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Dortmunder soll Rentnerpaar in Ostwestfalen mit Klebeband gefesselt haben

rnBrutaler Überfall

Ein 23-jähriger Dortmunder steht seit Montag in Bielefeld vor Gericht. Er soll mit mehreren Komplizen ein altes Ehepaar im ostwestfälischen Halle mitten in der Nacht brutal überfallen haben.

von Ulrich Pfaff

Dortmund/Halle

, 06.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Es ist eine Tat, wie sie viele Bürger fürchten: Mitten in der Nacht von Einbrechern überfallen zu werden. Die Opfer sind beide fast 80, die Beute ist nicht der Rede wert. Vier Männer müssen sich wegen schweren Raubes in Halle/Westfalen vor dem Landgericht in Bielefeld verantworten – unter ihnen ist auch ein Dortmunder.

Mit einem rosafarbenen Aktendeckel vor dem Gesicht und eingerahmt von seinen beiden Verteidigern nimmt der 23-Jährige Platz auf der Anklagebank. Die Kameras klicken. Als die Medien ihr Bildmaterial im Kasten haben, legt der Dortmunder den Aktendeckel beiseite, winkt ins Publikum, wo offenbar seine Familie sitzt.

Räuber drangen ins Schlafzimmer des Ehepaares ein

Seine Miene ist erstaunlich fröhlich. Und passt so gar nicht zu dem, was die 20. Strafkammer ab diesem Moment zu verhandeln hat: schwerer Raub, gemeinschaftlich begangen in der Nacht zum 29. November vergangenen Jahres. Der Fall sorgte für erheblichen Aufruhr im beschaulichen Haller Ortsteil Hörste.

In jener Nacht waren mutmaßlich fünf unbekannte Täter gegen 1.30 Uhr in ein abseits stehendes Wohnhaus eingedrungen. Sie zerschlugen mit Hammer und Brecheisen die Scheibe der Terrassentür, während ein weiterer Mittäter Schmiere stand, und drangen von dort aus in das Schlafzimmer der Bewohner ein.

Mann ist bettlägerig und schwer dement

Diese hatten dem Überfall nichts entgegenzusetzen: Beide sind fast 80 Jahre alt, der Mann ist bettlägerig und schwer dement. Die Frau wurde mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt, von einem der Täter mit vorgehaltenem Messer – mit 30 Zentimeter langer Klinge und aus der Küche stammend – zur Herausgabe von Bargeld gezwungen, während der Rest der Truppe die übrige Wohnung durchsuchte, inklusive der Handtasche der Rentnerin. Der Seniorin wurde der Mund zugeklebt, bevor die Räuber das Haus verließen. Alles in allem betrug die Beute der Täter 160 Euro Bargeld.

Seit Montag sitzen vier der mutmaßlichen Täter im Alter zwischen 21 und 32 Jahren auf der Anklagebank im Landgericht Bielefeld. Sie leben unter anderem in Wuppertal und Werther. Der 23-Jährige aus Dortmund soll angeblich Student der Wirtschaftswissenschaften sein. Zwei weitere Verdächtige sind gesondert vor dem Landgericht angeklagt.

Schwierige Beweisaufnahme für das Gericht

Keiner von ihnen hat sich bisher zu den Vorwürfen geäußert. Verhaftet wurden sie alle im Februar und im April: Eine Funkzellenauswertung am Tatort hatte die Ermittler der Polizei Gütersloh auf die Spur der Männer gebracht, weil ihre Handys zum Tatzeitpunkt in Hörste eingeloggt waren und auch Kommunikation registriert wurde.

Auf die 20. Strafkammer dürfte dennoch eine schwierige Beweisaufnahme zukommen: Alle Täter waren maskiert und blieben unerkannt. Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklage verlesen. Es sind noch acht weitere Verhandlungstage bis Ende September angesetzt.

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