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Böse Überraschung bei Kündigung der Plus-Mitgliedschaft des ADAC

rnADAC-Mitgliedschaft kündigen

„Immer für Sie da“ wirbt der ADAC um Mitglieder. Das Versprechen gilt auch, wenn die schon gar nicht mehr Mitglied sein wollen. Kevin Pede und seine Frau haben das erlebt - wie andere auch.

Dortmund

, 31.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Kevin Pede aus Kurl erlebte eine böse Überraschung, als er seine ADAC-Plus-Mitgliedschaft per Einschreiben auf dem Postweg kündigte. Der 27-jährige Beamte der Bundespolizei war Hauptmitglied, seine Frau und seine zweieinhalbjährige Tochter in der Plus-Mitgliedschaft mitgeschützt.

Da weder seine Frau noch seine kleine Tochter je ein schriftliches Vertragsverhältnis mit dem ADAC Deutschland eingegangen waren, ging Kevin Pede im guten Glauben davon aus, dass nur er Vertragspartner des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs ist. Deshalb hat auch nur er die Kündigung am 9. Juli unterschrieben.

Kündigung bestätigt

Weil Pede bis zum 25. Juli keine Kündigungsbestätigung mit Nennung des Vertragsendes erhalten hatte, rief er die Service-Hotline des ADAC an. Die Kundendienstmitarbeiterin am anderen Ende bestätigte ihm, dass seine ADAC-Plus-Mitgliedschaft zum 28. Februar 2019 gekündigt sei, und teilte ihm weiter mit, dass die Bearbeitung aber noch ein wenig dauern würde.

So weit, so gut. Doch dann ließ ihn die Kundendienstmitarbeiterin noch etwas wissen: Er müsse die Mitgliedschaft für seine Frau und seine Tochter separat kündigen. Sie verwies auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des ADAC Deutschland.

Automatisch Basismitglied

Pede wandte fragend ein, ob er nicht der alleinige Vertragspartner sei? Am anderen Ende der Leitung hieß es sinngemäß: Würde die Mitgliedschaft seiner Frau nicht mit ihrer eigenen Unterschrift gekündigt, weil Pede im Glauben sei, die komplette Plus-Mitgliedschaft beendet zu haben, würde er im Folgejahr 2019 nach Ablauf der regulären Kündigungsfrist „eine böse Überraschung“ erleben.

Die sieht so aus, erfuhr Pede: „Meine Frau und jedes andere unwissende Mitglied wird automatisch in eine Basismitgliedschaft beim ADAC eingestuft und muss für ein weiteres Jahr, ohne Sonderkündigungsrecht, einen Beitrag in Höhe von rund 80 Euro zahlen.“

„Gängige Geschäftspraxis“

Pede hatte daraufhin weitere Nachfragen, wurde aber erneut auf die AGBs verwiesen. Etwas sagte die Kundendienstmitarbeiterin aber noch, ehe sie das Gespräch nach Aussage Pedes „abwürgte“: Er sei nicht der einzige, der diese Erfahrung mache. So gehe es jedes Jahr vielen tausend ADAC-Mitgliedern. Die Kundendienstmitarbeiterin habe von „gängiger Geschäftspraxis“ gesprochen, berichtet Kevin Pede.

Dass er nicht der einzige ist, dem das passiert, kann man auch in Kundenforen im Internet nachlesen. Wie andere Leidensgenossen ist der Polizeibeamte entsetzt und sauer: „Das ist ein Unding und eine mangelnde Transparenz gegenüber den Mitgliedern.“

Man muss ausdrücklich widersprechen

Wer in den AGBs nach der Stelle sucht, an der deutlich und unmissverständlich steht, dass bei Plus-Mitgliedschaften die Partner selbst kündigen müssen, wird nicht fündig.

Tobias Scheffel, Pressesprecher des ADAC Westfalen, führt auf Nachfrage aus: „Wenn man als ADAC-Mitglied auf Plus-Mitgliedschaft umstellt, ist die Familienmitgliedschaft automatisch mit drin, sofern man nicht ausdrücklich widerspricht.“ In den AGBs gebe es einen Hinweis darauf, sagt Scheffel und sieht den ADAC damit rechtlich abgesichert.

Der Hinweis lautet: „Die ADAC Plus-Mitgliedschaft schützt das Haupt-Mitglied sowie zusätzlich alle weiteren uns genannten Personen des geschützten Personenkreises, soweit diese ADAC Mitglieder sind und nicht widersprochen haben.“

Bei Trennung von Partnern

Der ADAC erwarte aber nicht, dass ein zweieinhalbjähriges Kind widerspreche, räumt Scheffel ein. Doch kündige das Hauptmitglied den Vertrag, dürfe der ADAC nicht davon ausgehen, dass zum Beispiel bei Trennung von Partnern, die mitgeschützte Person ebenfalls die Mitgliedschaft beenden wolle.

Pede wollten den Vertrag insgesamt kündigen, und doch sei auch in diesem Fall die Praxis des ADAC rechtlich durchsetzbar, sagt der Sprecher, wenn die Ehefrau von Pede bei Vertragsabschluss nicht widersprochen habe und auch bei den Abbuchungen innerhalb der gesetzlichen Fristen nicht widerspreche.

Betroffenen bleibt die Möglichkeit, die Abbuchungen der erzwungenen Basismitgliedschaft fristgerecht zurückzubuchen und auf die Kündigung der Haupt-Mitgliedschaft zu verweisen.

Auf die Frage, ob Kunden ihren Unmut über die Praxis beim Umgang mit Plus-Mitgliedschaften kundtun, antwortet der ADAC-Sprecher: „Sehr oft nicht, aber häufiger.“

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