Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Betrunkener demoliert Auto mit Beil

Polizei sucht Zeugen

Völlig ausgerastet sind offenbar zwei Männer am Donnerstag in der nördlichen Innenstadt. Die geöffnete Autotür einer 46-Jährigen ärgerte sie so sehr, dass sie das Auto mit Tritten und einem Beil demolierten. „So eine Brutalität habe ich noch nie erlebt“, sagt die Besitzerin des Autos, die den Angriff miterlebt hat.

DORTMUND

, 12.01.2018 / Lesedauer: 3 min
Betrunkener demoliert Auto mit Beil

Symbolbild Polizei © Jochen Tack / Polizei

Aktualisierung, 16:45 Uhr:

Barbara Neumann, die Besitzerin des demolierten Autos, ist nachträglich schockiert: „So eine Brutalität habe ich noch nie erlebt“, sagt sie am Freitag im Gespräch. „Der Mann hatte jede Hemmschwelle komplett überschritten. Was wäre gewesen, wenn meine Tochter in dem Auto gesessen hätte? Das möchte ich mir nicht ausdenken.“

Am späten Nachmittag wollte die Online-Händlerin Pfandkisten in ihr Auto einladen und hatte dafür die Tür geöffnet und die Sitze zurück geklappt. Die geöffnete Tür ragte auf den Gehweg, die beiden Fußgänger fühlten sich dadurch offenbar massiv gestört. „Sie haben zuerst angefangen, gegen die Tür zu treten, während ich noch direkt dahinter war“, erzählt Neumann. „Dann hat einer von beiden eine Axt rausgeholt und angefangen, damit wie ein Irrer auf mein Auto einzudreschen.“

Tochter rief die Polizei

Neumanns elfjährige Tochter bekam alles aus dem Hausflur mit, rannte in die Wohnung und rief die Polizei. „Ich habe von unten meine Mama schreien hören“, erzählt sie. „ich hatte Angst, dass ihr etwas passiert.“ Wenige Minuten später schon war die Polizei vor Ort, die beiden Tatverdächtigen flüchteten laut Polizeimeldung Richtung Keuningpark.

Einen der beiden konnten die Beamten festnehmen. In seinem Atem stellten sie einen Alkoholwert von 1,5 Promille fest und behielten ihn zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Danach „musste er wieder entlassen werden“, heißt es in der Polizeimeldung. „Um jemanden in Untersuchungshaft zu nehmen, brauchen wir Haftgründe“, sagt Polizeisprecherin Nina Vogt dazu. „Und die lagen nicht vor.“ Am Ende war es doch nur Sachbeschädigung.

Für Barbara Neumann bleibt jedoch mehr zurück als nur kaputte Scheiben und ein vermacktes Auto. Sie hat Angst. Dennoch wird sie nicht aus der Nordstadt wegziehen: „Ich lasse mich von solchen Leuten nicht unterkriegen.“


Erste Meldung, 11.59 Uhr:

Laut Polizei sagte die 46-jährige Autofahrerin aus, sie habe auf der Zimmerstraße gerade etwas in ihr Auto eingeladen, als die zwei Männer auftauchten. Die hätten sich über die offenstehende Tür geärgert, woraufhin einer der Männer in seinen Rucksack griff und ein Beil hervorzog. Damit habe er zwei Fenster des Autos eingeschlagen und das Faltdach des Cabrios beschädigt. Währenddessen habe der andere Mann auf das Auto eingetreten.

Zeugen beobachteten den Vorfall gegen 17 Uhr, alarmierten die Polizei und berichteten, die Männer seien in den Keuninghauspark geflüchtet. Laut Polizei habe eine sofort eingeleitete Fahndung zur Festnahme eines 35-jähriger Mannes geführt, der ein Beil bei sich trug.

Der Mann habe sich bei der Durchsuchung auf der nächstgelegenen Wache widersetzt und einen Polizisten leicht verletzt. Ein Alkoholtest ergab, dass der Mann 1,5 Promille im Blut hatte.

Der Mann soll vor seinem Angriff auf das Cabrio bei mindestens einem weiteren Fahrzeug ein Fenster eingeschlagen haben. Nach seiner Ausnüchterung wurde der Mann entlassen, weil keine Gründe für Untersuchungshaft vorlagen.

Die Ermittlungen dauern an. Der Begleiter des Mannes wird noch gesucht. Beschreibung: Normale Statur, dunkel gekleidet. Wer Angaben zu diesem Mann machen kann, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden unter der Nummer (0231) 132-7441.

Lesen Sie jetzt