Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bakterien aus Hörde schützen vor Stress auf der Haut

rnPhoenix-West

Die Bitop AG verlegt ihre Produktion von Witten nach Phoenix-West. In großen Tanks gedeihen Bakterienkulturen, die sonst in Wüsten oder Salzseen leben. Der Betrieb bildet auch aus.

Dortmund

, 08.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Bis 1998 produzierte Hoesch auf Phoenix-West das Roheisen für das frühere Stahlwerk am heutigen Phoenix-See. Jetzt ist das West-Areal in Hörde ein beliebter Standort für Hightech-Unternehmen. Neuer Nachbar ist nun auch die Bitop AG aus Witten, die vor 25 Jahren aus der Universität Witten/Herdecke gegründet worden ist.

Die Forscher entdeckten damals Schutzsubstanzen, mit denen Bakterien in unwirtlichen Lebensräumen wie Salzseen oder Wüsten überleben können. Sie sind resistent gegen Stress – die Bitop AG nutzt diese Eigenschaft. Wer ist die Bitop AG? Was produziert das Biotechnologie-Unternehmen? Vorstandsmitglied Dr. Andreas Bilstein erklärt das in diesem Video:

Das Schöne an den sogenannten Extremolyten: Sie glätten die Haut – und nicht nur das. Sie sind Grundlage für viele Medizinprodukte und Kosmetika namhafter Hersteller, die weltweit bekannt sind. An der Carlo-Schmid-Allee 5 in Hörde will die AG mit ihren in Tankanlagen gezüchteten Bakterienkulturen weiter wachsen. Erste Pläne für den Umzug entstanden im Jahr 2013, denn auf dem Gelände in Witten fehlt für das Biotechnologie-Unternehmen der Platz für die Expansion.

Schlanker Produktionsprozess

Die Bitop AG zieht nicht nur in einen Neubau des Hörder Bauunternehmens Freundlieb um, sondern verschlankt zugleich den komplexen Produktionsprozess von 14 auf 7 Schritte. Die Anlage für die Nanofiltrationstechnik ist komplett neu und soll Anfang 2019 in Betrieb gehen.

Bakterien aus Hörde schützen vor Stress auf der Haut

Claus Kjaersgaard (links) und Dr. Andreas Bilstein leiten das Unternehmen. © Peter Bandermann

Bitop spart mit der neuen Anlage 80 Prozent des bisherigen Wasserverbrauchs ein und kann zusätzlich auf viel Chemie und Energie verzichten. Kosten für die neue Technologie: 5,5 Millionen Euro.

Wachstum und mehr Arbeitsplätze

Aus anfangs 40 neuen Arbeitsplätzen auf Phoenix-West sind inzwischen 58 geworden. „Und in den nächsten zwei Jahren können es 70 werden“, berichtet der kaufmännische Vorstand, der Däne Carl Kjaersgaard. Er zeigt dabei auf das Firmen-Grundstück, das noch Platz für einen Anbau mit noch größerer Produktion biete.

In der Woche arbeitet der CEO auf Phoenix-West. Zum Wochenende geht es zurück zur Familie nach Kopenhagen. Der Umzug nach Hörde sei ein klares Bekenntnis zur Region. Bitop hätte auch „nur im Büro wachsen und die Produktion nach China verlagern können.“ Doch das passe nicht zur eigenen Vision und zu den Nachhaltigkeits-Zielen.

Weltmarktführer auf Phoenix-West

Die aus den Bakterien gewonnenen Schutzsubstanzen werden in 50 Ländern sehr erfolgreich vermarktet. Das Unternehmen auf Phoenix-West ist ein Weltmarktführer in dem Bereich. Hersteller nutzen die Bitop-Produkte für eigene Produkte gegen Allergien, Haut- und Atemwegserkrankungen.

Die Kosmetikindustrie nutzt Produkte der Bitop AG auch für Sonnenschutz und Cremes gegen Falten. Die Extremolyte wirken als natürliche Schutzstoffe der Zellen bei Mensch und Tier und sollen Haut und Schleimhäute auch vor Austrocknung und Entzündung schützen.

Sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Als „sehr gut“ bezeichnet Vorstandsmitglied Dr. Andreas Bilstein die Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund. „Wir haben einen Standort gesucht, der unsere Vision verkörpert. Mit diesem attraktiven Standort hat uns die Stadt Dortmund das beste Angebot gemacht. Eigentlich gibt es immer viel zu sagen, wenn etwas nicht gut läuft. Aber hier ist das nicht der Fall.“

Jetzt lesen

Die Bitop AG bildet bereits in kaufmännischen Berufen und in Labor-Berufen aus. Für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler ist das Unternehmen auch für Praktika interessant. Das Unternehmen kooperiert mit mehreren Universitäten in der Region und sucht Fachkräfte.
Lesen Sie jetzt