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Böhmer schließt vier Bäckerei-Filialen, um die übrigen zu retten

rnTraditionsbetrieb

Das Geschäft für die selbstständigen Bäcker kann ein hartes Brot sein. Diese Erfahrung macht aktuell die alteingesessene Bäckerei Böhmer. Ihr Rezept: Sie schrumpft sich gesund.

Dortmund

, 06.09.2018 / Lesedauer: 2 min

Die in der Dortmunder Innenstadt beheimatete Bäckerei Böhmer hat in den vergangenen Wochen ihr Filialnetz von neun Läden auf fünf zurückgefahren. Geschlossen wurden die Filialen an der Hohen Straße, der Essener Straße, der Oesterholzstraße 33 und Kleiststraße/Ecke Uhlandstraße.

„Es hat sich schlichtweg nicht gerechnet“, sagt Karolina Ruhl, Geschäftsführerin des Familienbetriebs. Eben wirtschaftliche Zwänge. Die Kaufkraft der Bevölkerung sei „nicht so hoch“. Die Sommerferien und der Ramadan hätten ihr Übriges getan. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Bäckereien immer weiter, verbunden mit steigender finanzieller Last und bürokratischem Aufwand.

„Dortmund ohne Böhmer, das geht doch nicht.“

Dazu zählen verschärfte Dokumentationspflichten durch das Mindestlohngesetz, neue Lebensmittelinformationsverordnungen und immer komplizierter werdende Deklarationspflichten.

Sie habe die vier Filialen geschlossen, um die verbleibenden fünf zu retten, sagt Karolina Ruhl. „Dortmund ohne Böhmer, das geht doch nicht.“ Sie arbeite zehn bis zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und müsse ihren Mitarbeiter den Mindestlohn zahlen, würde das aber für sich selbst nicht tun. „Wir sind kein Großbetrieb.“

Bestehen bleiben die Filialen an der Schillerstraße/Ecke Uhlandstraße, an der Bayrischen Straße, der Oesterholzstraße 73 und der Chemnitzer Straße und der Märkischen Straße. Auch die Backstube und die Verwaltung bleiben in der Uhlandstraße.

Die Bäckerei wurde 1954 von Ewald Böhmer gegründet. Erste Filialeröffnungen folgten bereits im Jahr darauf. 1981 übergab Ewald Böhmer den Betrieb an seine Tochter Adelheid und Udo Ruhl. Ihre vier Kinder arbeiten für die Bäckerei. Tochter Karolina Ruhl hat die Geschäftsführung 2011 übernommen. Vor den Filialschließungen beschäftigte die Bäckerei bis zu 60 Mitarbeiter. Jetzt mussten einige entlassen werden, „aber das ist alles sozial abgelaufen“, sagt die Geschäftsführerin.

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