Meditation nach eigenem Gutdünken einrichten. Und dann wird um 22 Uhr das Licht gelöscht, oder? „Nein, diese Zeiten sind vorbei“, sagt Oberin Sr. Teresa lachend. Wann sie zu Bett gehe, das dürfe jede Schwester selbst entscheiden.

Typisch Dorsten: Was in 24 Stunden so alles passierte

Zweimal am Tag - morgens um 7.30 Uhr und abends um 18 Uhr - versammeln sich die Ursulinen-Schwestern zum kirchlichen Stundengebet oder der Eucharistiefeier in der Klosterkirche. Auf dem Foto zündet Sr. Benedicta die Kerze an, während ihre Mitschwestern Raphaele (l.) und Teresa (Oberin) zuschauen. © Foto: Anke Klapsing-Reich

7 Uhr: Redakteurin Jennifer Riediger lernt Melken

Der Bauer sitzt auf einem Melkschemel, zieht abwechselnd an den Zitzen der Kuh, die Milch spritzt in den Eimer – auch mir als Stadtkind ist klar, dass es in einem modernen Milchviehbetrieb anders zugeht. Aber wie? Das wollte ich wissen und Lukas Wübbelt vom gleichnamigen Hof in Hervest nahm mich frühmorgens mit unter seine Kühe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wie ich mich angestellt habe, sehen Sie im Video.

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